Achtsamkeit als/im Entwicklungprozess

Achtsamkeit als/im Entwicklungprozess
Achtsamkeit – „Ich achte (auf) mich“

Im Grundsatz setzt sie sich Achtsamkeit für mich aus Bewusstseinsarbeit (Körper & Geist), Zeit zur Reflektion/Pausen, bewusster Atmung, Energielenkung (Fokus/Zentrierung)und Mitgefühl zusammen.

Seit ich das erste mal, meiner ersten Krise um 2010 rum , das Buch „Jetzt“ von Eckhard Tolle lass, vieles nicht mit dem Kopf aber mit dem Herzen verstand, tat sich für mich ganz langsam ein Entwicklungsfenster für die Achtsamkeit auf.

Viele Lektüren, Therapien, Coachings und Selbststudien später, habe ich mein Leben immer mehr auf Achtsamkeit ausgerichtet und sie gerade zu meinem Full-TimeJob erklärt – das ist eine Ausprägung die mir gerade taugt, die aber auch in mir reifen durfte.

Achtsamkeit darf sich für jeden anders gestalten, entwickeln und immer wieder neu an das Leben und die Lebensbedingungen angepasst werden!

Nur eines ist immens wichtig Achtsamkeit darf regelmäßig trainiert werden – so oft wie es dir möglich ist.

Für mich ist jeder Tag ein einziges Training, ob ich nun schaue in welcher Situation ich bewusst Atmen darf oder mal wieder beobachten was in Körper & Geist so vor sich geht. Übung macht den Meister und bringt mit der Zeit den Effekt!

Zu Anfang würde ich empfehlen sich an folgenden Statements zu orientieren:

Ich achte auf…

🌸mein Bewusstsein in Form von Geist (Glaubenssätze, Gedanken, Emotionen, mentale Gesundheit) & Körper (Sinneswahrnehmungen, Empfindungen, körperliche Gesundheit) im Hier & Jetzt

🌸Körperarbeit z. B. jede Form der bewussten Bewegung z. B. Joggen, Gehen, Walken, Yoga, Qi-Gong, Sitzmeditation, Gehmeditation etc.

🌸bewusste Atmung bzw. Atempausen

🌸den Fokus meiner Energie (Zentrierung)

🌸bewusste Entwicklung eines einen Lebensrhythmus 

🌸Mitgefühl (Metta-Meditation, Umarmung, Hand auf das Herz)

🌸Zeit zur inneren Reflektion

Das sind natürlich einige Aspekte, damit dich die Achtsamkeit nicht gleich überfordert picke dir doch einfach einen Punkt raus auf den du in Zukunft „achten“ möchtest und definiere ein paar Achtsamkeitsmassnahmen mit denen du dahin kommen willst.

Beispiel: Du bist zu hart mit dir, oft wertest du dich ab und verlierst immer mehr an Selbstwert & Kraft .

Dann wäre Mitgefühl ein guter Einstieg in die Achtsamkeit für dich, dann wären folgende „Tools“ so oft wir möglich angewandt dein „Achtsamkeitstraining“ für mehr Selbst-Bewusstsein – Vorschlag von mir:

🌸Gönn dir öfter zwischendurch eine liebevolle Umarmung; Richtig knuddeln und güllendes wie schön warm das ist; Früh/Abends/Zwischendurch❣️

Irgendwann nach Monaten, brauchst du gar nicht mehr bewusst dran zu denken und machst das Training automatisch und lernst die Wärme immer mehr im Körper ausbreiten zu lassen – das ist die Liebe in dir❣️

Gern kannst du auch noch ein Mantra verwenden wie z. B.: „Ich bin gut so wie ich bin“. Schau das dir die Aussage nicht zu hoch- oder niedrig gegriffen ist, sollte dich passend anfühlen.

So kann man Schritt für Schritt mehr Achtsamkeit in allen Bereichen in sein Leben bringen, Geduld und Ausdauer sind dabei essentiell!

Es ist aber kann ich dir versprechen unendlich lohnenswert denn es bringt mehr Leichtigkeit, mehr Freude, mehr Entspannung, persönliche Entwicklung als auch mehr Gesundheit in dein Leben. Die Psyche und der Aufbau von mehr mentaler Widerstandskraft (Resilienz), lassen nicht nur deinen Körper sondern letztendlich auch deine Umwelt davon profitieren.

Ich übe mich gerne immer mal wieder verstärkt in bewusstem achtsamen Essen, weil ich merke das das besser für meinen Körper ist der leider häufig stressbedingt schnell was zu futtern kriegt.

Für mich hat sich im Laufe der letzten Jahre folgende Definition von Achtsamkeit entwickelt:

✨Bewusstes mitfühlendes „Sein“ im Hier & Jetzt! 

✨Bewusster Switch vom Kopf in den Körper!

✨Bewertungen & Vergleich sind menschlich,  dürfen aber reduziert und hinterfragt werden!

✨Gefühle kennen & spüren lernen!

✨Meinen eigenen Lebensrhytmus entwickeln so das mein Lebensenergie es mir ermöglicht, gesund zu leben!

Was mich in letzter Zeit viel über gelebte Achtsamkeit gelehrt hat ist Thich Nhat Hanhs Version von „Applied Mindfullness“. Allein die Bücher & Youtube Kanäle liefern so viel Inspiration die Achtsamkeit für sich zu entdecken und zu gestalten.

Für mich hat sich Achtsamkeit somit von einem bewusst eingesetztem „Tool“ zu einer Lebensqualität/~Haltung entwickelt, die erst so richtig wirksam wurde als es „ungewollt“, unbewusst und ohne „Erwartungen“ zu einer automatischen Routine in meinem Leben wurde.

Natürlich ohne Anspruch auf Perfektion, denn je nachdem wie meine Gefühlslage ist bin ich andererseits wieder mal total „unachtsam“ mit mir oder anderen. 

Der Unterschied liegt dann darin sich, je länger man es bereits anwendet, schneller wieder einzutunen und seinen Kurs korrigieren zu können.

Ich wünsche euch viel Spaß mein experimentieren mit der Achtsamkeit🙌!

Nicht vergessen: wenn sich etwas schlecht anfühlt dann ist es nichts für euch❣️Seid bitte achtsam mit euch – das ist das wichtigste❣️

Von HerZen💖,

Silke

P.S: In auditiver Form findest du das ganze in der aktuellen Zensibility Podcast Folge unter „Podcast“.

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Sensibles Kind – ein entscheidender Wachstumsfaktor

Sensibles Kind - ein entscheidender Wachstumsfaktor

Heute wurde mir endlich mal wieder bewusst, wie sehr ich von der Erziehung eines sensiblen Kindes wirklich profitiere und wie sehr dies zu meiner „Lebensaufgabe“ beiträgt.

Am besten fang ich ganz vorne mit unserer Geschichte an, damit der Zusammenhang erkennbar wird :).

Meine Vorstellung von Familie und „Kinder haben“ war steht’s eine zutiefst romantische Sache, wie ich im im Live-Experiment bald merkte.

Es stand trotz meiner eigenen inneren Themen für mich nie wirklich zur Debatte, das ich ein Kind haben möchte – das war gesetzt. Ich glaube hätte ich allerdings wirklich gewusst, was alles dahintersteckt und wie sehr ich dadurch an mir „arbeiten“ darf, hätte ich es mir damals sicher anders überlegt.

Ich fand erst Mitte meiner 30-er Jahre langsam zu mir, entdeckte mich und schaffte es herauszufinden wer ich bin und was ich für eigene Bedürfnisse habe. Vorher ging es in meinem eigenen Leben nicht wirklich um mich – jetzt wollte ich mich endlich mal mehr um mich kümmern.

Dieser Wunsch schob den inneren Antrieb ein Kind in die Welt zu setzen merklich nach hinten, unterbewusst wusste ich wohl doch, dass mein Bedürfnis und der Betreuungsbedarf nicht wirklich realistisch zusammen gehen.

Ich hatte zu dem Zeitpunkt als es dann „ungeplant“ passierte (also ohne bewusste Entscheidung dafür) meinen Fokus auf das berufliche gelegt und war gerade dabei den Job meiner Träume „klar zu machen“.

Im Nachhinein sehe ich: gut das sie mich aufgrund meiner ehrlichen Ansage vor Vertragsunterzeichnung, dass ich überraschend schwanger bin, dankend abgelehnt haben :). Den Job zu machen wäre nicht gesund für mich gewesen!

Bereits zum vorgeburtlichen Zeitpunkt war mein Kind also bereits ein Wegweiser für mich von dem ich auf ewig lernen kann.

Die Schwangerschaft bewegte viel in mir, ich entwickelte endlich ein Bewusstsein für Themen wie Verantwortung und bewusste Entscheidungen . Plötzlich war es für mich (für einen Moment) nicht mehr ganz so klar, dass ich wirklich ein Kind haben wollte.

Ich fragte mich ob ich als Mensch mit „psychischer Vorbelastung“ wirklich realistisch dazu im Stande bin, die Bedürfnisse meines Kindes in den Vordergrund zu stellen und meine persönlichen, psychischen und physischen Bedürfnisse anfangs komplett unterzuordnen?!

Wie oft höre ich heute junge Menschen sagen: „es sollte einen Elternführerschein geben, damit alle erstmal ihren eigenen Müll verarbeiten, bevor sie auch noch Kinder in die Welt setzen“.

Anfangs traf mich das sehr hart, denn ich zählte mich zu der Gruppe von „verkorksten Eltern“ die es nicht gesellschaftskonform hinbekommen ihr Kind fachgerecht zu erziehen.

Heute allerdings weis ich, das ist leider „Schmarn“ ( wie wir in Bayern zu sagen pflegen)!

Es geht zu keinem Zeitpunkt im Leben darum perfekt zu sein und erst dann mit irgendwas starten zu können, auch wenn uns das alle Welt weismachen möchte!

Aber zurück zur der Bewusstwerdung um die Verantwortung, das zurückstehen von eigenen Bedürfnissen und die Entwicklung meiner Sichtweise zum „Kinder kriegen“ als „die beste Entscheidung, die das Leben für mich getroffen hat“.

Ich hatte also romantische Vorstellung und viele unrealistische Erwartungen im Punkto Kinder & Familie, schon allein als ich das Geschlecht erfahren habe war das ein Moment den es erstmal zu verarbeiten galt.

Ich hatte Null Erfahrungen mit Jungen in meiner Familie und im Bekanntenkreis zu dem Zeitpunkt als ich schwanger wurde.

Woran sollte ich mich also orientieren, wer könnte mir hilfreich zur Seite stehen? Fiel mir eigentlich nur mein Mann ein, der war ja auch mal ein Junge :)!

Die Schwangerschaft war ein einziger Selbstfindungs- und Verantwortlichkeits-Prozess. Es gab so einige rote Linien zu überschreiten, was für mich als Mensch dessen Resilienz zu dem Zeitpunkt noch nicht die „beste“ war und der sich selbst wenig kannte und mochte, alles andere als „leicht“ war.

Es gab komischerweise kaum Literatur darüber „ob“ und „wie“ man am besten als Mutter mit Trauma- und/oder Antidepressiva – Themen ein Kind in die Welt setzt und zu einem selbstbewussten, widerstandsfähigen Kind liebevoll erzieht.

Mein Anspruch ist und war in dem Punkt stehts hoch, denn wie jede Mutter wünsche ich mir für mein Kind das es ihm „besser geht“ und ihm „einiges erspart bleibt“. Auch hier gilt es für mich zu lernen und zu akzeptieren das jeder seine Erfahrungen machten sollte und das diese zu „irgendwas“ gut sind.

Ich kenn einige die jetzt laut aufschreien: „also auf mein Trauma hätte ich gut verzichten können!“ Legitime Aussage, kann ich gut verstehen und möchte ich nicht bewerten!

Super wenn derjenige damit „gut“ lebt, für mich war es ein Teil der Heilung, andere Sichtweisen einzunehmen um mit meinen Erlebnissen meinen Frieden machen zu können.

Ich startete also mit viel Angst ob ich meinem Kind gerecht werden könnte in die Schwangerschaft- schliesslich nahm ich ja auch noch Antidepressiva.

Könnte ich es verantworten das mein Kind die klassischen Entzugssymptome bei der Geburt erlebt? Harte aber konstruktive Frage, die heute noch viel zu viel tabuisiert wird, obwohl das Thema „Depression“ mittlerweile salonfähiger ist!

Viele Menschen würden eine Mutter heute noch gerne in die Schublade „so eine verkorste Mutter, das arme Kind“ oder „schafft die sowieso nicht“ einordnen.

Was ich persönlich davon halte könnt ihr euch sicher denken, schon allein weil ich für mich im „nicht werten“ leben möchte! Dennoch machen mich solche garstigen unwissenden Pauschalisierungen immer noch sehr wütend und das ist ok, wir Menschen haben alle Gefühle! Natürlich versucht man als Mutter in jedem Fall die besten Rahmenbedingungen für sein Kind zu schaffen: ich also „psychisch“ herausgeforderte Mutter versuchte beispielsweise meine Medikamente umzustellen, auf solche mit möglichst wenig bekannten Nebenwirkungen für das Kind.

Aber ok…weiter geht mit unserer Entwicklungsgeschichte:

Leider musste ich viel liegen, mein Bindegewebe gab zuviel nach und der Kleine war sehr ungeduldig – ganz die Mama. Schon allein diese ganze Zeit rumzuliegen brachte mich emotional an die Grenze, half mir aber im nachhinein ungemein mich auf das kommende vorzubereiten.

Die Geburt war viel zu schnell und abrupt, so das der kleine einen harten und schweren Start ins Leben hatte und wir in den ersten Jahren oft im Krankenhaus waren.

Als fürsorgliche, „perfekte“ Mama habe ich mir oft die Schuld daran gegeben – denn ich habe ja „freiwilig“ Antidepressiva eingenommen.

Im Vorfeld der Geburt war es sehr gut sich mit allen Auswirkungen die, die Einnahme von Antidepressiva auf das Baby haben könnte auseinanderzusetzen. Denn Entzugserscheinungen waren vorhanden…wenn auch nur gering – trotzdem tat es mir in der Seele weh.

Meinen Sohn hat all das allerdings zu dem kleinen starten Kämpfer gemacht der er war und ist, also ihr lieben Mamas: macht euch bitte keine Vorwürfe wenn ihr in eine ähnliche Situation kommt! Versucht in dem Vertrauen zu bleiben das auch das zum Leben dazugehört und wichtig ist für den Weg eures Kindes!

Was ich empfehlen kann, wenn ihr schwanger seit und auch Medikamente nehmt lasst euch über www.embryotox.de hinaus beraten. Die Charite in Berlin hatte zu meiner Zeit eine Studie laufen, bezüglich der Nebenwirkungen von Antidepressiva an der ich aktiv teilnahm, da es mir wichtig war „allen die nach mir kommen“ Wissen an die Hand zu geben. Dies hat mir sehr geholfen mit dem Thema einen Umgang zu finden.

Ich fand es auch toll das die Ärzte sich persönlich mit einem auseinandersetzten, besonders als ich in einer späteren „depressiven Phase“ mit massiver Selbstabwertung deswegen zu tun hatte. Wissenschaftlich war es nie nachweisbar das die fehlende Lungenreife meines Kindes mit den Medikamenten zu tun hatte – aber mein Gefühl war ein anderes.

Auch hier ist ganz klar mein Kind als Lehrmeister für inneres Wachstum – hin zu mehr Mitgefühl, Liebe und Verständnis für mich & ihn zu sehen!

Gerade sensible Kinder sind allerdings gefühlt nicht nur fördernd sondern auch sehr „fordernd“ weshalb man doppelt an sich arbeiten darf.

Manches mal war es für mich gefühlt ein Full-Time-Job der unendlich „anstrengend“ war und mich zunächst viel gekostet hat, aber im Nachhinein so unendlich befreiend und wertvoll war!

Ich lernte erst durch meinen Sohn, die Qualitäten die sowohl er als auch ich innehaben bewusst wahrzunehmen und zu akzeptieren!

Auch das ist ein Prozess, der noch immer läuft und Zeit in Anspruch nehmen darf 🙂 – passiert nicht über Nacht!

Sensible Kinder die sehr emphatisch, sie sind wahre Seismographen: nehmen jede noch so kleine Stimmungs-, Gefühls- und Energieschwankung von Personen oder im Räumen war.

Oft sind sie deshalb um einiges schneller überreizt, intensiv emotional, sehr aktiv und gar nicht leicht von außen zu durchschauen – aber je mehr man lernt hinter die Fassaden dieses kleinen Wunders zu blicken, desto besser findet man zueinander.

Es tut gut gemeinsam mit meinem Kind zu wachsen, es macht mich demütig – ihm gegenüber! Das hilft ungemein auf Augenhöhe kreative liebevolle Lösungen für die kleinen „Anstrengungen“ des Alltags zu finden.

Von Kindern kann man sowieso am besten lernen, was es heißt in der Gegenwart zu sein, achtsam zu sein, in Freude und im Herzen – aber sensible Kinder legen meines Erachtens noch mal eine „Schippe“ drauf ;).

Aktuell versuchen wir uns liebevoll auf Augenhöhe im Umgang mit der „Herausforderung“ auf das Klo zu gehen. Ein Thema das für uns alle aus verschiedenen Gründen emotional beladen und oft erwartungsträchtig ist. Es gilt hier besonders unsere Erwartungen im Griff zu behalten denn Erwartungsdruck ist für kleine emphatische „sensibelchen“ kaum aushaltbar.

Viele Ärzte und Pädagogen geben einem unterschiedliche Ratschläge aber im Endeffekt ist und bleibt es für mich am wichtigsten hier auf meine „Intuition“ zu hören. Das hat sich in den letzten schwierigen Jahren, einfach am liebevollstem bewährt!

Auch wenn es manchmal schwierig die Intuition wahrzunehmen und es ein hin und her probieren ist, so ist es für uns der natürlichste Prozess im entwickeln eines Vorgehens für unsere sensiblen Bedürfnisse und die Erziehung.

