Rasante Entwicklungen…

Rasante Entwicklungen...

Irgendwie scheint die Zeit trotz offizieller Entschleunigung zu rasen.

Alles scheint sich zu verdichten- in wenig Zeit scheint viel mehr Inhalt drinzustecken ☺️.

Es fühlt sich an als ob das Tempo für persönliche Entwicklung gerade megamässig zugelegt hat und das aufwendige „Aufräum-„und „Renovierungsarbeiten“ im inneren anstehen :).

Zusammen mit all dem was noch im außen los ist, hab ich derzeit oft das Gefühl in einer Achterbahn 🎢 zu sitzen, die mich mega beschleunigt, durchschüttelt und mir am Ende des Tages schon mal schwindelig ist.

Viel Zeit ist nötig um jeden Tag eine neue innere Bestandsaufnahme zu machen, zu schauen wie es mir heute wieder geht, wo mein Weg langgehen soll und wie man da heute am „besten“ zum Tagesendziel kommt.

Im Zen spricht man im Bezug auf den  Weg der persönlichen Weiterentwicklung vom „Gedo Zen“.

Ich fand die Erläuterungen warum Menschen den Zen Weg für sich wählen vom Zen -Meister Hinnerk Polenski , in seinem aktuellen youtube Video sehr spannend. Es gibt dabei folgende Wege:

Bonpu Zen: Funktionale Orientierung z. B. sich im Beruf oder Sport zu „verbessern“ ->  Weg vieler Spitzensportler.
Gedo Zen: Personlichkeitsentwicklung entwickeln zur Herzmitte hin; 
Daisho Zen:Sehnsucht nach Sinn/Geist & Weisheit

So sinnvoll es auch für mich gerade ist der persönlichen Entwicklung nachzugeben, so anstrengend ist es aber auch (fast ein Vollzeitjob) gerade Achtsamkeit & Fürsorge an den Tag zu legen!

Ehrlich geht es euch nicht auch so, dass ihr euch gut mit eigenen oder Familienthemen 24/7 beschäftigen könntet 😉? 

Abhängig vom aktuellen Bewusstheitsgrad, den man gerade an den Tag legt, kann es schon echt viel sein alles weitere in den Tag zu quetschen…Arbeit, Haushalt, Erledigungen etc..

Was für mich am Ende des Tages deshalb das A & O ist um im energetischen Gleichgewicht zu bleiben ist die Erdung!

Gerade ist es deshalb essentiell für mich jeden Tag eine Runde in der Natur alleine zu drehen, Kaffeepausen zu machen, zu singen, zu tanzen, zu malen und Zazen & Mettameditation zu machen.  Was mich und meinen Sohn zur Zeit am nähesten an eine gemeinsame Pause bringt, ist es so richtig schon mit Knete oder Kinetischem Sand einzuquetschen…fast schon meditativ sag ich euch🧘‍♀️🤩!

Meiner Familie geht es gerade wie mir, alle scheinen viel Entwicklung zu durchlaufen. Was meine (auch sensiblen) Männer manchmal aufgrund ihrer Launen, zu einer Herausforderungen für mich macht ;).

Sie sind gerade die besten Lehrer im Punkto Abgrenzung & des Erlernens von Verantwortung an der richtiger Stelle – zwei meiner wichtigsten Themen gerade!

Im Punkto der Beziehungsgestaltung  zu meinem „inneren“ und realen Kind gilt es vor allem darum mehr Raum einzunehmen und zu geben.

Wichtige Punkte sind mir im Bezug auf mein inneres Kind: ihm mehr Raum für seine Gefühle zu geben und lernen es einfach sein zu lassen mit seinen Gefühlen. Dazu versuche ich mich erstmal körperlich in Liebe zu hüllen und dann, dass innere Kind mit seinen Gefühlen da sein zu lassen. So eine Art “Light-Version” einer Somatic Experiencing Sitzung. Aber Vorsicht wenn ihr mit Traumatisierungen zu tun habt, besser ist hier professionelle Unterstützung zu haben.

In meiner Beziehung zu meinem “realen” Kind gilt es genau wie beim inneren Kind möglichst viel Raum zur Entwicklung zu geben und seine Bedürfnisse so weit es mir möglich ist (abgesehen von Sicherheitsthemen/Gefahren/Respektlosigkeit) zu achten- ohne meine eigenen Bedürfnisse dabei komplett über Board zu werfen. Da bin ich nämlich auch Spezialist drin ;). Raum geben ist für mich die selbstloseste Art Liebe zu zeigen und gleichzeitig für mich auch das schwerste – da ich nie emotionalen Raum hatte und es mir lange Zeit gar nicht bewusst war wie sehr ich darunter gelitten habe. Raum schafft eine natürliche, sichere Verbundenheit und bewusstes zusammensein im Hier & Jetzt.

Aber ehrlich es geht nicht darum diesen Anspruch perfekt zu erfüllen, nein wenn es nur Ansatzweise klappt und ich trainiere bewusst zu merken wann ich total weit weg davon bin, ist es für mich schon ein Erfolg.

Last but not least ist meine größte Herausforderungen bei der aktuellen Beschleunigung gerade, mir selbst Raum zu geben für mich!

Trotz all der Themen im innen und auch im außen – die ich hier nicht thematisieren will – ist es für mich das wichtigste mitfühlend und nah an meinem Herzen zu leben – autentisch sein. Ich möchte mich nicht irgendwann fragen müssen, wessen Leben ich da eigentlich gelebt habe.

Ja wenn ich ich bin, ist das für andere unbequem oder komplizierter als es bisher mit mir war, aber warum sollten mir andere vor mir selbst gehen?

Ich habe eine Meinung , ich weiß jetzt mehr denn je wer ich bin und ich werde ab jetzt zu mir stehen – Ende der tiefen, fast schon zerfleischenden Selbstzweifel!

Klar gibt es weiterhin Schwankungen im Selbstwert – aber ich entscheide mich in letzter Instanz für Mitgefühl und Existenzberechtigung!

Von HerZen,

Silke

Werte des Jahres 2021- Wohin führt der Weg…

Werte des Jahres 2021- Wohin führt der Weg...

Normalerweise liegen im dem Gedanken an Silvester alleine für mich schon unendlich viel gefühlte Erwartungen die von meiner Seite zu erfüllen sind, so das der Tag halbwegs ok ist – als letzter Tag des Jahres sollte er das doch sein, oder ;)?!

Also unedlich viel im Vorfeld für diesen besonderen Tag zu überlegen und zu tun – Stichwort: Essen, Einkaufen, Saubermachen, Anziehen, Tagesplanung, zeitlicher Ablauf, Entertainment Highlights und nicht zuletzt die Frage wem wünscht man noch alles auf welche Weise einen “guten Rutsch” ins neue Jahr.

Zusätzlich gilt es natürlich auch noch die ‘normalen’ Mama- und Haushaltssachen abzuarbeiten – meist seht die Frage der kindlichen spontanen Bedürfnisse dabei im Mittelpunkt.

Allein letzteres kann schon Tage dauern, wenn man nicht bewusst überlegt wer einem warum auch immer wichtig ist und letztendlich hat man sowieso wieder ein paar einfach vergessen ;().

Also wenn man sich das mal anschaut, was alles für einen ‘besonderen Tag’ zu tun ist – kein Wunder das die eine oder andere Mama, die sich ein ähnliches Pensum wie ich auferlegt schon beim Gedanken an Silvester stönht “hoffentlich ist es bald vorbei”.

Dieses Jahr wollte ich mal ansatzweise was anderes ausprobieren und mich auf meine Werte für 2021 einzustimmen:

Werte des Jahres 2021- Wohin führt der Weg...

Auch nicht gerade wenig , was ich für 2021 angepeilt habe – was typisch für mich ist :). Mittlerweile weis ich meinen Perfektionismus zu nehmen, und schaffe es öfter mich nicht allzu sehr unter Druck setzen zu lassen, denn es muss ja noch Potenzial für die nächsten Jahre da sein. Das Leben ist ja ein einziger Lernprozess und ich denke erst mit Vollendung meines Lebenszyklus, wird es nichts mehr an Entwicklungspotenzial für mich geben.