An der Stelle sei auch kurz gesagt, dass es ein Stärke und absolut verantwortungsbewusst ist sich Unterstützung zu suchen. Ich persönlich hatte bei Fragen bei denen ich mit meiner Kreativität und Nerven am Ende war eine staatliche Erziehungspädagogin kontaktiert und anfänglich auch zur Schlafberatung eine Ärztin. Wichtiger als ein momentanes Schamgefühl, wenn es darum geht um Hilfe zu bitten, ist doch das langfristige Wohlergehen unserer Kids und auch uns- wir sind nicht weniger wichtig!

Kurz nochmal zurück zu dem Punkt des „Vertrauenens“ in die eigene „Intuition“ ein sehr interessantes Thema für emphatische hochsensible, die meist gelehrt wurden, ihrer eigenen Wahrnehmung zu misstrauen!
Je mehr wir uns mit uns beschäftigen desto besser lernen wir wahrzunehmen wo uns unser Herz hinführen will. Die Intuition ist aber abzugrenzen von allen sonstigen Gedankengängen und Emotionen die auch gerne dem Ego entspringen.

Für mich ist Intuition ein inneres Wissen, das jeder Zelle innewohnt und das alles Zugrunde liegt. Meist hören wir es gar nicht mehr aktiv, dürfen es aber mit mehr Achtsamkeit in unserem Leben Wiederentdeckung.

Seit der Kleine da ist durfte ich da intensiv mit meiner Intuition üben und mich damit liebevoll damit ausprobieren!

Ich bin gerade heute einfach „nur“ Happy & Stolz auf den kleinen & mich das wir so verbunden und liebevoll miteinander umgehen können um auch damit verbundene ernsthafte körperliche Herausforderungen, die für ihn gerade im Punkto Sauberkeitserziehung anstehen, zu lösen.

Ich merke einfach immer wieder, wie wichtig es ist dem Kind den Raum zu geben den es braucht um darin mit allen Erfahrungen zu wachsen – vor allem wenn das bedeutet das ich liebevoll und achtsam an meinen roten Linien arbeiten darf!

👉🏻Mich würde interessieren wie es euch ging im Umgang mit eurer Rolle als „Neumutter“?

👉🏻Wie seit ihr in das Leben mit eurem sensiblen Kind hineingewachsen?

👉🏻Schreibt es mir gerne hier in die Kommentare oder auf Instagramm/Facebook unten den Post!

Von HerZen 💖,

Silke

P.S: 🌸 Wenn der Post dich im HerZen berührt schenke ihm gerne ein 💖 und oder einen Kommentar.

Von Achtsamkeit im Leben einer Frau/Mutter/Impulsgeberin

Von Achtsamkeit im Leben einer Frau/Mutter/Impulsgeberin
Eines vorweg: 
- Die"Impulse" die ich dir hier mitgebe sind keinerlei "muss" zur Umsetzung für dich. Setze dich also bitte damit nicht Druck, du bist gut wie du als Mensch gut wie du bist!Ich kenne das nur zu gut, dass ein Rat in mir sofort Beklemmung auslöst da ich keine Kapazitäten habe noch mehr zu "tun" - sieh den Impuls bitte nur als liebevolle Energie für dich die sich eventuell in dir entwickeln darf. 
- Die Message des Blogs soll nicht sein, das Frauen und/oder Mütter "mehr" machen, oder die besseren Menschen sind - es geht nicht um Bewertungen- sondern einfach um eine Bestimmung des Status-Quo des Frau und/oder Mutter seins in der aktuellen Zeit.

Hallo ihr lieben Frauen und/oder Mütter,

ich möchte meine Zeit heute nutzen um uns mal einige Dinge vor Augen zu führen, die uns als Frauen und Mütter jeden Tag umtreiben, herausfordern und antreiben. Es geht darum uns realistisch bewusst zu machen wie viele Rollen wir eigentlich wirklich in uns vereinbaren.

Denn ehrlich: man tut so einiges und sieht gar nicht mehr was das alles ist – genau da liegt „der Hund begraben“! Was man nicht sieht kann man auch nicht real bewerten und sich selbst gegenüber liebevoll mit Mitgefühl wertschätzen. Somit fällt ca. 75% der Dinge die wir wirklich tun, in unserer wertschätzenden Wahrnehmung „hinten runter“.

Das hat oft zur Folge, dass wir uns am Ende des Tages „nur“ erschöpf von all den To-Dos fühlen, der Energiegewinn und die Freude die aber bei der Erfüllung von bewusst wahrgenommen Aufgaben entstehen sollte, gar nicht mehr zum tragen kommt.

Für mich war es im Rahmen meines letzten Burnouts vor zwei Jahren, mal wieder an der Zeit einen energetischen Kassensturz aller Aufgaben zu machen die ich tue und alle Rollen anzuschauen die ich aktuell habe.

Dazu waren für mich folgende Fragen relevant, die ich für mich zu Papier gebracht habe:

  • Was tue ich wirklich alles am Tag? Alle Tätigkeiten aufschlüsseln- angefangen damit das Kind abfahrbereit zu machen, bis hin zum noch schnell einen Tee für den liebsten machen um unsere Beziehung bei einem Gespräch zu pflegen :).
  • Welche Tätigkeiten/Aufgaben sind wirklich „sinnvoll“ (für unsere Existenz, Grundbedürfnisse & Gesundheit!) und welche sind es nicht? Wo schreie ich viel zu oft „hier“ obwohl es nicht unbedingt nötig ist? Beispiel: Ich bin von Natur aus Perfektionist und „Verantwortungsträger“, viele der Aufgaben sind deshalb pragmatisch betrachtet nicht nötig; wie z. B. viel zu oft „Harmonieschaffer“ zu sein, auch wenn es natürlicher ist mit den gegenwärtigen Emotionen „einfach“ umzugehen.
  • Welche der „nicht sinnvollen“ Aufgaben sind mir aber trotzdem ein „inneres Bedürfnis“ sie zu tun?
  • Welche von den „sinnvollen“ und den Aufgaben die mir „ein inneres Bedürfnis“ sind, müssen nicht gezwungenermaßen bei mir liegen und können von jemand anderem gemacht werden?

Die Aufgaben im Detail will ich euch heute hier nicht zumuten, die Liste war lang – aber das brauch ich euch ja nicht zu erzählen :).

Viel interessanter war für mich das Thema was von den Aufgaben „nicht zwingend sinnvoll“ ist und „nur“auf Basis meiner alten Glaubenssätze wie z. B. „ich muss leisten und tun um gemocht zu werden“ entstand. Bei vielen dieser Aufgaben ging es darum, für mich Harmonie zu schaffen oder Langweile zu umgehen (um eine Situation für mich und/oder andere ertäglicher zu machen). Klassisches Beispiel : der Versuch die Stimmung meines Sohnes oder Mannes zu „verbessern“ damit „wir“ oder ich damit besser klar komme(n).

Auch ein großes Learning für mich, die Aufgaben die nicht zwingend sinnvoll, aber mir ein Bedürfnis sind zu tun. Klassisches Beispiel dafür: ich liebe es Gäste zu bewirten und zu verwöhnen. Ich mag es, wenn man sich zusammen wohlfühlt – dabei ist allerdings zu beachten das „Wohlfühlen“ für jeden etwas anderes bedeutet ;).

Ich hab da einen ziemlich hohen Anspruch, da kann ich mir also sicher etwas Energie und Aufwand sparen, ohne das es jemand auffällt!

Ist doch komisch, dass man an andere nie den gleichAnspruch stellt, wie an sich selbst? Ich würde das meiste von dem was ich tue nicht von anderen erwarten.

Diese Fragerunde hat mir viel Klarheit gebracht – vor allem an den Stellen an denen es gilt:

  • Aufgaben/Tätigkeiten wegzulassen – da sie mich nur Energie kosten und offensichtlich lediglich meine alten Glaubenssätze was davon haben. Wichtiger Hinweis hier: die innere Arbeit an sich ist ein laufender Prozess – der immer mal besser und mal schlechter läuft. Also lasst bitte Mitgefühl mit euch walten, wenn mal wieder gefühlt nichts voran geht. Wichtig ist nur das sich überhaupt etwas bewegt – mal vor…mal zurück..mal wieder vor….!
  • mich besser kennenzulernen: was ist vielleicht keine sinnvolle Aufgabe, aber trotzdem ein wichtiges Bedürfnis für mich!
  • Aufgaben besser aufzuteilen: hier haben wir einiges ausprobiert z. B. Wochenplaner am Kühlschrank/ Trello Boards; alles mit nur mässigem Erfolg; am besten funktioniert für uns aktuell ein gemeinsamer Kalender im Handy, gepaart mit der Zeit für tägliche Absprachen & persönlichen liebevollen Gesprächen über alles was uns als Mensch & Paar bewegt.

Es ist so wichtig für uns als „Paar“ das wir diese „Gesprächszeit“ nicht nur „abhandeln“ um alle To-Dos zu managen sondern um auch auf emotionaler Ebene in „Verbindung“ mit dem Partner zu bleiben. Sonst ist schnell das Gefühl da, dass im Zusammenleben alles nur „Verpflichtung“ ist, die gemanaged werden muss.

Da wir alle „nur“ Menschen sind, klappt das aber auch mal besser und mal schlechter. Liegt bei uns vor allem daran, das wir

als sensible Menschen beide viel „Me-Time“ für uns alleine brauchen. Irgendwas fällt dann meist doch hinten runter und darf aber in Nachgang wieder liebevoll eingefangen werden – so das alles im „groben“ im Gleichgewicht bleibt!

Auch wenn diese persönliche Analyse mir & uns als Familie sehr geholfen hat einiges zu erkennen, uns einzeln & zusammen wohlzufühlen- so bleibt es wie alles im Leben, immer ein lebendiger Prozess der mal besser und mal schlechter läuft.

Ich werde an der Stelle nie müde zu betonen das mitfühlende Achtsamkeit im Bezug auf sich selbst das essentiellste im Leben ist um ein essentielles „Wohlgefühl“ in sich aufrecht zu erhalten, das wir so dringend brauchen um den Anforderungen des hektischen Lebens umgehen zu können.

Ich habe beispielsweise gerade Mitgefühl für mich, das ich meine Tätigkeiten die ich mir für heute früh vorgenommen habe zu erledigen, nicht geschafft habe.


Deshalb mein Impuls für das „Entwickeln“ von Mitgefühl für sich:

Bewusst und tief durch die Nase ein- und ausatme (3x), sich auf den Atem konzentrieren und als liebevolle berührende Geste die Hand auf mein Herz legen! Dann wird alles ruhiger, weicher und wärmer in mir. Manchmal unterstütze ich mich noch mit dem Mantra „ich bin genug; ich habe genug und ich tue genug“. Das gute daran ist, dass man es überall machen kann und in jeder Position. Für mich ist es wichtig, das täglich zu trainieren damit mein Körper lernt wie schön sich das Mitgefühl anfüllt- das er es gut abspeichern und jederzeit rausholen kann wenn es nötig ist.


Bisher habe ich mich in meinen Ausführungen auf das Aufgabenmanagement von uns Frauen und/oder Müttern bezogen, doch nicht nur hier ist genaues hinschauen und Achtsamkeit geboten, denn auch die Rollen die damit verknüpft sich sollten von uns bewusst identifiziert, geprüft und überarbeitet werden!

Denn viel zu viele der Rollen die wir als Frau und/oder Mutter evolutionär-, erziehungstechnisch- oder gesellschaftlich- bedingt inne haben, sind wirklich von uns gewollt und viel zu belastend.

Manch andere dieser Rollen, die uns wichtig sind, gilt es vielleicht auch „nur“ neu zu definieren um wieder mehr in unsere Kraft zu kommen.

Ich hab für mich mal folgende Rollen ge-brainstormed:

  • Frau (geprägt von Erziehung, Gesellschaft)
  • Mama
  • Ehefrau
  • Geliebte
  • Partnerin
  • Freundin
  • Kontaktpflegerin
  • Berufstätige (Angestellt/Selbständig!)
  • Gesundheitsmanagerin (Körperlich)
  • Feel-good Managerin (emotionales Wohlbefinden)
  • Programm- und Projektmanagerin (für alles was ansteht)
  • Schiedsrichterin
  • Erzieherin
  • Krankenpflegerin
  • Entertainerin
  • Köchin
  • Haushaltshilfe / Putzfrau
  • Einkäuferin (Essen/Geschenke/Kleidung Kinder/ Spielsachen/ Recherche für größere „Einkäufe“ z. B. Kühlschrank etc.)
  • Immobilien-Expertin (wollen irgendwann ja auch mal umziehen :).)
  • Finanz- Expertin
  • Versicherungs-Expertin
  • Problem-Solverin
  • Change-Managerin (antriggern jeglicher Veränderung ;))
  • Notfallassistentin

Meine Realität des „Seins“ ist in den ersten acht Rollen zu finden, diese sind für mich fest gesetzt. Hierin scheint also zunächst kein Entlastungspotenzial zu liegen, jedoch wird beim genaueren Hinschauen klar, dass die Gestaltung dessen was sie beinhalten allein bei uns liegt!

Egal was uns die „Gesellschaft“ oder der einzelne glauben lassen mag: einzig und allein wir sind verantwortlich für uns und wie wir unsere Rollen leben wollen. Hierin liegt für uns Achtsamkeits- und Wohlgefühlpotenzial das erschlossen werden kann, vor allem wenn es darum geht unsere Kids und unserem Partner auch mal den Freiraum zu geben selbst aktiv zu werden – anstatt es für sie zu tun :).

Das meiste Potenzial für ein achtsames, freieres und erfüllteres Leben ist aber in den kursiv dargestellten Rollen zu finden. Hier kann sicher die eine oder andere Rolle für uns komplett an „andere“ delegiert bzw. verteilt werden oder man legt sie mal für eine gewisse Zeit ganz oder teilweise auf Eis.

Keine Ahnung was ihr noch alles an Rollen für euch identifiziert habt, aber wenn man sich das mal anschaut wird einem doch erst wirklich klar wo da die „Be“lastung und Erschöpfung herkommt!

Viele Rollen teilt ihr euch vielleicht auch mit euer Partner:in, dennoch sind gerade die „unsichtbaren“ Rollen wie z. B. Kontaktpflegerin oder Feel-Good Manager so unendlich Zeit- und Energie-intensiv.

Ich fände es ja mal spannend zusammenzurechnen was ich für all die kursiv geschriebenen Rollen für ein Gehalt bekommen würde, wenn ich in jeder zu min. 60% (Ausgangspunkt 40 Std Woche) tätig bin?

Die Zeit für die Berechnung fehlt mir jetzt gerade auf dem Sprung von der „Berufstätigen“ in die „Mama“ Rolle, aber ich bin mir sicher ich wäre eindeutig ein wertgeschätzter Vollzeitbeschäftigter mit dem Gehalt eines CEO.

Mir ist es wichtig genau diese „unbewussten“ Potenziale für gesellschaftliche und persönliche Entwicklung mit Zensibility ans Licht zu bringen. Ich bin und bleibe einfach eine hoffungsvolle Idealistin welche die Welt mitgestalten möchte!

In dem Sinn ihr lieben, lasst uns alle Schritt für Schritt (mal geht es vor und dann mal zurück) zu mehr mitfühlender und heilender Achtsamkeit für uns kommen- in dem wir unsere Verantwortung für uns erkennen und aktiv leben lernen.

Wir sitzen alle in einem Boot – also packen wir es an, gemeinsam!

Von HerZen💖,

Silke

Hochsensibilität

Hochsensibilität
Hochsensibilität – Highly sensitive Person = HSP aka “ hochsensible“ Person
Vorneweg ein Hinweis: 
- Ich bin kein Fan von Labeln dennoch habe ich mich im Rahmen von Zensibility dafür entschieden mit dem Label „Hochsensibilität“ zu arbeiten weil es mir hilft, die Sammlung von intensiven Sinneswahrnehmungen und damit verbundene Besonderheiten auf den Punkt zu bringen.
- Wenn ich von „Besonderheiten“ spreche, so ist das nicht als "Aufwertung" der HSPs im Vergleich zu anderen Personen zu verstehen sondern lediglich ein Differenzierungsmerkmal; ich persönlich stehe ein für menschliche Vielfalt auf Augenhöhe! 

Geschichte & Entwicklung des Begriffs der „Hochsensibilität“:

Bereits um die 1920er Jahre entstanden auf Seite von Psychologen erste Referenzen zu Persönlichkeitseigenschaften von Menschen, die mehr Reize wahrnehmen als andere, sie hätten eine „niedriger Reizschwelle“, seinen „introvertiert“ oder einfach nur „ängstlich“.

Erst 1990 entstand aber der eigentliche Begriff der „Hochsensibilität“, auf Basis der klinischen Forschung von Elaine Aron, die selbst hochsensibel ist und deshalb einen neuzeitlichen Blickwinkel für dieses Thema finden wollte.

Was sie in ihren Befragungen entdeckte, war das ca. 15-20% der befragten Menschen aufgrund einer besonderen neurologischen Konstitution wesentlich sensibler als alle anderen waren – eine intensivere Sinneswahrnehmung hatten.

Erstmalig wurde der Begriff in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung (Journal of Personality and Social Psychology) im Jahr 1997 erwähnt. 

Trotz der Tatsache das, dass Thema „Hochsensibilität“ bereits auf dem Schirm der Wissenschaft existiert, gilt er wissenschaftlich noch als „unzulässig“; obwohl es inzwischen eine Vielzahl von Studien gibt , die Unterschiede in der individuellen Reizverarbeitung untersucht haben und die Unterschiede der Wahrnehmung bestätigen. 

Also nicht wundern, wenn Ärzte meist ungläubig bis ablehnend reagieren, wenn ihr den Begriff „hochsensibel“ nutzt um eure Persönlichkeit schneller greifbar für das Gegenüber zu machen. Viele implizieren auch das dieser Begriff eher durch einen „medialen Trend“ ins Leben gerufen wurde, als durch ein biologisches und psychologisches Phänomen.