Wie dem auch sei, aber aus der Sicht einer hochsensiblen ist es für mich auch immer wichtig “eine umfassenden Plan zu haben” der von vorne bis hinten alle essentiellen Aspekte abdeckt :).

Um mich also gleich mal auf alle Werte (manche nennen es vielleicht auch “Ziele” aber mir ist das wording zu leistungsfixiert und zu Business-mäßig) einzustimmen buchte ich bei meiner lieben Bekannten Maria einen Kurs zum Thema „bewusst ins neue Jahr 2021“.

Hier ging es vor allem  darum sich ganzheitlich bewusst für das neue Jahr „fit zu machen“: mentale Fitness durch Zazen Meditation, gepaart mit körperlicher Fitness durch Körperübungen aus Qi Gong & Yoga. Was mir persönlich bei Kursen immer das wichtigste ist, ist eine liebevolle, ruhige und wohltuend-ästhetische Atmosphäre – auch deshalb liebte ich den Kurs von Maria :).

Zum Glück wusste ich nicht vorab wie “körperlich” das Programm gestaltet war, denn ich muss sagen mein innerer Schweinehund ist echt riesig geworden und hätte mir sich den einen oder anderen Grund geliefert nicht teilzunehmen.

Ich merkte bei den Körperübungen erstmal wie schwer und träge mein Körper wirklich ist und schwitzte & keuchte was das Zeug hält.

Gerade schwitzen ist für standardmäßig als unangenehm einzuordnen, da ich aufgrund von Panikattacken und Ängsten, vor allen in jüngeren Jahren, schon immer stark schwitzte. Alles was also anstrengend ist und zu schwitzen führt wird von meinem Unterbewusstsein automatisch als “ekelig” oder “unangenehm” eingeordnet und versucht es zu unterbinden – interessant, ist mir erst jetzt wirklich aufgefallen.

Wie gesagt manchmal ist es gut nicht allzu informiert an Dinge heranzugehen, somit konnte ich mich ohne große Gedanken ins Abenteuer stürzen und wurde mit vielem, teilweise unerwartetem und auf alle Fälle lehrreichem konfrontiert:

  1. Wie gut das Körpergefühl nach Anstrengung & Schwitzen ist -> hatte ich total vergessen wie sich Leichtigkeit für mich im Gegensatz zu Trägheit anfühlt!
  2. Das es für mich besser ist im Körper zu sein, als im Kopf -> zu viele Gedanken die mich weg von mir und ins außen bringen.
  3. Das Zazen Meditation es mir ermöglicht mich ausgiebig in meinen Körper zu versenken. Ich spüre das sich all meine Energie dann in meinem Bauch & Herz bündelt und Ruhe & Stille – eine Art von wohltuender Leere einkehrt. Diese Leere ist im Gegensatz zu dem was ich aus der Depression kenne allerdings grundsätzlich als wohltuend, entspannend und liebevoll einzuordnen. Die Entstehung eines inneren Kraftorts ist für mich unglaublich befreiend , auch wenn ich – und sicher auch sonst die wenigsten – nicht oft wirklich in tiefe Versenkung komme, tut es dennoch immer gut bei mir zu sein. Ich schaffe mir dadurch mehr inneren Raum für mich und mein “sein”, das in meinem Leben stehts zu kurz kam. Somit ist Zazen für mich die  nachhaltigste Möglichkeit mein „wahres sein“ zumindest kurzfristig zu spüren – was mir  als Anreiz um mich liebevoll zu fordern um langfristig wieder zu meinem Herzen zurück zukommen und so immer „authentisch/wahr“ sein zu können.

Dieser Kurs (3 Abende) trug ungemein dazu bei das ich an diesem Silvester bewusster war, mehr losgelassen habe, meine Bedürfnisse mehr in den Vordergrund gestellt habe und klare Grenzen gesetzt habe.

Somit war der Abend nicht nur aus Sicht meiner Werte als auch generell ein voller Erfolg.

Ich hatte mir zwar einen Zeitplan/Ablauf gemacht aber diesmal lies ich mich davon nicht verrückt machen und bereitete ruhig das Essen vor und übernahm nicht für alles die Verantwortung was sonst noch so anstand.