Fakten aus bisherigen wissenschaftlichen Studien (Studienbasis s. Anhang; Umschreibung der Ergebnisse mit eigenen Worten)*

  • ca. 15-20% der Bevölkerung haben eine intensivere Wahrnehmung 
  • „Hochsensibilität“ ist eine Persönlichkeitseigenschaft – keine Störung oder Krankheit
  • Vererbung ist sehr wahrscheinlich (erste Hinweise auf Genetik in Studien erkannt, final noch nicht wissenschaftlich bestätigt); kann eine Generation überspringen.
  • “Hochsensibilität” als neurologische Besonderheit die im bildgebende Verfahren bereits nachgewiesen wurden (Studien von Bianca Acevedo (2014, 2018), Jadzia Jagiellowicz (2011):
    • Gehirnareale die bei Teilnehmern angesprochen wurden stehen in Zusammenhang mit Aufmerksamkeit (awareness), Empathie, Handlungsplanung, der Integration sensorischer Information und der Verarbeitung von Information aus dem zwischenmenschlichen Kontakt (self-other processing).
    • Mehr elektronische Impulse der Nervenzellen waren erkennbar; mehr Details werden wahrgenommen.

Ausprägungen der „Highly Sensitive Person“ = HSP nach Elaine Aron

Die Indikatoren von High Sensitivity: Elain Aron fasste diese Indikatoren als “DOES” zusammen.

  • D – Depth of Processing, im Deutschen als Verarbeitungstiefe von Informationen zu verstehen.
  • O – Easily Overstimulated. Aufgrund der vorhandenen Verarbeitungstiefe ist die persönliche Reizschwelle schneller erreicht.
  • E – Emotional Reactivity and High Empathy. Emotionale Berührbarkeit, die sich speziell in der Ansprechbarkeit auf negative Reize verstärkt.

S – Sensitivity to Subtle Stimuli. Wahrnehmung auch für subtile Reize, Bewusstsein und Wahrnehmung von Feinheiten.

Anzeichen Hochsensibilität 

Auf den Punkt gebracht haben HSPs eine Intensive Schärfung der fünf Sinnes-Wahrnehmungen (meiner Meinung nach “+ dem 6. Sinn”)

  • Auditiv/Akustisch: Hören – Geräusch/Schallwahrnehmung
  • Oflaktorisch: Riechen – Geruchswahrnehmung
  • Gustatorisch: Schmecken – Geschmackswahrnehmung
  • Taktil: Tasten und Fühlen – Sensorische- oder Taktile Wahrnehmung
  • Visuell: Sehen; Aufnahme und Verarbeitung optischer Reize über Auge & Gehirn 

+ 6. Sinn: ausgeprägte Empathie-Wahrnehmung – „Hochsensitivität“

Unser Körper ist sehr intelligent und macht das meiste ganz alleine, so das wir über vieles gar nicht nachdenken brauchen wie z. B. über die Atmung. Somit findet vieles im Gehirn auf unbewusster Ebene statt. All diese Daten, die das Gehirn somit unbewusst im innen und außen über die Sinne aufnimmt, müssen nicht bewusst von uns betrachtet, eingeordnet und gefiltert werden…alles läuft ohne unser Zutun voll automatisch ab.

Mann stelle sich nun mal theoretisch vor: der Vorgang der Atmung müsste bewusst durchdacht werden und liefe mit Einsatz unserer Energien ab, dann wären wir wahrscheinlich am Ende des Tages total geschlaucht und bräuchten viele Pausen.

Ungefähr so ist es mit der Hochsensibilität: eine Vielzahl von zusätzlichen Sinneseindrücken (wohlgemerkt nicht essentielles wie die Atmung!) die „normale“ Menschen gar nicht wahrnehmen bzw. die bei ihnen unterbewusst verarbeitet werden, werden bei HSPs bewusster und intensiver wahrgenommen.

Das braucht zusätzliche Energie- und Zeiteinsatz für das filtern, ordnen, ablegen und analysieren der so erhaltenen “Daten” der Sinne.

Es wäre viel zu kurz/einfach gedacht wenn man jetzt behauptet HSPs sind langsamer in der Entscheidungsfindung oder brauchen länger bzw. „Normale“ sind schneller.

Jede Form der Bewertung möchte ich hierbei wohlgemerkt aussenvor lassen –  in beide Richtungen!

Gelebte Hochsensibiltät

Persönlich kann ich nur sagen vielfältige Geräuschkulissen und visuelle Reize, vor allem gleichzeitig, überfluten mich täglich in der Großstadt regelrecht und so brauche ich in der Tat Zeit und mehr Ruhe alles zu verarbeiten.

Zudem gestaltet mir meine ausgeprägte Empathie und Lichtempfindlichkeit den Alltag jeden Tag erneut spannend. Am liebsten würde ich permanent mit Noise-Chanceling Kopfhörern und Sonnenbrille durchs Leben gehen :). Ohne meine 8 Stunden Schlaf in der Nacht wird die Gehirnleistung oft mehr als voll ausgeschöpft. Müdigkeit ist deshalb mein zweiter Vorname, besonders mit Kind – aber das geht ja allen Eltern schon von vornherein so ;).

Es ist jedoch spannend wie jeder hochsensible seinen eigenen Fokus im Punkto Sinneswahrnehmung hat, für meinen kleinen Sohn ist es gerade zunehmend neben akustische, die olfaktorische (Geruch) und die taktile Wahrnehmung. Ihn “stressen” Gerüche die er nicht mag schnell und intensiv- meist flüchtet er regelrecht davor. Auch beim anziehen darf sich den Socken und Schuhen ausgiebig gewidmet werden, bis es sich für ihn gut anfühlt.

Auch wenn es sehr herausfordernd ist alle hochsensiblen Bedürfnisse in einer Familie unter einen Hut zu bekommen, ist es mir wichtig sie generell anzuerkennen, sie sein zu lassen ohne sie grundlegend abzusprechen. Zugegeben es ist nicht immer zu 100% (sondern nur 40%) möglich auf alles einzugehen, gerade unter Zeitdruck aber die Anerkennung der Wahrnehmung ist das “A & O” – ein Grundverständnis bzw. Akzeptanz für die Wahrnehmung der/s hochsensiblen. Meist ist es durch diese Bedürfnisorientierung liebevoll chaotisch bei uns zu, aber es hilft vor allem den Kids, sich zu selbst bewussten eigenständigen Persönlichkeiten zu entwickeln.

Das Mittel unserer Wahl für die Kommunikation der Bedürfnisse ist die “gewaltfreie Kommunikation” nach Marshall Rosenberg bei der ganz klar die Formulierung der eigenen Bedürfnisse & Wünsche im Mittelpunkt stehen- keine Anschuldigungen oder verallgemeinernde Wertungen der anderen Person.

Wenn Kinder lernen das ihre intensive Wahrnehmung “ok” ist und sie sein darf, können sie sich entdecken, ausprobieren und freier entfalten – anders als das noch bei meiner Generation der Fall war. Dennoch hat auch diese bedürfnisorientierung für mich ganz klar ihre Grenzen wenn es um die Sicherheit, Respekt und Gesundheit von allen Beteiligten liegen.

Für mich als hochsensible Mutter, deren Wahrnehmung nicht anerkannt wurde und die sich dadurch selbst erst später im Leben kennenlernen durfte, ist es zugegeben nicht immer einfach mit der Gefühlsstärke und tiefen Emotion meines Kindes umzugehen – da ich selbst auf meine eigene Energie achten und mich noch parallel persönlich weiterentwickeln darf.

Deshalb liebe hochsensiblen Mamis da draußen: achtet ganz besonders auf euch, denn nur wenn ihr genug Energie hat könnt ihr für euer Kind dasein!

Ich möchte allen hochsensiblen Familien mit auf den Weg geben:

  • Es gibt Tage die sind gut, oder ok und dann gibt es welche, da sind alle an ihrer “Belastungsgrenze”. Steht dazu – sagt “nein” wenn Aktivitäten eurer Erholung & Ruhezeit im Weg stehen!
  • Emotionen “aufkochen” zu lassen ist wichtiger und lebendiger als den Deckel drauf zu halten und inneren Druck aufzubauen! Das einzig Wichtige dabei für mich ist: Respekt und eine liebevolle Kommunikation ggf. mit Entschuldigung danach. Ich persönlich möchte mich und meine Familie nicht mehr verbiegen nur damit andere Leute unser Verhalten “gesellschaftskonform” empfinden!
  • Wenn mal wieder alles zuviel ist denkt bitte daran: ihr gebt euer bestes und das reicht! Setzt euch nicht unter Druck noch mehr geben zu müssen.
  • Zudem vergleicht euch bitte nicht länger mit anderen (Familien), die “mehr” machen oder bei denen einiges von außen betrachtet “leichter” erscheint. Ihr seit so richtig wie ihr seit – ihr seit einfach “anders”!
  • Entwickelt eure eigenen Routinen, Strukturen und Grenzen mit viel Kreativität, Zeit und Liebe – so wie sie euch taugen.

Ich darf nachträglich lernen, dass sowohl ich, als auch mein Kind vollkommen “ok” sind und das unser Alltag und unsere Bedürfnisse – vor allem nach Ruhe – “anders” sind als bei anderen.

Hier kommt es öfter selbst in der eigenen Familie zu Unverständnis, gerade wenn man an Events bewusst nicht teilnimmt weil es einem “zu viel” ist und man sich lieber “Ruhe” oder “Familienzeit” gönnt.

Fakt ist einfach, es ist für aussenstehende schwer zu verstehen was manchmal in einem hochsensiblen vor sich geht – wir verstehen uns ja auch öfter mal selbst nicht ;). 

Also einfach immer wieder eure Bedürfnisse ansprechen, bis sie “verstanden” werden oder andere Gesprächsthemen finden :).

Aber zurück zu meinen Persönlichkeitseigenschaften als hochsensible: ich bin unendlich vielfältig interessiert und lese deshalb immer bis zu 10 Bücher auf einmal – das ist für mich normal und nicht wegzudenken, alles andere langweilt mich schnell.

Wenn ich ein Thema/Problem/Fragestellung angehe bin ich meist sehr im Detail und denke Sachverhalte eher langfristig und bis zum Ende durch.

Beruflich muss mein Aufgabengebiet vor allem vielfältige und komplexe Tätigkeiten beinhalten, gerne auch mal kurzfristig standardisiertes aber es sollte sehr abwechslungsreich sein. Ich liebe es vor allem auf Metaebene Dinge zu konzipieren, anzustossen, zu lenken zum laufen zu bringen – für die Umsetzung der Details interessiere ich mich Wiederrum nicht zwingend. Kreativität und das finden neuer Wege/Abläufe/Prozesse/Strukturen die “sinnvoll” für alle Beteiligten sind, sind für mich kraftspendend und begeistern mich als sensibler Mensch. Die Suche nach Sinn in allem was ich tue, hat generell einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben.

Des Weiteren ist Tiefsinnigkeit etwas was mein Herz höher schlagen lässt, mir Spaß macht und mich erfüllt. Small-Talk hingegen, empfinde ich als anstrenge und sinnlose Zeitverschwendung vor der ich gerne die Flucht ergreifen würde – auch wenn ich höflichkeitshalber teilweise initiiere oder daran teilhabe. Zudem ist die Frage nach Gerechtigkeit bei allen Sachverhalten für mich enorm wichtig. Ich brenne leidenschaftlich dafür und muss mich da oft sehr emotional zurück halten ;).

Im Punkto Arbeit und Beziehungen gilt für mich vor allem “Qualität vor Quantität!” – mit Tendenz zum Perfektionismus.

Da der HSP öfter “Ruhe” braucht, vor allem auch um konzentriert arbeiten zu können, ist es zwar für Teamarbeit geeignet aber braucht auch hier eine ausgewogene Balance. Ich persönlich weis stets ein eigenes Büro als Rückzugsort um “Energie zu tanken” zu schätzen. Großraumbüros sind für mich in vielerlei Hinsicht nicht erstrebenswert – es sei denn es werden genug zusätzliche räumliche Möglichkeiten geboten wie z. B. kleine Besprechung- oder Telefonräume oder Sozialflächen etc..

Aufgrund der Tatsache das ich ein extrovertierter HSP bin und es sehr mag mich tiefgründig und sinnvoll auszutauschen, mag ich es gerne mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Ich interessiere mich tief für mein Gegenüber und habe die Fähigkeit mich emphatisch total in ihn einzufühlen. Das macht es für mich oft schwer bei mir und meiner Meinung zu bleiben, da ich sehr tief in den anderen energetisch “eintauchen” kann. Trotz meinem Interesse für andere knüpfe ich eher langsam und wenige Freundschaften – die mir generell lieber sind als viele Bekannte.

Ein HSP  braucht m. E. nach für alle Lebensbereiche einen förderlichen und haltgebenden Lebensrahmen damit er sich und seine “Talente” entfalten kann. Für mich fängt das schon mit der Schaffung eines “Wohlführortes” an, der meiner ausgeprägten Ästhetik schmeichelt und wo ich mich kuschelig und geborgen fühlen kann. Die Wahl des Wohnortes und die energetische “Atmosphäre” im außen, ist für mich hierbei wichtig um meinen Sinnen Ruhe zu gönnen.

Wenn sie sich die Wohlfühlumgebung aktuell allerdings nicht auf natürlichem Weg herstellen lässt, unterstütze ich mich hier gerne mit Kopfhörern, Duftkerzen und Meditationsequipment etc..

Test: Bist auch du eine “Highly sensitive Person” nach Elaine Aron?

Finde es heraus, auf Elaine Arons’s Website gibt es einen englischen Online Test für Erwachsene und Kinder. Für eine übersetzte Deutsche Version schaut gerne bei zartbesaitet.net vorbei (basiert auf E.A. Test).

Essentielle Fokusthemen der Hochsensibiltät

Dank der Entdeckung der Neuroplastizität (Veränderbarkeit) des Gehirns in den 90-er Jahren, sind alle Lebewesen in der Lage ihren Nervenbahnen/Vernetzungen und somit die Denk- und Verhaltensweisen grundlegend zu verändern.

Um sich nachhaltig zu verändern ist die Arbeit an folgenden Fokusthemen für hochsensible sehr wichtig:

  • Selbstannahme (Mitgefühlsarbeit & Vergebung)
  • Körperwahrnehmung (Lernen Gefühle wieder bewusst zu fühlen und achtsam schrittweise zuzulassen; z. B. mit Hilfe von Körpertherapie oder „Somatic Experience“ körperliche Traumatherapieverfahren von Peter Levine)
  • Energiemanagement z. B. durch ausreichend Schlaf, Abgrenzung, Pausen, Ruhe, Achtsamkeitstraining, Bewegung, Meditation etc.

Obwohl es für mich immer noch eine Herausforderung ist als  HSP zu leben, weis ich das alles seine zwei Seiten der Medaille hat und lerne diese andere Seite immer mehr zu sehen um das “Potenzial” darin nutzen zu können.

Genau das wünsche ich euch auch: das ihr lernt Euch anzunehmen so wie ihr seit und eurer ganzheitliches Potenzial nutzt!

HSP und Trauma

Mir ist es wichtig den Begriff des “Traumata” (kommt aus dem griechischen und bedeutet simple “Verletzung”) in die Betrachtung der Hochsensibilität mit einzubeziehen – da es meines Erachtens nach mit großer Wahrscheinlichkeit zusammenhängt (wissenschaftlich noch nicht belegt).

Es gibt m. E. nach diese verschiedenen Ausprägungen von Traumata:

  • transgenerationale Traumata (historische Traumata/Vererbung – Epigenetik)
  • frühkindliche Traumata (Vorgeburtlich, Geburtlich)
  • Entwicklungstraumata (Verletztungen über lange Zeiträume in der Entwicklung z. B. Absprache der eigenen Bedürfnisse/Wahrnehmung etc.
  • Schocktraumata (Katastrophen, Unfälle, Krieg etc.)

Sowohl Menschen mit Hochsensibilität als auch mit Traumata haben gemeinsam, dass sie ein hoch erregbares Nervensystem haben, das bereits frühzeitig aktiviert wird und gewisse Zeit braucht, um bei all den zu verarbeitenden Reizen wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Betrachtet man die menschliche Evolution, wird eine hohe Erregung des Nervensystems, also eine intensivere Sinneswahrnehmung nur dann aktiviert, wenn ein Mensch ums Überleben “kämpft” bzw. es gesichert werden muss. Demnach macht es m. E. nach Sinn die These aufzustellen das hochsensible Menschen eigentlich Menschen mit Traumata sind.

Diese Traumata können bewusst oder unbewusst existieren und den Überlebensmodus in Form einer Sinnesschärfung triggern. Leider ist diese Henne/Ei Frage noch nicht wissenschaftlich geklärt – was m. E. vor allem daran liegt, dass frühkindliche und transgenerationale Traumata (über mehrere Generationen vererbt) schwer wissenschaftlich belegbar sind.


Soviel fürs erste mal zur Basis der Hochsensibilität, da sich Zensibility inhaltlich mit allen Beiträgen immer wieder darauf bezieht gibt es hier natürlich, immer im Rahmen des jeweiligen Themas, stets weiteren Input.

Ich hoffe ich konnte euch helfen Klarheit zu finden ob ihr oder eure Lieben als HSP durchs Leben gehen. Konkretere Hinweise gibt der verlinkte Test.

Von HerZen,

Silke

* Quelle – Infos zu Forschung- und Hochsensibilitätsstudien:

https://www.aurum-cordis.de/forschungsstand-hochsensibilität

Aron, Elaine N.; Aron, Arthur (1997): Sensory-processing sensitivity and its relation to introversion and emotionality. Journal of Personality and Social Psychology 73: 345–368.
Acevedo, Bianca P.; Aron, Elaine N. ; Aron, Arthur ; Sangster, Matthew-Donald ; Collins, Nancy ; Brown, Lucy L. (2014): The highly sensitive brain: an fMRI study of sensory processing sensitivity and response to others’ emotions. Brain and Behavior 4: 580–594.
Jagiellowicz J, Xu X, Aron A, Aron E, Cao G, Feng T, Weng X (2011). The trait of sensory processing sensitivity and neural responses to changes in visual scenes. Soc Cogn Affect Neurosci. 6: 38–47.

Rasante Entwicklungen…

Rasante Entwicklungen...

Irgendwie scheint die Zeit trotz offizieller Entschleunigung zu rasen.

Alles scheint sich zu verdichten- in wenig Zeit scheint viel mehr Inhalt drinzustecken ☺️.

Es fühlt sich an als ob das Tempo für persönliche Entwicklung gerade megamässig zugelegt hat und das aufwendige „Aufräum-„und „Renovierungsarbeiten“ im inneren anstehen :).

Zusammen mit all dem was noch im außen los ist, hab ich derzeit oft das Gefühl in einer Achterbahn 🎢 zu sitzen, die mich mega beschleunigt, durchschüttelt und mir am Ende des Tages schon mal schwindelig ist.

Viel Zeit ist nötig um jeden Tag eine neue innere Bestandsaufnahme zu machen, zu schauen wie es mir heute wieder geht, wo mein Weg langgehen soll und wie man da heute am „besten“ zum Tagesendziel kommt.

Im Zen spricht man im Bezug auf den  Weg der persönlichen Weiterentwicklung vom „Gedo Zen“.

Ich fand die Erläuterungen warum Menschen den Zen Weg für sich wählen vom Zen -Meister Hinnerk Polenski , in seinem aktuellen youtube Video sehr spannend. Es gibt dabei folgende Wege:

Bonpu Zen: Funktionale Orientierung z. B. sich im Beruf oder Sport zu „verbessern“ ->  Weg vieler Spitzensportler.
Gedo Zen: Personlichkeitsentwicklung entwickeln zur Herzmitte hin; 
Daisho Zen:Sehnsucht nach Sinn/Geist & Weisheit

So sinnvoll es auch für mich gerade ist der persönlichen Entwicklung nachzugeben, so anstrengend ist es aber auch (fast ein Vollzeitjob) gerade Achtsamkeit & Fürsorge an den Tag zu legen!

Ehrlich geht es euch nicht auch so, dass ihr euch gut mit eigenen oder Familienthemen 24/7 beschäftigen könntet 😉? 

Abhängig vom aktuellen Bewusstheitsgrad, den man gerade an den Tag legt, kann es schon echt viel sein alles weitere in den Tag zu quetschen…Arbeit, Haushalt, Erledigungen etc..

Was für mich am Ende des Tages deshalb das A & O ist um im energetischen Gleichgewicht zu bleiben ist die Erdung!

Gerade ist es deshalb essentiell für mich jeden Tag eine Runde in der Natur alleine zu drehen, Kaffeepausen zu machen, zu singen, zu tanzen, zu malen und Zazen & Mettameditation zu machen.  Was mich und meinen Sohn zur Zeit am nähesten an eine gemeinsame Pause bringt, ist es so richtig schon mit Knete oder Kinetischem Sand einzuquetschen…fast schon meditativ sag ich euch🧘‍♀️🤩!

Meiner Familie geht es gerade wie mir, alle scheinen viel Entwicklung zu durchlaufen. Was meine (auch sensiblen) Männer manchmal aufgrund ihrer Launen, zu einer Herausforderungen für mich macht ;).

Sie sind gerade die besten Lehrer im Punkto Abgrenzung & des Erlernens von Verantwortung an der richtiger Stelle – zwei meiner wichtigsten Themen gerade!

Im Punkto der Beziehungsgestaltung  zu meinem „inneren“ und realen Kind gilt es vor allem darum mehr Raum einzunehmen und zu geben.

Wichtige Punkte sind mir im Bezug auf mein inneres Kind: ihm mehr Raum für seine Gefühle zu geben und lernen es einfach sein zu lassen mit seinen Gefühlen. Dazu versuche ich mich erstmal körperlich in Liebe zu hüllen und dann, dass innere Kind mit seinen Gefühlen da sein zu lassen. So eine Art „Light-Version“ einer Somatic Experiencing Sitzung. Aber Vorsicht wenn ihr mit Traumatisierungen zu tun habt, besser ist hier professionelle Unterstützung zu haben.

In meiner Beziehung zu meinem „realen“ Kind gilt es genau wie beim inneren Kind möglichst viel Raum zur Entwicklung zu geben und seine Bedürfnisse so weit es mir möglich ist (abgesehen von Sicherheitsthemen/Gefahren/Respektlosigkeit) zu achten- ohne meine eigenen Bedürfnisse dabei komplett über Board zu werfen. Da bin ich nämlich auch Spezialist drin ;). Raum geben ist für mich die selbstloseste Art Liebe zu zeigen und gleichzeitig für mich auch das schwerste – da ich nie emotionalen Raum hatte und es mir lange Zeit gar nicht bewusst war wie sehr ich darunter gelitten habe. Raum schafft eine natürliche, sichere Verbundenheit und bewusstes zusammensein im Hier & Jetzt.

Aber ehrlich es geht nicht darum diesen Anspruch perfekt zu erfüllen, nein wenn es nur Ansatzweise klappt und ich trainiere bewusst zu merken wann ich total weit weg davon bin, ist es für mich schon ein Erfolg.

Last but not least ist meine größte Herausforderungen bei der aktuellen Beschleunigung gerade, mir selbst Raum zu geben für mich!

Trotz all der Themen im innen und auch im außen – die ich hier nicht thematisieren will – ist es für mich das wichtigste mitfühlend und nah an meinem Herzen zu leben – autentisch sein. Ich möchte mich nicht irgendwann fragen müssen, wessen Leben ich da eigentlich gelebt habe.

Ja wenn ich ich bin, ist das für andere unbequem oder komplizierter als es bisher mit mir war, aber warum sollten mir andere vor mir selbst gehen?

Ich habe eine Meinung , ich weiß jetzt mehr denn je wer ich bin und ich werde ab jetzt zu mir stehen – Ende der tiefen, fast schon zerfleischenden Selbstzweifel!

Klar gibt es weiterhin Schwankungen im Selbstwert – aber ich entscheide mich in letzter Instanz für Mitgefühl und Existenzberechtigung!

Von HerZen,

Silke

Werte des Jahres 2021- Wohin führt der Weg…

Werte des Jahres 2021- Wohin führt der Weg...

Normalerweise liegen im dem Gedanken an Silvester alleine für mich schon unendlich viel gefühlte Erwartungen die von meiner Seite zu erfüllen sind, so das der Tag halbwegs ok ist – als letzter Tag des Jahres sollte er das doch sein, oder ;)?!

Also unedlich viel im Vorfeld für diesen besonderen Tag zu überlegen und zu tun – Stichwort: Essen, Einkaufen, Saubermachen, Anziehen, Tagesplanung, zeitlicher Ablauf, Entertainment Highlights und nicht zuletzt die Frage wem wünscht man noch alles auf welche Weise einen „guten Rutsch“ ins neue Jahr.

Zusätzlich gilt es natürlich auch noch die ’normalen‘ Mama- und Haushaltssachen abzuarbeiten – meist seht die Frage der kindlichen spontanen Bedürfnisse dabei im Mittelpunkt.

Allein letzteres kann schon Tage dauern, wenn man nicht bewusst überlegt wer einem warum auch immer wichtig ist und letztendlich hat man sowieso wieder ein paar einfach vergessen ;().

Also wenn man sich das mal anschaut, was alles für einen ‚besonderen Tag‘ zu tun ist – kein Wunder das die eine oder andere Mama, die sich ein ähnliches Pensum wie ich auferlegt schon beim Gedanken an Silvester stönht „hoffentlich ist es bald vorbei“.

Dieses Jahr wollte ich mal ansatzweise was anderes ausprobieren und mich auf meine Werte für 2021 einzustimmen:

Werte des Jahres 2021- Wohin führt der Weg...

Auch nicht gerade wenig , was ich für 2021 angepeilt habe – was typisch für mich ist :). Mittlerweile weis ich meinen Perfektionismus zu nehmen, und schaffe es öfter mich nicht allzu sehr unter Druck setzen zu lassen, denn es muss ja noch Potenzial für die nächsten Jahre da sein. Das Leben ist ja ein einziger Lernprozess und ich denke erst mit Vollendung meines Lebenszyklus, wird es nichts mehr an Entwicklungspotenzial für mich geben.

Wie dem auch sei, aber aus der Sicht einer hochsensiblen ist es für mich auch immer wichtig „eine umfassenden Plan zu haben“ der von vorne bis hinten alle essentiellen Aspekte abdeckt :).

Um mich also gleich mal auf alle Werte (manche nennen es vielleicht auch „Ziele“ aber mir ist das wording zu leistungsfixiert und zu Business-mäßig) einzustimmen buchte ich bei meiner lieben Bekannten Maria einen Kurs zum Thema „bewusst ins neue Jahr 2021“.

Hier ging es vor allem  darum sich ganzheitlich bewusst für das neue Jahr „fit zu machen“: mentale Fitness durch Zazen Meditation, gepaart mit körperlicher Fitness durch Körperübungen aus Qi Gong & Yoga. Was mir persönlich bei Kursen immer das wichtigste ist, ist eine liebevolle, ruhige und wohltuend-ästhetische Atmosphäre – auch deshalb liebte ich den Kurs von Maria :).

Zum Glück wusste ich nicht vorab wie „körperlich“ das Programm gestaltet war, denn ich muss sagen mein innerer Schweinehund ist echt riesig geworden und hätte mir sich den einen oder anderen Grund geliefert nicht teilzunehmen.

Ich merkte bei den Körperübungen erstmal wie schwer und träge mein Körper wirklich ist und schwitzte & keuchte was das Zeug hält.

Gerade schwitzen ist für standardmäßig als unangenehm einzuordnen, da ich aufgrund von Panikattacken und Ängsten, vor allen in jüngeren Jahren, schon immer stark schwitzte. Alles was also anstrengend ist und zu schwitzen führt wird von meinem Unterbewusstsein automatisch als „ekelig“ oder „unangenehm“ eingeordnet und versucht es zu unterbinden – interessant, ist mir erst jetzt wirklich aufgefallen.

Wie gesagt manchmal ist es gut nicht allzu informiert an Dinge heranzugehen, somit konnte ich mich ohne große Gedanken ins Abenteuer stürzen und wurde mit vielem, teilweise unerwartetem und auf alle Fälle lehrreichem konfrontiert:

  1. Wie gut das Körpergefühl nach Anstrengung & Schwitzen ist -> hatte ich total vergessen wie sich Leichtigkeit für mich im Gegensatz zu Trägheit anfühlt!
  2. Das es für mich besser ist im Körper zu sein, als im Kopf -> zu viele Gedanken die mich weg von mir und ins außen bringen.
  3. Das Zazen Meditation es mir ermöglicht mich ausgiebig in meinen Körper zu versenken. Ich spüre das sich all meine Energie dann in meinem Bauch & Herz bündelt und Ruhe & Stille – eine Art von wohltuender Leere einkehrt. Diese Leere ist im Gegensatz zu dem was ich aus der Depression kenne allerdings grundsätzlich als wohltuend, entspannend und liebevoll einzuordnen. Die Entstehung eines inneren Kraftorts ist für mich unglaublich befreiend , auch wenn ich – und sicher auch sonst die wenigsten – nicht oft wirklich in tiefe Versenkung komme, tut es dennoch immer gut bei mir zu sein. Ich schaffe mir dadurch mehr inneren Raum für mich und mein „sein“, das in meinem Leben stehts zu kurz kam. Somit ist Zazen für mich die  nachhaltigste Möglichkeit mein „wahres sein“ zumindest kurzfristig zu spüren – was mir  als Anreiz um mich liebevoll zu fordern um langfristig wieder zu meinem Herzen zurück zukommen und so immer „authentisch/wahr“ sein zu können.

Dieser Kurs (3 Abende) trug ungemein dazu bei das ich an diesem Silvester bewusster war, mehr losgelassen habe, meine Bedürfnisse mehr in den Vordergrund gestellt habe und klare Grenzen gesetzt habe.

Somit war der Abend nicht nur aus Sicht meiner Werte als auch generell ein voller Erfolg.

Ich hatte mir zwar einen Zeitplan/Ablauf gemacht aber diesmal lies ich mich davon nicht verrückt machen und bereitete ruhig das Essen vor und übernahm nicht für alles die Verantwortung was sonst noch so anstand.

Es tat so gut mir mehr Raum zu nehmen für meine Bedürfnisse und auch den anderen mehr Raum zu geben für sich. Wir waren alle merklich entspannter und die Atmosphäre war locker so das wir endlich mal wieder entdecken konnten wie wichtig es ist einfach nur unserer wahren Natur zu folgen und einfach mal wieder, mit unserem Kind wie spaßig und frei wie Kinder zu sein.

Als Eltern habe ich ja echt immer gefühlt von außen den Anspruch möglichst „erwachsen“ zu wirken, was nicht meiner Natur entspricht. Denn solange es nicht um die Gefährdung der Sicherheit, Gesundheit oder um Respektlosigkeit geht möchte ich einfach auch nur mal „sein“ und mich ausprobieren, so wie mein Kind!

Es nervt mich so oft, das viele denken „Eltern sein“ = „spießiger Spielverderber der allen Schmarn und Spaß gleich im Keim ersticken lässt und immer gleich auf Gefahren hinweißt“. Ich verbog mich viel zu oft, damit ist jetzt für mich auch Schluss – s. Werte „Bedürfnissorientierte“ Erziehung. Mein Kind soll einfach freier sein dürfen und ich auch! Denke wenn Mama entspannt ist, ist das generell schon „3/4 der Miete“!

Mich würde interessieren wie euer Silvester so war und welche „Werte“ ihr zur Ausrichtung eures Lebens auf 2021 ins Augen gefasst habt? Habt ihr auch schon Ideen wie ihr diese Werte aktiv leben könnt?

Danke euch für‘s beherzte Teilen im Kommentar vorab 💕✨💕!

Von HerZen💖,

Silke

Wer nicht passt, wird passend gemacht…

Wer nicht passt, wird passend gemacht...

Das die mentale Gesundheit Erwachsener heutzutage mit all den Belastungen des aktuellen Alltags kein Zuckerschlecken ist ja klar – insbesondere in Corona-Zeiten.

Was für mich allerdings neu & erschreckend war sind die Zahlen zur psychischen Gesundheit aus dem Kinder- und Jugendreport der DAK Bayern von 2019. Hier fand ich folgende Zahlen:

– 2 % der in Bayern bei der DAK versicherten Jungen und Mädchen zwischen zehn und 17 Jahren litten 2017 an einer diagnostizierten Depression -> ca. 17000 von 107.000 Kindern & Jugendlichen in Bayern -> jedes vierte Schulkind in Bayern war betroffen!

– Erschreckende 35 % der von der DAK untersuchten Altersgruppe der 5-9jährigen musste aufgrund einer psychischen Erkrankung behandelt werden. besonders hoch – er liegt bei 35 Prozent. Aufgeführten häufigsten Symptome sind:

1. Entwicklungsstörungen insbesondere im Bereich der Sprachentfaltung.

2. Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) zählt.

Diese Zahlen, die sich seither sicher nicht verbessert haben, finde ich höchstgradig alarmierend und ein Thema das noch mehr tabuisiert wird als die Erkrankung von Erwachsenen.

Eine Frage geht mir dabei durch den Kopf: wenn die Kinder die Zukunft unserer Gesellschaft sind, wie sieht diese dann im Hinblick auf diese Zahlen aus?

Unsere Leistungsgesellschaft die feste Normen & Werte vorgibt, bringt mich zudem dazu in Frage zu stellen ob wir Menschen eigentlich noch bei klarem Verstand sind: die Schönheit des Individuellen und besonderen zu einem zähen grauen Einheitsbrei verkochen zu lassen?

Das ist nicht nur schade, sondern langfristig auch Selbstzerstörung unserer Spezies.

Aber jetzt mal von der Horrorversion zurück in die Gegenwart wo Kinder bereits im Kindergarten unter dem Druck stehen mit 3/4/5/6 Jahren bestimmte Sachen können zu müssen – weil das irgendwo so geschrieben steht. Wenn sie es nicht können stempelt sie das Erziehungssystem schon frühzeitig als „nicht ausreichend“ ab. Klar versteht man, dass es Richtwerte benötigt um körperliche & mentalen Entwicklungsbedarf zu erkennen, zumindest von ärztlicher Seite, aber von der Pädagogik hätte ich mir mehr erwartet.

Es sollte nicht schwer sein zu sehen das diese süßen, natürlichen Wesen alles Potenzial der Welt besitzen! Nur daran sollten sie gemessen werden – nicht an vermeintlichen „Schwächen“, die nicht real sind. Hallo schon vergessen, jeder von uns Menschen ist einzigartig und keine „Standardware“.

Haben wir vergessen das wir Menschen sind und keine Maschinen?

Es ist eine Sache wenn wir Erwachsenen an in diesen „falschen“ Maßstäben beurteilt werden aber es ist widerlich ein System zu haben das allen unseren einzigartigen, vollkommen Kindern „besondere Bedürfnisse“ attestiert und das ist in dem Fall nicht positiv gemeint. Jeder Mensch hat doch andere besondere Bedürfnisse!

Ihr merkt das Thema ist für mich sehr emotional, denke jeder Elternteil kann das verstehen.

Wir wollen alle glückliche individuelle Kinder und das kann meiner Meinung nach nur funktionieren wenn die „Gesellschaft“ und das „Erziehungssystem“ endlich mal den Rand hält und sich nicht darüber ausläßt was richtig ist oder falsch!

Mal abgesehen von diesen verkorksten kindlichen „Mindest- Entwicklungsstandards“ machen wir es uns und unseren Kids auch gegenseitig nicht leicht, aufgrund der Bewertung unterschiedlicher Erziehungsstiele.

Es ist doch so, Erziehung ist immer auch geprägt von den eigenen Werte und Erfahrungen aus seinem persönlichen Gepäck.

Trotz dieser Tatsache scheint die Gesellschaft doch immer irgendwie die Erwartungshaltung zu haben in die Erziehung eines jeden Kindes reinreden zu müssen.

Das ist es was das Mutter sein, so häufig echt anstrengend macht, doch komischerweise kann ich mich nie richtig frei machen von der Meinung anderer. Was es uns Eltern jedoch am schwersten macht ist die harte Ansage/Denke vieler Menschen, dass wir Eltern einzig und alleine „schuld“ sind am Verhalten unserer Kinder. Wenn sie also „Mist bauen“ bzw. nicht gesellschaftskonform handeln, haben wir in der Erziehung versagt und sind somit „schuldig“!

Harter Tobak, wie ich finde!