Es tat so gut mir mehr Raum zu nehmen für meine Bedürfnisse und auch den anderen mehr Raum zu geben für sich. Wir waren alle merklich entspannter und die Atmosphäre war locker so das wir endlich mal wieder entdecken konnten wie wichtig es ist einfach nur unserer wahren Natur zu folgen und einfach mal wieder, mit unserem Kind wie spaßig und frei wie Kinder zu sein.

Als Eltern habe ich ja echt immer gefühlt von außen den Anspruch möglichst “erwachsen” zu wirken, was nicht meiner Natur entspricht. Denn solange es nicht um die Gefährdung der Sicherheit, Gesundheit oder um Respektlosigkeit geht möchte ich einfach auch nur mal “sein” und mich ausprobieren, so wie mein Kind!

Es nervt mich so oft, das viele denken “Eltern sein” = “spießiger Spielverderber der allen Schmarn und Spaß gleich im Keim ersticken lässt und immer gleich auf Gefahren hinweißt”. Ich verbog mich viel zu oft, damit ist jetzt für mich auch Schluss – s. Werte “Bedürfnissorientierte” Erziehung. Mein Kind soll einfach freier sein dürfen und ich auch! Denke wenn Mama entspannt ist, ist das generell schon “3/4 der Miete”!

Mich würde interessieren wie euer Silvester so war und welche „Werte” ihr zur Ausrichtung eures Lebens auf 2021 ins Augen gefasst habt? Habt ihr auch schon Ideen wie ihr diese Werte aktiv leben könnt?

Danke euch für‘s beherzte Teilen im Kommentar vorab 💕✨💕!

Von HerZen💖,

Silke

Wer nicht passt, wird passend gemacht…

Wer nicht passt, wird passend gemacht...

Das die mentale Gesundheit Erwachsener heutzutage mit all den Belastungen des aktuellen Alltags kein Zuckerschlecken ist ja klar – insbesondere in Corona-Zeiten.

Was für mich allerdings neu & erschreckend war sind die Zahlen zur psychischen Gesundheit aus dem Kinder- und Jugendreport der DAK Bayern von 2019. Hier fand ich folgende Zahlen:

– 2 % der in Bayern bei der DAK versicherten Jungen und Mädchen zwischen zehn und 17 Jahren litten 2017 an einer diagnostizierten Depression -> ca. 17000 von 107.000 Kindern & Jugendlichen in Bayern -> jedes vierte Schulkind in Bayern war betroffen!

– Erschreckende 35 % der von der DAK untersuchten Altersgruppe der 5-9jährigen musste aufgrund einer psychischen Erkrankung behandelt werden. besonders hoch – er liegt bei 35 Prozent. Aufgeführten häufigsten Symptome sind:

1. Entwicklungsstörungen insbesondere im Bereich der Sprachentfaltung.

2. Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) zählt.

Diese Zahlen, die sich seither sicher nicht verbessert haben, finde ich höchstgradig alarmierend und ein Thema das noch mehr tabuisiert wird als die Erkrankung von Erwachsenen.

Eine Frage geht mir dabei durch den Kopf: wenn die Kinder die Zukunft unserer Gesellschaft sind, wie sieht diese dann im Hinblick auf diese Zahlen aus?

Unsere Leistungsgesellschaft die feste Normen & Werte vorgibt, bringt mich zudem dazu in Frage zu stellen ob wir Menschen eigentlich noch bei klarem Verstand sind: die Schönheit des Individuellen und besonderen zu einem zähen grauen Einheitsbrei verkochen zu lassen?

Das ist nicht nur schade, sondern langfristig auch Selbstzerstörung unserer Spezies.

Aber jetzt mal von der Horrorversion zurück in die Gegenwart wo Kinder bereits im Kindergarten unter dem Druck stehen mit 3/4/5/6 Jahren bestimmte Sachen können zu müssen – weil das irgendwo so geschrieben steht. Wenn sie es nicht können stempelt sie das Erziehungssystem schon frühzeitig als „nicht ausreichend“ ab. Klar versteht man, dass es Richtwerte benötigt um körperliche & mentalen Entwicklungsbedarf zu erkennen, zumindest von ärztlicher Seite, aber von der Pädagogik hätte ich mir mehr erwartet.