Klar bin ich als Elternteil verantwortlich dafür was man Kind tut aber sorry, es ist noch in der Lernphase und kann vieles noch gar nicht durchblicken. Somit trifft weder das Kleinkind „schuld“ wenn es sich „anders“ oder auch mal daneben benimmt (sage nicht das es ok ist jemand anderen zu hauen oder zu schubsen!) noch die Eltern. In unserer Gesellschaft ist wohl gar nicht mehr bekannt das man nur aus „Fehlern“ lernen kann, ohne diese würden wir auf dem Stand eines Babies stehen bleiben und uns nicht weiterentwickeln.

Fazit ist für mich das aufgrund dieser „Schuldigsprechung“ von Eltern bei jeglichem Fehlverhalten von Kinders als auch aufgrund dieser überholten „Auflagen“ wie ein Kind in welchem Alter zu sein hat, tut mir oft im Herzen weh mein Kind in der heutigen Zeit fremdbetreuen lassen zu müssen.

Wenn man mal sieht was das auf die unmittelbare Zukunft des Kindes für Auswirkungen haben kann, gerade wo die ersten 5-6 Lebensjahr so prägend im Bezug auf Selbstwert und Persönlichkeit und Bindung sind – erfordert es echt viel Vertrauen in die Kinderbetreuung und die Hoffnung das die Qualität der Betreuung langfristig landesweit besser wird.

Es stellt sich die Frage: wann gibt es wieder ausreichend Personal in den Kindergärten um unseren Kindern die Betreuung zu ermöglichen die sie als Individuum brauchen?

Unsere ganze Gesellschaft besteht ja auf dem Grundsatz des Funktionierens, aber warum sieht niemand ein das wir keine Tiere sind? Tierbabies werden nämlich bereits „reif“ geboren und bedürfen keiner Entwicklung! Der Mensch braucht hierzu viel Zeit und Liebe!

Ich wünsche mir für unsere Kinder ein System das wenigstens Verständnis & Offenheit für ihre Bedürfnisse bietet und sie anerkennt. Zudem wäre ein Fokus-Shift in der Pädagogik von „was ein Kind nicht kann“ zu „was ein Kind noch mit entsprechender Unterstützung lernen darf“ wichtig.

Ich möchte das mein gefühltsstarkes und sensibles Kind (dass mich oft in Liebe und Stolz zu ihm vergehen, aber auch in inneren Konflikten & Herausforderungen schwelgen lässt) das Gefühl hat einen Platz in dieser Welt zu haben!
Zudem bekommen Kinder heutzutage wenn sie das „Fremd-Erziehungsystem“ durchlaufen, nicht nur den Stempel „falsch“ zu sein aufgedrückt, sondern auch viel zu oft gleich eine „Diagnose“ wie z. B. ADHS oder dergleichen angehängt.

Ehrlich gesagt warte ich nur auf den Tag an dem mir die Diagnose das erste mal an den Kopf geknallt wird. Gut ist, ich habe aus eigener Erfahrungen gelernt das eine „Diagnose“ auch erstmal nur ein Wort und eine subjektive Bewertung durch eine Person ist – kein unabwendbares Schicksal dem man sich unterwerfen muss.

Dennoch ist es für jede Mutter erstmal ein Schlag ins Gesicht, das ihr lebendiges kreatives Kind das noch in der Entwicklung ist, gleich einen krassen Stempel aufgedrückt bekommt.
Schon alleine wenn ich darüber schreibe merke ich wie es mir als Mutter und meinem inneren Kind gleichermaßen weh tut!

An dieser Stelle ist es für mich wichtig an meinem inneren Kind und mit meinem Inneren Kritiker zu arbeiten, damit ich im Gleichgewicht bleibe und mein Kind wenig von der Sache mitbekommt. Die Entwicklung meiner Persönlichkeit in letzter Zeit ich wirklich 1:1 geknüpft an die Entwicklung meines Sohnes und seine Lernaufgaben, das Leben ist schon spannend.

Um zurück zum Thema zu kommen, es ist wichtig für uns Eltern immer daran zu denken uns vor Augen zu halten, sobald die Gesellschaft versucht unsere Kinder „funktionsfähig“ zu machen: unsere Kinder sind noch „unreif“ und können erst durch unserer Hilfe einen guten Umgang mit anderen Menschen lernen. Also lasst uns versuchen ihnen ein gutes Beispiel zu sein.

Es ist schon auch spannend das das Leben einem doch immer wieder zufällig
genau an den „richtigen“ Lernaufgaben stellt, bei mir sind das im Bezug auf mein inneres & reales Kind: Bedingungslosigkeit, Geduld, Bedürfnisse & Grenzen erkennen und setzen.

Als Rahmenbedingungen für bewusste Erziehung meines realen & inneren Kindes dienen mir folgende Eckpunkte:

1) Wir können nur bis zu einem gewissen Grad Einfluss auf das momentane Verhalten unseres Kindes nehmen; (entweder wir sehen Fehlverhalten kommen und verhindern es von Grund auf, was nicht gut für die Entwicklung ist; oder wir helfen dem Kind Fehlverhalten im Nachhinein „richtig“ zu stellen).

2) Unser Kind ist noch „unreif“ und darf vieles erst noch lernen!

3) Ein bewusster Umgang auch mit unserer Entwicklung & innerem Kindes ist wichtig, für unsere Beziehungen zu unserem Kind.

Neben diesem Rahmen sind für mich die Inhaltlichen Grundsätze meiner Erziehung, welche mir die Orientierung verschaffen um nicht öfters in Selbstzweifeln zu ertrinken, folgende:

1. Ich möchte das mein Kind eine Persönlichkeit voller Selbstvertrauen und der Kenntnis um seine Bedürfnisse entwickeln kann. Was für ihn bedeutet, dass er auch Dinge probieren kann, die gesellschaftlich nicht wirklich befürwortet werden z. B. beim Basteln mit mehr Farbe & Glitter arbeiten auch wenn das der Sauberkeit nicht zuträglich ist oder sich im dreckigen Laub wälzen. Alles Sachen die keine Gefahr für ihn oder andere darstellen, außer vielleicht mehr Arbeit für mich und Unverständnis im außen zur Folge haben.

2. Grenzen sind für mich „richtig“ gesetzt wo es respektlos/gefährlich/schmerzhaft für das Kind oder andere wird- was bedeutet das es auch mal etwas wilder oder lauter werden kann bei uns ;).

Per Definition beschreiben diese Grundsätze der Erziehung wohl das, was man allgemein unter „bedürfnisorientierter“ Erziehung aus aktuellen Berichten kennt.


Persönlich darf ich mich mit einen „gefühlsstarken“ und „hochsensiblen“ Kind beschäftigen dessen Entwicklung mir gerade viel Umdenken und Entwicklungsarbeit ermöglicht. Das empfinde ich grundlegend langfristig als positiv, kurzfristig ist es für mich aber auch echt sehr anspruchsvolle zeitintensive stressige Arbeit an mir selbst – die ich oft unterschätze…denke damit bin ich nicht allein 😉!


Für mich bedeutet der Umgang mit einem sensiblen und tief fühlenden Kind, wie ich es wohl auch mal war, dass ich es vor allem damit zu tun habe…

(Disclaimer: Einstufung der Bewertung beruht auf mir antrainierten gesellschaftlichen Verhaltensweisen und zum Teil neu erlernten 🙏🏻– also nicht alle so bierernst nehmen, denn ich stehe für die „Andersartigkeit“ 😉!)

ProCon
Sensible/Feinfühlig Enorme Gefühlstiefe
Stark ausgeprägte Sinneswahrnehmungen Starke Empfindsamkeit, schnell Überreizung speziell bei: Geräuschen, Spüren, Schmecken, Lichtreflexe
LebendigkeitSehr körperlich/Lautstark/ Grenztester
Kreativität / Liebe zum DetailPerfektionismus beim gestalten
WortgewandtheitPerfektionismus bei Aussprache 
Ausgeprägte Neugier/WissensdurstSchnell gelangweilt/gefrustet 
Ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl Impulsivität/Unberechenbares handeln

Ich finde es für mich wichtig in diesem Blog mal schwarz auf weiß aufgeschrieben zu haben wie ich mein Kind erziehen will – zur Orientierung in der Erziehung und für die persönliche Weiterentwicklung.

Zudem hoffe ich, dass es auch dir helfen kann deine Linie in Erziehung- und innerer Kind-Arbeit zu finden, um deinem Kind besser zur Seite zu stehen wenn es mal wieder zu wenig „funktionsfähig“ in den Augen der Gesellschaft ist.


Zum Schluss noch ein Schulterklopfen an alle Mamas da draußen, inklusive meine, die täglich ihr bestes geben auch wenn die Umstände nicht immer rosig sind!Wir leisten großartiges und das mindeste, das wir dafür verdient haben ist unser Mitgefühl 💐 💖!


Von HerZen,

Silke

Zeit für Wandel..

Zeit für Wandel..

Häufig hab ich in letzter Zeit den Ausdruck „es liegt etwas in der Luft“ verwendet, manchmal fühlt es sich an als ob diese „etwas“ sogar fast greifbar wäre.

Die Erde hat sich in den letzten Jahrhunderten immer wieder grundlegend verändert, genau wie der Mensch – unsere Haut schafft es sogar sich in einem Monat komplett rundzuerneuern.

Die Evolution in ein unaufhaltsamer Veränderungsprozess, dem auch wir unser Leben zu verdanken haben. Gerade eben spüre ich ganz deutlich wie sich die Energien um uns herum als auch das menschliche Bewusstsein sich enorm verändert – auch ganz normal.

Wenn ich wissenschaftlich unterwegs wäre und Möglichkeiten hätte es zu untersuchen würde ich eine Studie machen, die sicher belegen könnte das dies auch nicht unwesentlich mit der Weiterentwicklung unserer Gehirne zu tun hat. Evolution eben!

Da ich aber auch ein spiritueller hellfühlender Mensch bin, der an die Quantenphysik glaubt denke ich auch das vieles von einer Energieveränderung in oder um die Erde ausgeht.

Wie dem auch sei – der Grund ist nicht belegbar aber für mich definitiv spürbar. In den letzten Jahren ist bei so vielen Menschen so viel Neues forderndes/förderndes passiert, das kann für mich kein Zufall sein.

Bei mir jedenfalls war der Wandel ab 2016 spürbar und Anfang 2019 ging es für mich dann gefühlt richtig los. Zusätzlich habe ich noch eine „Wingwave“ Sitzung gehabt, die mir zwar sehr half traumatische Erbmasse meiner Familie abzulegen aber auch einiges bewege so das ich über kurz oder lang in einer handfesten Krise landete. Im Nachhinein betrachtet durchaus zielführend & positiv für meine Weiterentwicklung aber wenn man drinsteckt wird alles einfach nur so unendlich düster und angstvoll.

Doch jede Phase geht vorbei, als Mutter ist das übrigens auch mein lieblingsmotitationsspruch „ ach ja, die Phase xy die geht bald vorbei“…falls die Mütter unter euch wissen was ich meine 😏.

Dieses Jahr nahmen die energetischen Veränderungen und die Bewusstwerdung dann nochmal ganz schon an Fahrt auf so das ich mich auch Anfang 2020 nach langem Ringen für die „Rise up & Shine Uni“ by Laura Malina Seileranmeldete, zusätzlich zur herkömmlichen Therapie konnte mich diese super dabei unterstützen der Veränderung endlich ins Gesicht zu sehen, sie beim Namen zu nennen und aktiv an meiner negativen Glaubenswelt zu arbeiten.

Es war echt harte Arbeit für mich, dahin zuschauen wo es weh tut, Gefühle zu entdecken, Gefühle zu fühlen und Glaubenssätze aufzulösen. Unendlichen Dank an Laura für diesen Kurs und die Chance mit Veränderungen lernen besser umzugehen.

Veränderungen aktiv zu suchen und anzugehen war schon immer ein Teil meines Lebens, aber so groß und so umfängliche Dinge anzugehen das ist schon ein anderes Level das ich nur höchst ungern freiwillig angehe, bisher zwang mich meist das Leben dazu.

Was soll ich sagen, seither hat sich meine Bewusstheit enorm erhöht, ich sehe meine Schatten- und meine Licht-Anteile jetzt und kann deshalb besser nach Lösungen suchen um mich ins Gleichgewicht zu bringen.

Der zweite wichtige Entwicklungensschritt dieses Jahr ging für mich in Richtung Zen-Buddismus. Die YouTube Channel von Thich Nath Hahns Plum Village (Zen Mönch) und dem Daishin-Zen Kloster von Hinnerk Polenskiwaren mir gerade in Corona Zeiten wichtige Anlaufstellen für den täglichen Weg zurück zu mir/in mein Herz/in meine Mitte.

Aktuell, da ich mein Herzensprojekt angegangen bin und mir“Zensibility“(Blog & Podcast) im Ansatz aufgebaut habe steht die nächste Veränderung an die mich sowohl erfreut als auch beängstigt: der Weg zur Selbstakzeptanz um mein Licht leuchten zu lassen.Ziemlich viel gerade für mich das Schwanken zwischen der Freude, Versagensangst und damit verbundenen Scham.

Aber ich sage mir es ist allemal besser etwas versucht zu haben und daran gescheitert zu sein, als es nie versucht zu haben! Letzteres würde ich spätestens auf meinem Sterbebett bereuen!

Ich versuche mein Ego nicht die Oberhand bekommen zu lassen, denn für mich soll es bei Zensibility nicht um die Anzahl der Likes/Follower etc. gehen sondern darum das Leben von euch & mir liebevoller zu machen – so wie es eigentlich in der Realität von der Natur vorgesehen ist!

Ach wenn es „nur“ mir gut tut schöne Bilder zu gestalten und liebevolle Texte zu schreiben, die keiner liest – so sei es…insofern kann es also gar kein wirkliches „Versagen“ meinerseits werden- solange ich mir die Freude & Liebe nicht von der Angst kaputt machen lasse.

Ich bin mir sicher auch ihr spürt die Qualität dieser Zeit und erhöhte Bewusstsein auf die eine oder andere Weise und wahrscheinlich hat auch euer Leben gerade nicht „nur“aufgrund von Corona seine Herausforderungen. Lieg ich da richtig? Nun, die Zeit ist reif und wir sitzen im selben Boot. Wollen wir sie zusammen angehen die Veränderungen?

Gerne würde ich dazu von euch lesen, hier in den Kommentaren oder auf Instragramm (@zensibility_20)❤️.

Sorgt dabei gut für euch und findet das passende Tempo und Methoden& Impulse die euch dabei unterstützen! Ich drücke euch die ✊🏻.

Von 💖,

Silke

Gedanken zur Authentizität

Authentizität ist ein großes Wort, das mir immer wieder über den Weg läuft sobald es darum geht was ich mir für mich wünsche und was mir helfen kann um mehr in mir zu ruhen.

Gedanken zur Authentizität

Erst heute bin ich wieder in einem Podcast darüber gestolpert, komischerweise in einem Erziehungsratgeber zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation“.

Na ja, so komisch ist das wenn ich darüber nachdenke gar nicht, denn gerade wenn man erzieht sollte man sich „zwangläufig“ mit sich und seiner eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen um dem Kind die eigenen Werte, gesunde Glaubenssätze und Selbstbewert mit auf den Weg zu geben.

Die Frage die mir hier gestellt wurde, war: „ Was würdest du deinem Kind mitgeben wenn du ihm eine Sache mit auf seinen Weg geben könntest?“ Da schoss es mir wieder durch den Kopf – das Wort „Authentizität“!

Anscheinend ist es jetzt an der Zeit sich mal mit dem Begriff und all dem was er für mich bedeutet, auseinander zu setzen. Wichtig sind mir hierbei folgende Fragestellungen:

– Wie definiere ich diesen Begriff für mich?

– Wie fühlt es sich an authentisch zu sein? Vs. Wie fühlt es sich an nicht authentisch zu sein?

– Warum bin ich nicht „authentisch“? War ich es jemals?

– Was bringt mir Authentizität für mein Leben ? Vs. Was ist wenn ich nie autentisch werde, wie sieht mein Leben dann aus? Gibt es nur „volle Authentizität“ oder auch „ein bisschen authentisch“ ?

Wie lautet also meine Definition des Begriffs der „Autentizität“ – puh…es erscheint mir so groß und wichtig dieses Wort, dabei komme ich mir selbst weitaus weniger wichtig und klein vor. Also liegt wohl genau hier mein Ansatzpunkt: das Wort steht dafür mich selbst wichtig zu nehmen – sprich für meinen eigenen Selbstwert. Bin ich authentisch, nehme ich mich selbst mindestens genauso wichtig wie das Wort ;).

Wenn ich mich wichtig nehme, dann nehme ich mir Zeit wahrzunehmen was ich spüre, fühle, denke und leite daraus mein ZUGRUNDELIEGENS Bedürfnis ab.

Hört sich so auf den Punkt gebracht eigentlich ganz leicht an – vielleicht liegt es ja an meinem alter Glaubenssatz der besagt: „ puh….das ist harte Arbeit für mich das zu erreichen“- aber irgendwie ist es mit einem Kopf voller Gedanken echt nicht wirklich einfach da überhaupt was zu erkennen. Demzufolge könnt ihr mir glauben, es ist’s ein Lernprozess der geübt werden will.

Es ist für mich also wichtig um überhaupt authentisch sein zu können das ich in Ruhe bei mir ankomme (Fokus meiner Energie auf mich & meinen Körper), Gedanken filtere/sortiere und daraus letztendlich meine Bedürfnisse erkennen kann.

Auch wie ich dann mit den Bedürfnissen umgehe gehört für mich zum „authentisch“ sein Dazu.
das wahrgenommene „Bedürfnis“Darf anschliessend aus meiner Sicht daraufhin überprüft werden Ob es wirklich Ein Herzensbedürfnis ist oder ein „Fake-Bedürfnis“- dahinter Steckt?

Wahrscheinlich fragt ihr euch jetzt: wie erkennt man den Unterschied?

Vielleicht hilft ein Beispiel es zu erklären, nehmen wir an ich spreche eine Einladung an Bekannte zum Café bei uns zuhause aus.

Ist es mir ein Herzensbedürfnis fühlt es sich warm, befreiend an und es lässt mich voller Vorfreude tanzen.

Es handelt sich um ein „Fake-Bedürfniss“ wenn ich die Einladung zum Beispiel nur ausspreche um die Erwartung von Menschen zu erfüllen aus Angst sie zu verlieren oder verärgern. Hier fühle ich keine wirkliche Freude, fühlt sich eher wie eine „erfüllte Aufgabe auf meiner To-Do Liste an“… kurzfristig vielleicht befriedigend aber nicht langfristig erfüllend.

Eigentlich theoretisch eine gute Erklärung, ich hoffe ich kann die Unterscheidung beim nächsten Mal selbst, auch noch mit dem Kopf in den Wolken, bei mir anwenden :). Also eines sei damit noch gesagt, auch wenn ich jetzt so allwissend daherrede, bin ich auch ein Mensch der die Theorie vor lauter Praxis oftmals aus den Augen verliert ;).

Ok, nehmen wir an wir haben jetzt unser Herzensbedürfnis identifiziert dann ist es zudem noch wichtig das Bedürfnis benennen und artikulieren zu können um authentisch zu sein.

Zusammengefasst ist also die Antwort auf die Frage was ist für mich die Definition von:

„Authentizität“ bedeutet in meiner Welt:

mich wichtig zu nehmen und mich zu spüren um so mein Herzensbedürfnis entdecken und artikulieren zu können.

Ausgehend von der Definition, war ich jemals authentisch? Ich denke ja, als Kind. Wenn man ein Kind ist ist man ein unbeschriebenes Blatt, frei von negativen Glaubenssätzen und anerzogenen Erwartungshaltungen, die einen dazu veranlassen können irgendwann nicht mehr authentisch zu sein.

Was ist es also was unsere „Authentizität“ beeinflusst?

Meiner Erkenntnis nach sind die Erziehung, indoktrinierte Glaubenssätze, anerzogene (gesellschaftliche) Erwartungshaltungen und eigene Erfahrungen die Basis für Schwankungen bzw. Veränderungen in der eigenen Authentizität.

Das wesentlichste Element das meine Authentizität beeinflusst hat waren Erwartungshaltungen. Es fällt mir deshalb heute noch immer nicht „ganz leicht“ zu spüren was sind meine Bedürfnisse sind und diese von Fake-Bedürfnisse aufgrund von Erwartungen/Gefühlen zu unterscheiden.

Da ich ein Perfektionist bin stellt sich für mich im Hinblick auf „Authentizität“ auch sofort die Frage nach dem Grad der Authentizität der als erstrebenswert gilt.

Kann man immer total authentisch sein oder ist man mal mehr mal weniger authentisch, je nach Tagesstimmung? Ich glaub alles was zu extrem in eine Richtung geht ist weder vom Erfinder gewollt, noch ist es gut für uns Menschen!

Also versuche ich mal wieder meinen Perfektionismus im Zaum zu halten 😉 und meine Tagesform im Hinblick Authentizität zu akzeptieren so wie sie ist. Da „Akzeptanz“ auch einer meiner größten Lernprozesse im Leben ist wird es somit nicht langweilig.

Last-but-Not-least lande ich bei meinen Gedankengängen zur Authentizität bei der Frage was ich mir eigentlich von mehr „Authentizität“ für mein Leben verspreche und was passiert wenn ich es nicht erreiche?

Das Gefühl das Authentizität in mir auslöst, habe ich ja oben kurz angesprochen, auf den Punkt gebracht ist es: innere Freiheit, Ruhe, Balance, wohltuende Leere.

Wenn ich authentisch bin, bin ich im Einklang mit mir selbst und folge meinem Herzen. Da ich zudem ein großer Fan der Quantenphysik bin und in „Energien“ denke, drücke ich es mal so aus: meine Energie ist wenn ich authentisch bin im Fluss und verbindet mich mit allen Lebewesen, der Erde und allem was Energie „ist“.

Eines der besten Instrumente für mich um Authentizität vor allem im Rahmen der Kommunikation aktiv zu leben ist der Ansatz der bedürfnis-orientierten Kommunikation – auch „gewaltfreie Kommunikation“ (nach Marshall Rosenberg) genannt. Einer der besten Podcasts zu dem Thema, besonders wenn es um Erziehung und die damit verbundene eigene Persönlichkeitsentwicklung geht, ist „ Familie verstehen; Das ABC der gewaltfreien Kommunikation“ von Coach Kathy Weber. Ich bin immer wieder begeistert wie sie es schafft Bedürfnisse hinter manch nervigen Verhaltensweisen von Erwachsenen und/oder Kindern zu entlarven und Tipps gibt diese bedürfnisorientiert an das Gegenüber zu adressieren. Echt geniale Arbeit die Kathy da leistet, dickes Danke von mir dafür!

Ich finde es echt spannend was da manchmal aus mir raussprudelt, wenn ich mich an meinen Blog setzte. Mir hat es mehr Klarheit und Orientierung für den weiteren Weg gebracht und ich hoffe das vielleicht der eine oder andere Impuls/Denkanstoß für euch dabei war.

Ich lasse es jetzt erst mal auf mich wirken und leg mich aufs Ohr!

Von Herzen,

Silke

Meine Meinung ist mir wichtiger als die anderer…

Meine Meinung ist mir wichtiger als die anderer...

Moment mal – Stopp!

Irgendwie fühlt sich das, was mein Gegenüber gerade sagt plötzlich komisch für mich an. 

Meine innere Stimme schreit sofort ganz entrüstet: „Bring sofort deine Meinung und dein Bedürfnis zum Ausdruck, das kann ja echt nicht wahr sein!“

Aber irgendwie scheint mir mal wieder die Angst vor Gesichts- oder „Freundschaftsverlust“ im Weg zu stehen.

Gerade noch waren wir bei dem Thema auf der selben Wellenlänge, zogen am selben Strang, und dann im nächsten Augenblick verändert sich die Atmosphäre und die Reaktion plus Meinung des Gegenüber werden anders.

Was ist da gerade passiert?

Ich sehe das bei meinem Gegenüber ganz plötzlich eine emotionale Wende stattgefunden hat – ein Trigger für ein altes Verhaltensmuster wurde aktiviert. Was dazu führte, dass eine gravierenden Veränderung der Situation, als auch für meine Gefühlslage eingetreten ist.

In einem Moment ist da Harmonie, ja sogar Verbundenheit bei einem Thema, und in nächsten ist ein Cut/Trennung/Neid/Angst. Die Reaktion des anderen führt dazu, dass ich mich extrem unwohl fühle. Natürlich geht es hier nicht um Schuldzuweisungen! Nein, diese Gedanken dienen mir lediglich zur objektiven Standortbestimmung.

Meine erste Reaktion an Tagen an denen ich schlecht drauf bin, ist mir die Schuld daran zu geben, dass es sich ein Gespräch nicht mehr gut anfühlt.
Aber heute ist nicht einer dieser Tage – ich bin ganz bewusst bei mir und meinen Gefühlen. So nehme ich war, dass nichts davon mit mir, sondern alles mit dem Gegenüber zu tun hat.

Ich möchte am liebsten einen ablehnenden Gesichtsausdruck aufsetzen, mich abwenden und weggehen.

Aber wie immer bin ich viel zu höflich um dies zu tun.

Ich erkenne mein Bedürfnis aN, dass es mich wütend macht das man so mit mir umgeht.

Also entscheide ich mich, erstmal tief durchzuatmen, kurz was zu trinken und die Emotion runter kommen zu lassen. Es fühlt sich immernoch nach einer guten Idee an klar, respektvoll und objektiv meine Meinung zu sagen.

Also treffe ich heute endlich mal die bewusste Entscheidung für mich und bringe mein „Unmut“ mit Bitte um Korrektur zum Ausdruck.

Es war eine Entscheidung für mich und meinen Selbstwert und in diesem Fall war ich echt happy das mein Mut belohnt wurde und Gehör und Verständnis erfuhr.

Das ist doch Das was wiR uns alle in unseren Beziehungen mit anderen wünschen, gehört und gesehen zu werden und bestenfalls verstanden zu werden.

Es tat gut, dass mein Mut sofort belohnt wurde. Es hilft ungemein auf solche positiven Beispiele zurückgreifen zu können, wenn man wieder zu der Frage kommt: bin ich, ich und sage was mir wichtig ist oder halte ich den Mund um den Frieden nicht zu gefährden?!

Wenn ich eineS im Leben gelernt habe, dann ist das, daSs Angst nie ein guter Ratgeber ist und man am besten den steinigeren Pfad wählt um zum erfüllenden Ergebnis zu kommen :)!

Meist lässt die nächste Gelegenheit seinen Mut zu eigenen Bedürfnissen zu stehen nicht lange auf sich warten, wenn auch dieses Mal das Ergebnis offensichtlich weniger befriedigend für mich war.

Ich hatte einer guten Bekannten, um nicht zu sagen Freundin, von der Sache erzählt, in einem Anflug von Wut.

Zunächst zeigte sie Verständnis und versuchte mich liebevoll mit guten Ratschlägen zu beruhigen. Sie meinte, das sie an der Stelle auch nie gehört worden wäre und sie glaube das es wenig Sinn macht hier Gefühle zum Ausdruck zu bringen.

Als sie aber später erfuhr das ich meinem Bedürfnis gefolgt war und der Person mitgeteilt hatte, wie mich ihr Verhalten hatte fühlen lassen und damit sogar sofort gehört wurde, schlug ihr Verständnis in etwas um das sich wie Neid anfühlte.

Sie brachte es zum Ausdruck indem sie meine Intention und mein Bedürfnis ins lächerliche zog, wahrscheinlich weil sie es nicht gewagt hatte ihrem Ärger in der Vergangenheit auf ähnliche Art Luft zu machen.

Es wird mir immer ein Rätsel bleiben warum Menschen sich über andere lächerlich machen, ich finde es respektlos ein ehrliches Bedürfnis des Gegenüber ins lächerliche zu ziehen.

Es zeigt meist ganz klar wo die Wunden dieses Menschen liegen. Als ich das erkannte, spürte ich keine Wut mehr für diesen Menschen, der mir sowieso am Herzen liegt, sondern Mitgefühl.

Mitgefühl dafür das auch er unter der selben Sache wie ich gelitten hat und das noch immer noch tut!

Im Nachhinein betrachtet finde ich es enorm wohltuend das sich Wut in Mitgefühl verwandeln kann. Von einer Emotion die sich innerlich nach Trennung zum Gegenüber anfühlt, zu einer Emotion die zu einer Einheit bzw. Verbundenheit miteinander führt!

Unglaublich was Mitgefühl mit anderen, und sich selbst zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden beitragen kann.

Einmal mehr nehme ich mir also vor: liebevoll mit mir zu sein und zukünftig meine Bedürfnisse öfter für mich in den Vordergrund zu stellen und für mich einzutreten – bevor ich mir die Frage stelle was andere darüber denken oder wie sie reagieren könnten.

Die Reaktionen anderer auf Gesagtes, beruhen nämlich meist auf deren Gefühlen (getriggert durch ihre Vergangenheit) und haben weniger mit meiner Meinung oder mir zu tun!

Eines noch zum Abschluss das ich uns allen wünsche: mehr Mitgefühl & SOLIDARITÄT Im umgang miteinander- gerade unter Frauen und/oder Müttern!
Wir sitzen doch alle im selben Boot und wollen alle „nur“ gesehen, gehört und verstanden werden!

Wie sagt man so schön: we are in this together!

Von Herzen,

Silke

Nachtrag: manchmal ist es wohl auch gut erstmal runterzukommen darüber zu schlafen und mit Freunden zu reden 😬 bevor man sich in einem Blog damit auseinandersetzt 😉🤐🤭🤪! Hätte ich mir wohl auch einiges an Energie gespart. Denn im Endeffekt war es wohl lediglich ein Missverständnis und nach näherer Betrachtung wohl nicht dazu gedacht um sich über mich „lustig zu machen“. Living & learning! Mea culpa 💕🌺😘!!!!

Nichts desto Trotz hat es mir viel gebracht Dinge von allen Seiten zu beleuchten und auch mal wieder „Fehler“ zu machen und mich weiterzuentwickeln🥰.

Im Chaos den Sinn finden…

Im Chaos den Sinn finden...

Seit ich meinen beruflichen Wiedereinstieg gestartet hatte, lief der Alltag wieder gefühlt in einigermaßen „geordneten Bahnen“. Das „normale“ Leben hatte mich wieder! Die Phase meiner Depression lag hinter mir, was mich gedanklich weitaus weniger schuldig fühlen lies, da ich ja wieder meinen Beitrag zur Familienkasse & Gesellschaft leistete.

Der Morgen verlief für mich erstmals seit langem ruhig, da ich das Privileg hatte heute noch liegen bleiben zu dürfen während mein Mann unseren Sohn zurecht machte, um ihn in den Kindergarten zu bringen.

Yeah…das Leben war auf meiner Seite – was konnte da noch schiefgehen?

Endlich konnte ich meine morgentliche Routine wieder durchführen – ohne das Gefühl völlig getrieben zu sein und schnell zum Ende zu kommen. Für mich bedeutet das, dass ich..

  • mich genüsslich im Bett dehne – tut mir persönlich immer gut, besonders in den Beinen, ich habe mal gelesen das die Ängste der Vergangenheit sich gerne körperlich gerade dort festsetzen – für mich ist diese Aussage jedenfalls sehr stimmig :).
  • meine 10 Versprechen (meine Lieblingsmantren wie z. B. „Ich bin genug, ich tue genug, ich habe genug“) in Ruhe laut rezitieren und mich in sie reinfühlen kann.
  • dreimal tief ein- und ausatme nach Zen-Art von Thich Nhat Hahn: Ich atme ein und stelle mir vor das ich eine Blüte bin, die dabei aufgeht. Ich atme aus und stelle mir dabei vor das ich ein Berg bin der fest geerdet ist.

Wenn ich es schaffe mir diese ca. 10-15 Minuten am Morgen allein zu nehmen, und dabei nicht sofort zur nächsten Tagesaufgabe hetzen zu müssen, dann fühle ich mich mehr in meinem Herzen und viel motivierter. Die Freude auf den Tag und all seine Herausforderungen lässt ich dann immer regelrecht aus dem Bett springen – ganz im Gegensatz zu der Trägheit die mich an anderen Tagen gefühlt aus dem Bett kriechen lässt.

Leider kommt es allerdings viel zu häufig vor das mein Sohn mich weckt und Aktion angesagt ist und ich froh bin wenn ich die Augen dabei offen halten kann :).

In diesen Fällen fällt die gepriesene Morgenroutine dann so aus das ich zumindest die Atemübung in den Tagesstart einfliessen lasse. Für den Fall das dann zwischendurch noch ein paar Minuten „me-time“ anfallen lasse ich mich häufig auf mein Meditationskissen fallen und versuche kurz Zazen zu machen – sitzen & atmen ohne jeglichen Anspruch/Druck/Erwartung…einfach „nur“ hier Sein ohne irgendwohin zu müssen.

Ehrlich ihr lieben: an manchen Tagen klappt es mit der Meditation und an manchen war es zumindest einen Versuch wert, um liebevoll mit mir zu sein :).

Heute war Home Office angesagt, also hieß es den flexiblen Arbeitsplatz herrichten. Mich „herzurichten“ hatte ich aktuell noch keine Zeit – es musste erstmal ein Cafe zu starten in den Tag her.

Also stürzte ich mich voll rein in die Arbeit, ich bin jemand der ziemlich leidenschaftlich dabei ist und auch wenn die Themen manchmal in wenig Zeit erledigt werden sollen, einen gewissen Anspruch an seine Leistung hat. Denke mein Chef sieht das manchmal etwas anders, aber so sind die Menschen einfach alle anders gestrickt und das wichtigste ich immernoch zum selben oder noch besseren Ziel zu kommen ;).

Die Themen waren heute komplex und es standen viel Meetings in einer Reihe hintereinander an bei denen Rückfragen und Diskussionsbedarf bestand. An solchen Tagen wo ein Meeting das andere jagt, schwirrt mir nicht nur der Kopf – ich fühle mich auch als ob ich Bodenhaftung verliere und weniger geerdet bin.

Ich denke für sensible Menschen mit Natur aus vielen Gedankengängen ist es sowieso immer etwas herausfordernder Multi-Tasking und die heute Informationsfülle und Komplexität der Arbeitswelt zu verarbeiten, aber was es dann noch energieraubender macht ist diese hohe Taktung der Meetings.

Nicht zur eigentlichen Arbeit zukommen, geschweige denn alles korrekt dokumentiert zu bekommen was an To-Dos aus den Meetings zu erledigen ist wird echt zur Herausforderung. Gefühlt steigt man innerer Druck, da ich nichts effizient abgearbeitet bekomme – auch wenn man sonst viel tut.

Meist bin ich so tief drin das ich sogar vergesse aufs Klo zu gehen bzw. es bewusst verschiebe, ebenso Essen oder trinken. Diese Verhaltensweise erkenne ich zum Glück mittlerweile schnell und kann wieder gegensteuern, denn diese dauerhafte Vernachlässigung von Grundbedürfnissen führte mich doch erst in die Depression.

Ja- für mich ist einer der wesentlichen Faktoren warum ich depressiv war/bin nicht das ich weniger belastbar bin/war sondern das ich nicht genug positive Anreize in meinen Alltag eingebaut habe und Grenzsetzung zugunsten von Verantwortungsbewusstsein vernachlässigt habe. Das musste jetzt an der Stelle mal raus, denn ich kann es überhaupt nicht leiden das in unserer modernen Gesellschaft Menschen mit die unter ihren Non-Stop Gedanken leiden und depressiv werden als weniger belastbar oder sogar „krank“ hingestellt werden.

Ja es ist eine Form der Krankheit, rein objektiv gesehen, aber man ist deshalb genau wie bei einer „normalen“ Krankheit weder „Gaga“ oder „nicht zurechnungsfähig“ noch „weniger belastbar“. Vielleicht funktioniert manches langsamer oder man fühlt einfach leider gerade viel zu viel negative Emotionen als positive – aber das tun „gesunde“ Menschen ja ehrlicherweise auch.

Ich habe mal gelesen, das es total normal ist das die Gedankengänge eines Menschen täglich zu ca. 70% negativ sind, das scheint wohl aufgrund unserer Konditionierung einfacher zu sein als wohlwollendes zu denken ;). Depression ist für mich also lediglich eine eine längerfristig bestehende Überlastung der Nerven getriggerter durch zuviel Gedanken/Glaubenssätze die negativ sind und meist in der Vergangenheit ihren Ursprung haben.