Es sollte nicht schwer sein zu sehen das diese süßen, natürlichen Wesen alles Potenzial der Welt besitzen! Nur daran sollten sie gemessen werden – nicht an vermeintlichen „Schwächen“, die nicht real sind. Hallo schon vergessen, jeder von uns Menschen ist einzigartig und keine “Standardware”.

Haben wir vergessen das wir Menschen sind und keine Maschinen?

Es ist eine Sache wenn wir Erwachsenen an in diesen „falschen“ Maßstäben beurteilt werden aber es ist widerlich ein System zu haben das allen unseren einzigartigen, vollkommen Kindern „besondere Bedürfnisse“ attestiert und das ist in dem Fall nicht positiv gemeint. Jeder Mensch hat doch andere besondere Bedürfnisse!

Ihr merkt das Thema ist für mich sehr emotional, denke jeder Elternteil kann das verstehen.

Wir wollen alle glückliche individuelle Kinder und das kann meiner Meinung nach nur funktionieren wenn die „Gesellschaft“ und das „Erziehungssystem“ endlich mal den Rand hält und sich nicht darüber ausläßt was richtig ist oder falsch!

Mal abgesehen von diesen verkorksten kindlichen „Mindest- Entwicklungsstandards“ machen wir es uns und unseren Kids auch gegenseitig nicht leicht, aufgrund der Bewertung unterschiedlicher Erziehungsstiele.

Es ist doch so, Erziehung ist immer auch geprägt von den eigenen Werte und Erfahrungen aus seinem persönlichen Gepäck.

Trotz dieser Tatsache scheint die Gesellschaft doch immer irgendwie die Erwartungshaltung zu haben in die Erziehung eines jeden Kindes reinreden zu müssen.

Das ist es was das Mutter sein, so häufig echt anstrengend macht, doch komischerweise kann ich mich nie richtig frei machen von der Meinung anderer. Was es uns Eltern jedoch am schwersten macht ist die harte Ansage/Denke vieler Menschen, dass wir Eltern einzig und alleine “schuld” sind am Verhalten unserer Kinder. Wenn sie also “Mist bauen” bzw. nicht gesellschaftskonform handeln, haben wir in der Erziehung versagt und sind somit “schuldig”!

Harter Tobak, wie ich finde!

Klar bin ich als Elternteil verantwortlich dafür was man Kind tut aber sorry, es ist noch in der Lernphase und kann vieles noch gar nicht durchblicken. Somit trifft weder das Kleinkind “schuld” wenn es sich “anders” oder auch mal daneben benimmt (sage nicht das es ok ist jemand anderen zu hauen oder zu schubsen!) noch die Eltern. In unserer Gesellschaft ist wohl gar nicht mehr bekannt das man nur aus “Fehlern” lernen kann, ohne diese würden wir auf dem Stand eines Babies stehen bleiben und uns nicht weiterentwickeln.

Fazit ist für mich das aufgrund dieser “Schuldigsprechung” von Eltern bei jeglichem Fehlverhalten von Kinders als auch aufgrund dieser überholten “Auflagen” wie ein Kind in welchem Alter zu sein hat, tut mir oft im Herzen weh mein Kind in der heutigen Zeit fremdbetreuen lassen zu müssen.

Wenn man mal sieht was das auf die unmittelbare Zukunft des Kindes für Auswirkungen haben kann, gerade wo die ersten 5-6 Lebensjahr so prägend im Bezug auf Selbstwert und Persönlichkeit und Bindung sind – erfordert es echt viel Vertrauen in die Kinderbetreuung und die Hoffnung das die Qualität der Betreuung langfristig landesweit besser wird.

Es stellt sich die Frage: wann gibt es wieder ausreichend Personal in den Kindergärten um unseren Kindern die Betreuung zu ermöglichen die sie als Individuum brauchen?

Unsere ganze Gesellschaft besteht ja auf dem Grundsatz des Funktionierens, aber warum sieht niemand ein das wir keine Tiere sind? Tierbabies werden nämlich bereits „reif“ geboren und bedürfen keiner Entwicklung! Der Mensch braucht hierzu viel Zeit und Liebe!