So jetzt bin ich leider etwas vom eigentlichen Thema abgeschweift ;)…aber es ist mir echt wichtig mit diesen Klischees und Stigmatisierung von (temporär) psychisch angeschlagenen Menschen aufzuräumen!
Es geht dabei nicht nur um mich, denn ehrlich ich hab mich durch meinen Blog schon geoutet, vielmehr hoffe ich dazu beizutragen das sich die Sichtweise der Menschen auf psychische „Krankheiten“ dadurch korrigieren lässt.

Also zurück zu meinem Chaos Tag: die Arbeit lief wie gewohnt im Informations- und Meetingüberfluss dahin, was mich dazu veranlasst mich wieder der bewussten Atemübung für drei Atemzüge zuzuwenden…hab da echt lange üben müssen – aber jetzt spüre ich da schon mehr Entspannung und Erdung als am Anfang.

Erschrocken bemerkte ich irgendwann, das es schon wieder Zeit war den PC zuzuklappen und mich startklar für den Weg zum Kindergarten zu machen. Wo geht die Zeit nur hin, wenn man konzentriert ist?

Also trotz spät-dran-seins bewusst normal bzw. entspannt gehen und tief atmen um den Weg zum Kindergarten für eine bewusste Denkpause zu nutzen um wieder bei mir anzukommen. Ich persönlich nenne es ja auch – meinen Versuch zur Gehmeditation.

Ja ihr lieben: Bewusstheit und Erdung/Mitte finden lässt sich in allen Lebenslagen trainieren….auch wenn es für mich gefühlt ewig gedauert hat bis ich es hinbekommen habe.

Also lief ich so, einigermaßen geerdet, zum Kindergarten…alles ist gut :). Die Erzieherin kam freudestrahlend auf mich zu und erklärte mir das mein Kind heute so brav war und immer der erste der fertig war – ob persönlich habe da ja eine etwas andere Sichtweise: das ein Kind zwar Grenzen kennen & lernen soll aber immer noch gerne ein Kind sein darf. Na ja…ich lächelte – ist ja lieb gemeint von ihr und ich schätze sie sehr.

Der kleine kam gleich auf mich zugestürzt und war auf einmal gar nicht mehr so „brav“ – er bombardiert mich mit Fragen die ich leider verneinen musst und somit nahm das „Drama“ seinen Lauf ;).

Mein Sohn ist hat viele Talente, aber eines seiner größten ist es so laut zu schreien wenn ihm was nicht passt das Gläser springen und die ganze Stadt alarmiert ist. Es ist immer wieder „nett“ in diesem Zustand mit ihm durch die Münchner Innenstadt laufen zu „dürfen“. Ja seit ich eine Mutter bin weis ich wie es sich anfühlt der Negativ Magnet von Aufmerksamkeit im Umkreis von Kilometern zu sein. Trotz Verständnis für mein Kind, dass gerade einfach sichtlich überfordert von allen seinen Gefühlen ist und sich entwicklungstechnisch gar nicht anders verhalten kann, möchte ich dennoch im Boden versinken nachdem ich mir eine Packung Oropax ins Ohr gestopft habe.

Der Stresslevel, von mir als geräuschsensiblen Menschen, schnellt also gefühlt auf 380% hoch und tanzt Tango bis wir zuhause ankommen und der kleine sich langsam beruhigt.

Erschöpft sinken wir beide auf das Sofa und gönnen uns erstmal ein kleines Eis und auch eine kurze ruhige Auszeit.

Es dauert schon einige Zeit und einen Cafe bis ich mich davon erhole und mich entscheide es heute mal langsam mit dem Kinder-Mittagsprogramm angehen zu lassen.

„Pausen für mich nicht vergessen und vor allem tief Atmen“ – ist mein Mantra dabei.

Das Kind will allerdings doch öfter mal bespaßt werden und dabei konstant im Hier & Jetzt zu sein ist gerade bei meinem Energieverlust nicht mehr möglich…also einfach annehmen wie es ist auch wenn ich gestresst und schlecht gelaunt bin.

„Mitgefühl ist mich und diese herausfordernde Situation“ ist der „Zaubersatz“!

Natürlich wird es nicht ruhiger bei uns zuhause, nein es kommt ein Spieldate vorbei – soweit so gut – man kennt sich, man mag sich…wenn ich es nur einfach annehmen könnte das ich gerade einfach durch bin und denn Kids weniger bieten kann.

Na ja..irgendwann ist es dann Essens-, Kuschel- und Bettgeh-Zeit und es wird langsam aber sicher ruhiger und entspannter im außen und meinem inneren.

Nach dem Zubettbringen widme ich mich erstmal wieder der Atmung und nach einiger Zeit tritt der Effekt ein – mein Herz tritt wieder in den Vordergrund und lässt mein Gehirn zur Ruhe kommen. Durch weniger Denken sinkt auch der Stress und ich fühle mich wieder etwas mehr wie ich selbst – in meiner Mitte.

Der innere Druck lässt nach, es wird still und leerer in mir. Es entsteht Raum für Liebe und mehr Mitgefühl, Akzeptanz der Situationen und die Möglichkeit alles ins rechte Licht zu rücken. Aus dem kreativen Nichts in mir entstehen folgende Fragen:

  • Was wenn es nicht einfach „nur“ ein chaotischer, stressiger Tag war – einer derer die es immer wieder mal gibt?
  • Was wenn mein Kind nicht nur einen schlechten Tag hatte oder selbst gestresst war ?
  • Was wenn dieser Tag in Wahrheit vom Leben so gestaltet wurde um mich „liebevoll“ weiterzuentwickeln – damit es nicht langweilig wird ?

Mein Herz gab die eindeutige Antwort:

Ja, diese Tage sind Wachstumstage für dich. Dein Sohn ist dabei dein bester Lehrer!

Ich muss sagen diese Herzens-Wahrheit macht es mir leichter in meine Mitte zu kommen, zu lächeln und mich auf Morgen zu freuen ;).

Ich wünsche euch das auch ihr in euren Herausforderungen die befreiende Herzens-Wahrheit finden könnt.

Lasst uns das gemeinsam üben – vielleicht klappt es ja irgendwann von allein 🙂

Von Herzen,

Silke

Vom Umgang mit Zeit…

Vom Umgang mit Zeit...
Sei dir wichtig: nutze deine Zeit bewusst, für dich!

Seit Jahren hatte ich als Mama wenig bis keine Zeit für mich, und wenn doch 2 Std am Abend noch zur Verfügung standen war ich immer total überfordert was ich jetzt damit anfangen sollte ;).

Es fühlt sich für mich so an als hätten wir Menschen bei dem andauernden rennen von einem Termin/Erledigung zum anderen vergessen wie es ist zeitliche Lücken im Plan zu haben – meist ist ja alles durchgetaktet. Wenn sich dann doch freie Räume im Zeitplan ergeben erschlägt mich dieser Raum im ersten Moment förmlich, sprich ich stehe total unter Druck was ich alles damit anfängen „müsste“ um endlich mal wieder „was für mich zu tun“ bzw. mich wirklich wohl statt gehetzt zu fühlen.

Ich als sensibler Mensch fühle die gesellschaftlichen Schwingungen sehr stark, all diese Pflichten die man hat und alles was man darstellen will um ein akzeptierter Teil der Gesellschaft zu sein. Was also „müsste“ ich an einem solchen freien Tag tun, was wird von mir erwartet: gechillt den Tag zu genießen, in Harmonie mit mir selbst zu sein und gleichzeitig alles für die Familie zu tun, Haushalt, Einkäufe, Putzen etc.? Für mich ist der Fokus auf das Umfeld und deren Bedürfnisse stark anerzogen, da es war meinen Eltern sehr sehr wichtig das andere dachten.

Ich persönlich möchte mich mehr und mehr davon lösen, wie man leben sollte damit keiner mit dem Finger zeigt. Ich möchte meine eigenen Bedürfnisse, Launen, Lebensart nachkommen und einfach „Sein“.

Ich möchte mein Leben leben, so dass ich am Ende meiner Tage sagen kann: ja das war mein Leben, ich habe es genossen mit allen ups & downs!

Heute morgen als ich erwachte, merkte ich das ich gerade nicht wirklich auf meinem Weg bin. Nach all den Jahren funktionieren und ackern, habe ich für mich die bewusste Entscheidung treffen können, das leisten hintenanzustellen und mehr Freizeit für mich zu haben, was zum Glück gerade finanziell funktioniert.

Ich habe mich aufgerafft und eine 4-Tage Woche in mein Leben gerufen. Heute war nun der erste freie Montag und ich wachte auf – nicht mit dem Gedanken von Freiheit & Freude darüber, sondern mit Druck und Angst.

Ich wollte heute erstmals nach Ewigkeiten ein paar Stunden länger schlafen, was auch super funktionierte nachdem mein Mann den kleinen heute früh in den Kindergarten brachte. Statt darüber glücklich und zufrieden zu sein, fühlte ich mich schuldig und getrieben.

Schuldig da ich länger als andere arbeitende Mitglieder – besonders meine Mann – der Gesellschaft ruhen durfte und mich früh nicht um meinen Sohn gekümmert hatte. Das „Rabenmutter“ als Stimme der Gesellschaft klang mir schon im Ohr. Ich wollte aufspringen und schnell all die Aufgaben erledigen die ich in den letzten Stunden nicht habe schaffen können, das Geschirr musste in die Maschiene geräumt werden, die Wäsche gewaschen, der Boden gesaugt etc.. Der Druck stieg merklich je wacher ich wurde und die Angst vom Leben abgehängt zu werden kam auf.

Als ich nach ein paar Minuten bewusst wahrnahm was da gerade in mir los war, musste ich erstmal schmunzeln ;). Da mache ich jetzt seit Monaten Atemübungen, Zazen und höre bei der Hausarbeit meine liebsten Achtsamkeitstalks von Zen Mönch Thich Nhat Hahn und dennoch sitze ich hier und fühle mich als wäre ich wieder das kleine Zahnrad im Uhrwerk der Gesellschaft das getrieben ist und nur funktioniert.

Die Bewusstheit, ist der wichtigste und auch der herausfordernste Schritt für mich – denn sobald ich wahrnehme was hier gerade läuft greift eines meiner Versprechen nach denen ich versuche mein Leben auszurichten: ich übernehme Verantwortung für meine Gefühle, Gedanken und Glaubenssätze!

Also kam ich aus der Nummer nicht raus, mein erster freier Tag ist mir viel zu wertvoll um ihn an die negativen Glaubenssätze und Gefühle der Vergangenheit zu verschwenden.

Klar ausgedrückt: ich möchte lernen diesen Tag der mich monatlich immerhin 500€ kostet für mich zu nutzen.

Immer noch keine einfache Frage: was würdet ihr mit freier Zeit tun was auch mehr zu euch selbst bringt?

Wie sagt Thich Nhat Hahn immer so schön „erstmal atmen“, also konzentrierte ich mich auf drei bewusste Ein-/Ausatmungen und schon lichtete sich der Nebel der Vergangenheit aus Druck/Stress & Angst.

Es entstand ein offener heller Raum in mir voller Möglichkeiten.

Fakt ist ,die Zeit für mich sollte:

  • sich gut anfühlen und
  • mich in meine Mitte bringen,
  • voller Schönheit der Natur,
  • voller Genussmomente und
  • Stille sein.
Was dabei für mich „Leistungstier“ ungemein wichtig ist: den inneren Antreiber im Blick zu haben und ihn zu besänftigen mit dem Mantra „in der Ruhe liegt die Kraftund „ich tue genug, ich habe genug, ich bin genug“!

Die Atmung fing an mich langsam zu mir zurück zu bringen – in meinen Körper. Ich streckte mich und begann mit meiner Morgenroutine zu der ich leider sonst nie komme, da mein süsser kleiner Sohn zu unterschiedlichen Zeiten aufwacht und mich jedesmal mit seiner Präsenz überrascht ;).

Also zuerst:

  • Dehnen & Strecken im Bett
  • Bewusstes Atmen
  • Meine 10 Versprechen für den Tag rezitieren und fühlen

Los gehts: das Leben ist für mich auf in den Tag!

Nachdem ich mich angezogen hatte zog es mich magisch in die Natur, den Park ums Eck. Endlich mal wieder meditieren am Morgen in Ruhe, dank meiner geliebten Noise-Cancelling Kopfhörer. Ehrlich – sie versüssen mir so manchen Tag…vor allem wenn ich mal wieder ätzende Tätigkeiten wie Wäsche aufhängen mache und mein Sohn nebenher noch einen Trotzanfall hat. Es tut gut vor allem in der Großstadt mal eine etwas reduzierte Geräuschkulisse zu haben.

Zielstrebig ging ich zu einem sehr alten und wunderschönen Baum im Park, der sicher schon viel gesehen und erlebt hatte und der mir einen komfortablen Platz auf seiner Wurzel im Schutz seiner Blätter anbot. Dankbar für diesen wunderschönen Anblick machte ich es mir für ca. 40 Minuten Zazen mit der „geerdeten Herz“ Meditation von Hinnerk Polenski gemütlich. Echt unglaublich wie gut Zazen dem Körper gut und selbst das Sitzen auf einer harten Baumwurzel zum Genuss wird – von dem glaube ich, nicht nur ich, sondern auch der Baum profitiert hat :).

Danach fühlte ich mich endlich wieder in meiner Haut angekommen, und merkte wie wichtig es doch ist täglich Zazen und meine Routinen zu praktizieren. Denn der Alltag der gerade in den letzten drei Wochen sehr schnelllebig und anstrengend war, hatte dafür gesorgt das ich mich von mir entfernte und der Nebel der Vergangenheit sich zuzog. Dadurch wurde ich zunehmend unbewusster und auch träge – was mich dazu veranlasste alles was mir gut tut zu vernachlässigen.

Es ist doch immer wieder spannend wie sehr man gerade die Dinge die einem eigentlich gut tun in hektischen Zeiten vernachlässigt, weil sie einem zu energieaufwendig erscheinen.

In dem Sinn, mache ich mal ein Brainstorming was ich mir heute noch alles gute tun kann um mich in liebevolle Schwingung zu versetzen:

  • Mitgefühl für mich & andere z. B. durch liebevolle Gedanken und Metta-Meditation
  • bewusste Spielzeit im Hier & Jetzt mit meinem Sohn verbringen
  • Ein Gespräch nach Feierabend mit meinem Mann in Ruhe bei einem Tee führen (es kam leider anders;)
  • Übungen für den Vagus Nerv machen: Zungenkreisen, Augenkreisen etc.; Interessantes Übungsvideo dazu: https://youtu.be/R0ZTh2R-o-8 -> Basis die Lehren von Stanley Rosenberg Ostheopath: https://youtu.be/jBRsDCPjOnU .
  • Zazen Abendprogramm des virtuellen Kloster des Zen Klosters Buchenberg teilnehmen
  • Frühzeit schlafen gehen, auch wenn ich dadurch wenig Zeit zum lesen hab

Vielleicht ist da ja auch das eine oder andere für dich dabei, um deinen Tag etwas liebevoller und angenehmer zu gestalten, egal ob du heute wie ich frei hast oder arbeitest. Andererseits ist es an manchen Tagen auch wichtig zu akzeptieren, dass alles irgendwie nichts bringt um sich wohl oder in Balance zu fühlen – dann ist das einfach so. Damit hadere ich dann am meisten :).

Dennoch wirkt bewusstes Atmen, mit Übung, immer auf die eine oder andere Weise für mich, manchmal kurzer manchmal länger und das beste ist: es ist immer und überall möglich!

Auch hier noch eine kleine Empfehlung von meinen Lieblings-Zen-Meistern zum Atemtraining:

Also bleibt daran, mit etwas Übung spürt ihr, wie wertvoll dieses Übungen sind um solche negativ Spiralen und Gedankengänge abzuwenden und den Tag zu geniessen.

Von Herzen,

Silke

P.S: Komischerweise ist meine Familie aus dem Gleichgewicht sobald ich es bin, nachdem ich also wieder in meiner Kraft gekommen bin, durfte ich den anderen dabei helfen wieder in ihre zu kommen – was mal besser und mal gar nicht klappt :). Auch das gilt es dann einfach zu akzeptieren. Ach ja…vielleicht ist heute auch einfach nur einer dieser Tage an denen was in der Luft liegt und irgendwie alle genervt sind – Monday-Feeling halt :).

Vom „Sein“ mit Wut

Vom "Sein" mit Wut

Wut ist geballte Energie – Ausdruck purer Lebenskraft

Silke Kiris

Ich bin kein Freund von Emotionen die sich so explosiv und schnell aufbauen und nahezu unkontrollierbar sind.

Eine Bemerkung eines Menschen die einen plötzlich und unverhofft mitten da trifft wo es prekär wird – in meinem Fall: die „gutgemeinte“ Kritik an der Erziehung der Kinder am besten von Leuten die gar keine Kinder haben, es aber selbstverständlich besser wissen.

Also erstmal tief durchatmen um wieder zurück in die Realität zu kommen und es mal sachlich betrachten: Gefühle sind lediglich starke Energien die, die geballte Lebenskraft und Lebendigkeit in einem selbst spürbar machen!

Wahnsinn – endlich habe ich die positive Seite der Medallie Wut entdeckt. Denn alles hat zwei Seiten, alles entspringt der Dualität. Diese Erkenntnis hilft mir enorm um mich nicht voll und ganz darin zu vertiefen. Ich erkenne: ich bin nicht diese Emotion – sie ist nur ein Ausdruck einer Verletzung.

Ich nahm mir heute die Zeit mich mit der Emotion am Abend auseinander zu setzen. Wobei es dabei ja die verschiedensten Ansätze gibt: ablenken, fühlen, wegdrücken, vorbeiziehen lassen….

Ich entschied mich für folgendes Vorgehen:

  • Augen schliessen, tief ein- und aus atmen und Gefühle im Körper versuchen wahrzunehmen (falls man sich zu sehr mit dem Gefühl identifiziert und deshalb nicht richtig wahrnehmen kann hilft mir oft das Mantra “ Ich bin nicht meine Gedanken“):
    • Wo genau sitzt dieses Gefühl in meinem Körper?
    • Wie fühlt es sich an?
    • Was löst es in mir aus?
    • Ist es wahr bzw. entspricht es der Realität oder meiner vergangenheitsgefärbten Wahrnehmung der Dinge?
    • Gibt es vielleicht noch andere zugrundeliegende/damit verbundene Gefühle?

Es ist wirklich spannend was man dabei alles erleben kann. Man lernt die Emotion auf jeden Fall besser kennen, speichert ab wie sie sich anfühlt und ist vielleicht beim nächsten Mal schneller im Bilde um welche Emotion es sich handelt.

Ich liebe es ja manchmal mir die Emotion von ihrer Form, Farbe, Position im Körper, Aussehen richtig zu visualisieren und eine gepflegte Unterhaltung mit ihr zu fühlen. Dabei kommen einem echt manchmal die interessantesten Erkenntnisse die helfen können sich wieder zu sammeln.

Wenn das Vorgehen bei mir nicht fruchtet, tut mir immer Mitgefühl für mich gut und eine Handvoll Schlaf um mein Gehirn zu rebooten und wieder klar zu denken.

Eine gute Sache die mal besser und mal schlechter für mich funktioniert ist Metta-Meditation, hierbei handelte es sich um eine geführte Mitgefühlsmeditation. Hierbei geht es um Mitgefühl für sich selbst, geliebte Menschen und explizit auch die Menschen die einen gerade verletzt haben. Hier eine meiner Lieblings-Metta Meditationen in englisch (gibt aber auf YouTube auch einige auf deutsch):

Diese Meditation hilft zurückzukommen ins Herz – zu uns – zur Liebe!

Zugegeben es ist nicht leicht dem Mensch der einen gekränkt hat Liebe und Vergebung entgegenzubringen, aber mit etwas Übung ist es das befreienste Gefühl überhaupt!

Den Ärger loslassen um unseres Selbst-Willen – um wieder in unsere Mitte anzukommen.

Für mich war es allerdings ein weiter Weg bis ich gewissen Leuten aus der Vergangenheit vergeben konnte oder mich langsam annäherte ihnen Mitgefühl zukommen zu lassen, aber es ist ein großes Geschenk das man vor allem sich selbst damit macht.

Wenn es jedoch zu schwer ist aus der Emotion auszusteigen, sind in meinem Notfallkoffer liebevolle Gedanken, Dankbarkeit oder Mitgefühl die mich ruhiger werden lassen.

Zazen – das Sitzen in Stille ist für mich anschliessend der wirksamste Weg die Vergangenheit abzuschütteln und in der Realität und meiner Mitte anzukommen.

Wie sagte Zen-Meister Hinnerk Polenski vor kurzem so schön: „Zen ist Wirklichkeitsergründung!“

Fühlt euch von Herzen gedrückt,

Silke

Von einer neuen Art der Freiheit und ihren Learnings

Ende dieser Woche wären es acht Wochen geworden in denen wir uns grösstenteils Indoor, ohne Familie und Freunde beschäftigen durften – Ausgangssperre mit mal selbstgewählter mal verordneter Quarantäne in Corona-Zeiten.

Ehrlich anfangs hätte ich es nicht für möglich gehalten, sowas lange durchzustehen – noch dazu mit Kleinkind zuhause. Mit der Zeit wich die anfängliche Überforderung von 24 Stunden Kleinkind Betreuung, Haushalt und all den neuen Gefühlen und Unsicherheiten jedoch.

Aufgrund meiner Hochsensiblität habe ich im Punkto Gefühlslage und Veränderungen echt immer viel im Kopf. Mein Hirn wird ein regelrechtes „Monkey-Mind“, dass ohne Unterlass versucht alle Gefahren der neuen Situation zu erkennen, durchzudenken und wenn möglich gleich noch 1-3 Notfallpläne aufzustellen. Ich hoffe spätestens jetzt ist für euch klar was meine Überforderung begünstigt :).

Ich bin in den letzten Jahren regelrecht zu einem Analyse-Tool geworden. Was irgendwie komisch ist, denn mein letzter anvisierter Traumjob war „Business Analyst“. Ich glaube ich wäre perfekt in dem Job gewesen, wenn das Leben für mich nicht einen anderen Weg gewählt hätte :).

Zurück aber zur Freiheit die uns aktuell in Bayern wieder teilweise gegeben wurde, endlich können wir Familien wieder mit unseren Kindern auf Spielplätzen rumtollen und auch mal mit einer „haushaltsfremden“ Person aka „Freunden“ spazierengehen.

Ich bin zwar seit ich Familie habe sowieso ganz gerne ein Sofa-sitzender-Leser oder Netflix-Schauer, aber ich muss sagen jetzt kommt für mich die unfassbarste Erkenntnis der gegenwärtigen Lage – ich zitiere mein Learning hier wörtlich:

„Diese Zeit der Einschränkung meiner persönlichen Freiheit hat mir mehr emotionale Freiheit oder auch mehr inneren Frieden gebracht!“

Für mich, die ich gerade gesundheitsbedingt zuhause ist, kam diese „von Oben verordnete Auszeit“ zur richtigen Zeit. Es brachte mich dazu mir die Zeit zur inneren Reflektion nehmen zu können und vor allem die notwendige Entschleunigung zu haben – die unsere Welt echt dringend nötig hat. Zum ersten Mal in meinem Leben nichts tun „zu müssen“ war sehr entlastend für mich. Mir fiel erstmal auf, was für mich alles stressig ist als Mama, die normalerweise in Teilweit 28 Std die Woche arbeitet und danach noch bis durch die Nacht Kleinkind-Betreuung und Haushalt macht. Habt ihr Ladies eigentlich schon mal eure wöchentlichen Arbeitsstunden hochgerechnet – Arbeit, Haushalt, Familienorga, Einkauf und Kind? Ich kam da gut und gerne – sanft überschlagen- bei 120 Std pro Woche raus.

Das soll jetzt keine Anklage in Richtung männliches Geschlecht werden, vielmehr ist es eine Feststellung das eine Frau i. d. R. einfach viel mehr Baustellen und Stunden pro Woche hat als die meisten Männer in ihrem Vollzeit Job. Teilweise ist das meiner Meinung nach noch immer ein gesellschaftliches Versäumnis, aber auch Arbeitgeber und Staat tragen nicht gerade zur Entlastung der Mütter und Frauen bei.

Aber zurück zu all den Dingen die ich merkte zu „müssen“:

  • früh aufstehen – im Hinblick auf fehlenden Schlaf und unausgewogenen Schlaf/Wachrhytmus
  • Zweikämpfe mit Kleinkind beim morgentlichen aufstehen und anziehen
  • Kindergarten-Gang-Drama („Nein ich will nicht, ich leg mich jetzt hin und steh nicht mehr auf“)
  • das Rennen zum Kindergarten und der Arbeit um halbwegs „on Time“ zu sein
  • Konstrukt „Teilzeit“: schnellstmöglich alle Aufgaben (meist 100% auch wenn man „nur“ 70% arbeitet) abzuarbeiten und dabei zu versuchen noch ein bisschen mit den Kollegen zu reden um wenigstens halbwegs informiert zu sein und tragfähige Arbeitsbeziehungen zu etablieren. Ich hoffe das, dass aktuell erlebte Home Office Experience zukünftig auch mehr den Teilzeit-Arbeitern zugute kommt. Arbeiten sollte für Mütter zeitliche flexibler sein.
  • das Rennen zum Kindergarten um pünktlich das Kind einzusammeln und sich dabei hoffentlich keine Rüge über erzieherisches Fehlverhalten oder Verfehlungen des Kindes einzufangen 😉 -> teilweise fühlt es sich für mich gestresste Mama einfach oft so an, aber andererseits verstehe ich die Erzieherinnen natürlich – sie machen auch nur ihren Job und noch dazu gut.
  • Der „HEIMWEG“ -> an manchen Tagen sehr entspannt und sogar von Kommunikation mit dem vierjährigen durchwoben an anderen eher voll Trotz, Tränen und Wut gekennzeichnet. Denn an vielen Tagen ist das Kind auch einfach gestresst von der Lautstärke im Kindergarten, all dem was er tun „muss“ und müde von der Aktivität. Unser beider Energiereserven gehen an so manchen Tagen einfach gegen Null. Auftanken ist dann dringend nötig bevor…
  • das Rennen zum Spielplatz, zu Kursen oder Playdates – wobei ich mir zum Glück bereits vor der Ausgangssperre immer mehr dachte: wir machen es uns zusammen zuhause gemütlich. Erstmal ein Cafe für mich & ein Kakao für den kleinen – das ist unsere Routine für einen (halbwegs)guten Start in den späten Nachmittag.
  • Alle weiteren organisatorischen Dinge über die Kinderbetreuung hinaus, wie: Haushalt erledigen, Schneider/Schuster/Wäscherei …Erledigungen, Arzttermine für Kleinkind & mich, neue Klamotten für Kids organisieren, Einkäufe, Kochen, Orga Treffen Familie, Orga Treffen Playdates, Orga Treffen Freunde (in Absprache mit Partner) Orga Geburtstage & Geschenke, Orga Ausflüge & Urlaube, Steuer, Finanzen, Versicherungen etc..

Ich denke das deckt sich ungefähr mich den Dingen die man gefühlt als Mutter/Frau größtenteils tun „muss“, wenn man mit einem gewissen Anspruch lebt. Nach all den erledigten Punkten fühlte sich mein Privatleben – sogar jedes Treffen mit Freunden, jeder Event oder Kinobesuch oftmals auch wie ein „muss“ an. Es war einfach viel zu wenig Energie am Ende des Tages übrig. Vor allem wenn zusätzlich der Schlaf fehlt, was mit Kleinkind, das auch eine zeitlich oft schwer krank war, echt kraftzehrend ist.

Dieses Learning über die Energiefresser ist für mich revolutionär und überaus befreiend. Obwohl es mir natürlich immer klar war, dass mich das alles Energie kostet, ist es doch etwas anderes es schwarz auf weiß zu sehen. Ich spiele all das was ich tue nämlich ganz gerne herunter und kritisiere mich ständig dafür das ich dies und jenes nicht noch besser hinkriege. Dieser lästige Perfektionismus…

Ich fände es echt interessant zu wissen, ob ihr jetzt durch die verordnete Entschleunigung auch besser seht was euch Kraft kostet?

Das größte persönliche Learning aus der Ausgangssperre ist meine Persönlichkeitsentwicklung, mit folgenden Facetten:

  • Entwicklung von mehr Bewusstheit, Verantwortungsbewusstsein mir gegenüber und Achtsamkeit: Ich hatte durch mehr Entschleunigung im Leben die Kraft meine Gedanken, Emotionen, Glaubenssätze und Verhalten zu entdecken- sie aufzuspüren und mit ihnen zu arbeiten. Es gibt so viel was schon beim Aufstehen an negativen Glaubensätzen in mir aufkam, doch das dies so automatisiert abläuft nahm ich vorher gar nicht mehr bewusst wahr. Jetzt jedoch merkte ich das mich vor allem diese vor Jahrzehnten erworbenen Glaubenssätze beeinflussten: „das Leben ist hart“ und „du musst leisten damit wer aus dir wird bzw. du überhaupt gemocht wirst“. Zudem hilft mir mehr Bewusstsein dabei eingefahrerene Muster die aufgrund von Bewertungen bzw. Vergleichen zu entstehen zu entlarven: „ich müsste meinem Kind mehr bieten“ oder „die Art von xy finde ich total doof“. All diese Vergleiche oder Bewertung rauben mir als hochsensibler sehr viel Energie aber erst jetzt kann aktiv werden und diese Gedanken distanziert wahrnehmen, spüren und ziehen lassen. Ich spüre jetzt in meinem Herzen wie wichtig es mir ist verantwortungsbewusst mit meinen Gedanken und Emotionen umzugehen. Ich habe erkannt das ich die Wahl habe wie ich mich heute fühlen will. Ich bin der „Schöpfer meiner Wirklichkeit“ (by Joe Dispenza – Neurowissenschaftler & Coach).
  • Entdeckung wie gut es sich anfühlt „zu sein“: irgendwie bin ich über den Zen-Buddismus und die darin praktizierte Meditation Zazen gestolpert. Diese verkörpert für mich die Freitheit endlich bei mir zu sein – mein vollkommenes Selbst in mir zu spüren. Zu entdecken wer ich wirklich hinter all den gemachten Erfahrungen und falschen Glaubenssätzen bin. Geholfen bei mir „zu sein“ hat mir auch das wunderschöne Lied von India Irie „I am Light“ . Es gibt da eine Songzeile die lautet „ich bin nicht meine Gedanken“, das hat mich tief berührt so das ich diese Worte zum erstmal nicht nur mit meinem Kopf sondern mit meinem Herzen verstanden habe.
  • Ressourcenausbau: Dahinter steht für mich die Frage: was tut mir wirklich gut und warum? Ich entdeckte meine Spiritualität neu, fand meine Verbindung zur Natur wieder, erlebte die Meditation neu und fand neue interessante Speaker die mich im Herz berührten. Ich entwickelte durch die Ressourcen mehr Nähe zu mir, lernte mich überhaupt erst kennen – vor allem im Bezug auf meine Schatten. All diese Ressourcen fördern spürbar meine Ausgeglichenheit und mein positives Naturell.

All diese Learnings bedeuten für mich mehr persönliche Freiheit oder inneren Frieden den ich mir hoffentlich bewahren bzw. ausbauen kann.

Denn mein Ziel ist es letztendlich „mich endlich als vollkommenes Geschöpf, das bewusst und aus gutem Grund so designed wurde“ anzunehmen.

Ich wünsche euch einen schönen Abend und hoffe ich habe euch etwas inspiriert über eure „Learnings“ der aktuellen Situation nachzudenken- vor allem über die, die euch näher zu euch selbst bringen.

Drück euch,

Silke

Mutter-Sein in anspruchsvollen Zeiten

Ich hätte es zu Neujahr echt nicht für möglich gehalten was das neue Jahr 2020 mit sich bringt – wahrscheinlich hat das allerdings keiner, der nicht hellseherische Kräfte hat 😉.

Klar, es würde sich für mich persönlich, die ich gerade in einer persönlichen „Krise“ steckte einiges verändern „dürfen“, aber das mein Leben so aussehen würde wir es das aktuell tut – hätte ich nie auch nur erahnt.

Das Leben ist echt voller Möglichkeit, das zeigt sich besonders in diesen herausfordernden Zeiten.

Jetzt habe ich durch die Corona Krise, wenn ich natürlich lediglich die für mich positive Seite der Medaille betrachte, eine Chance gewonnen Abstand zur Hektik des Alltags zu bekommen.

Alles hat sich gerade entschleunigt und das Gute daran ist Zeit zu haben innerlich wieder bei sich anzukommen, zu trainieren im Hier & Jetzt zu sein.

Es ist eine neue Erfahrung zu spüren wie erfüllend Ruhe & Stille ist , in den seltenen Momenten in denen ich als Mama eines aufgeweckten 4jährigen dazu komme. In dem Zusammenhang ist gerade so viel neues ins Leben getreten, allen voran ein komplett neuer Tagesablauf für mich als Mama, die gerade nicht arbeitet, zuhause mit Kind und Papa im Home Office.

Die Familie auf einem Haufen, eine geballte Power die so viele Seiten hat:

  • von mehr gemeinsamer Spaß- und Kuschelzeit, über mehr
  • Reibungs- und Konfliktpotenzial, aber auch
  • mehr Kreativität vorhandene Zeit zu nutzen und zu gestalten und neues zu probieren.

Die größte Herausforderung der Ausgangssperre in Zeiten von Corona ist für mich und mein Kleinkind mittlerweile öfter die Trägheit, unmotiviert oder auch mal schlichtweg tierisch gelangweilt sein.

Ich traue mich es offen auszusprechen da ich finde, es bringt uns nichts auch diese Seiten zu beschönigen, vielmehr sollten wir offen reden über alles was uns in der Zeit bewegt und auch das es sich manchmal nicht wirklich toll anfühlt…um es mal milde auszudrücken.

Eltern sein ist gerade jetzt echt ein harter Job, den viele gerade zusätzlich zu ihrem „normalen“ Beruf ausüben dürfen. Alles andere als ein Vergnüge, wie ich finde und oft genug Zähne zusammenbeißen und durchgehen.

Mein Lieblingsspruch als Eltern lässt sich sich hier gut anbringen : „es ist nur eine Phase, die geht vorbei“!

Was für die Trotzphase meines Sohnes gilt, ist also für mich gerade eine höchst philosophische Lebensweisheit geworden.

Das wichtigste für uns als Familie ist gerade Kompromisse zu machen um gemeinsam gut durch diese herausfordernde Zeit zu kommen. Na ja, von einem Kleinkind kann man das leider noch nicht wirklich verlangen, aber auch er tut sein bestes zwischen den „Autonomiebekundungen„ (aka „nein ich will will kein gesundes Essen ich will Schokolade“) zu kooperieren.

Als Mutter ist es aber viel wichtiger eines der für mich schwierigsten Dinge nicht zu vergessen: sich Zeit für sich zu nehmen und sich was gutes zu tun! Auch wenn dieses oberste Gesetz aller Mütter bedeutet, dass das Kind mal öfter vor dem iPad sitzt oder alleine spielt.

Meine größte Herausforderung ist dabei gerade die damit verbundenen Schuldgefühle anzunehmen und mich nicht von ihnen steuern zu lassen. Denn nach dem 1000sten Dinosaurier Rollenspiel in den letzten fünf Wochen mit Kleinkind zuhause bin ich ausgelaugt und manches Mal an einer inneren Grenze angekommen.

Ganz ehrlich es ist ok, das ich gerade keine Bilderbuch Mutter bin, solange ich es schaffe meine Kräfte für mich und letztendlich die Familie bestmöglich zu bündeln!

Es hat mich viel Nerven gekostet dieses Naturgesetz halbwegs anzunehmen, das besagt : Nur wenn es der Mutter gut geht, geht es auch dem Kind gut!

In dem Sinn seid lieb und achtsam zu euch Mamas!

Herzlicher Drücker,

Silke