Ich wünsche mir für unsere Kinder ein System das wenigstens Verständnis & Offenheit für ihre Bedürfnisse bietet und sie anerkennt. Zudem wäre ein Fokus-Shift in der Pädagogik von „was ein Kind nicht kann“ zu „was ein Kind noch mit entsprechender Unterstützung lernen darf“ wichtig.

Ich möchte das mein gefühltsstarkes und sensibles Kind (dass mich oft in Liebe und Stolz zu ihm vergehen, aber auch in inneren Konflikten & Herausforderungen schwelgen lässt) das Gefühl hat einen Platz in dieser Welt zu haben!
Zudem bekommen Kinder heutzutage wenn sie das “Fremd-Erziehungsystem” durchlaufen, nicht nur den Stempel “falsch” zu sein aufgedrückt, sondern auch viel zu oft gleich eine „Diagnose“ wie z. B. ADHS oder dergleichen angehängt.

Ehrlich gesagt warte ich nur auf den Tag an dem mir die Diagnose das erste mal an den Kopf geknallt wird. Gut ist, ich habe aus eigener Erfahrungen gelernt das eine „Diagnose“ auch erstmal nur ein Wort und eine subjektive Bewertung durch eine Person ist – kein unabwendbares Schicksal dem man sich unterwerfen muss.

Dennoch ist es für jede Mutter erstmal ein Schlag ins Gesicht, das ihr lebendiges kreatives Kind das noch in der Entwicklung ist, gleich einen krassen Stempel aufgedrückt bekommt.
Schon alleine wenn ich darüber schreibe merke ich wie es mir als Mutter und meinem inneren Kind gleichermaßen weh tut!

An dieser Stelle ist es für mich wichtig an meinem inneren Kind und mit meinem Inneren Kritiker zu arbeiten, damit ich im Gleichgewicht bleibe und mein Kind wenig von der Sache mitbekommt. Die Entwicklung meiner Persönlichkeit in letzter Zeit ich wirklich 1:1 geknüpft an die Entwicklung meines Sohnes und seine Lernaufgaben, das Leben ist schon spannend.

Um zurück zum Thema zu kommen, es ist wichtig für uns Eltern immer daran zu denken uns vor Augen zu halten, sobald die Gesellschaft versucht unsere Kinder “funktionsfähig” zu machen: unsere Kinder sind noch „unreif“ und können erst durch unserer Hilfe einen guten Umgang mit anderen Menschen lernen. Also lasst uns versuchen ihnen ein gutes Beispiel zu sein.

Es ist schon auch spannend das das Leben einem doch immer wieder zufällig
genau an den „richtigen“ Lernaufgaben stellt, bei mir sind das im Bezug auf mein inneres & reales Kind: Bedingungslosigkeit, Geduld, Bedürfnisse & Grenzen erkennen und setzen.

Als Rahmenbedingungen für bewusste Erziehung meines realen & inneren Kindes dienen mir folgende Eckpunkte:

1) Wir können nur bis zu einem gewissen Grad Einfluss auf das momentane Verhalten unseres Kindes nehmen; (entweder wir sehen Fehlverhalten kommen und verhindern es von Grund auf, was nicht gut für die Entwicklung ist; oder wir helfen dem Kind Fehlverhalten im Nachhinein „richtig“ zu stellen).

2) Unser Kind ist noch „unreif“ und darf vieles erst noch lernen!

3) Ein bewusster Umgang auch mit unserer Entwicklung & innerem Kindes ist wichtig, für unsere Beziehungen zu unserem Kind.

Neben diesem Rahmen sind für mich die Inhaltlichen Grundsätze meiner Erziehung, welche mir die Orientierung verschaffen um nicht öfters in Selbstzweifeln zu ertrinken, folgende:

1. Ich möchte das mein Kind eine Persönlichkeit voller Selbstvertrauen und der Kenntnis um seine Bedürfnisse entwickeln kann. Was für ihn bedeutet, dass er auch Dinge probieren kann, die gesellschaftlich nicht wirklich befürwortet werden z. B. beim Basteln mit mehr Farbe & Glitter arbeiten auch wenn das der Sauberkeit nicht zuträglich ist oder sich im dreckigen Laub wälzen. Alles Sachen die keine Gefahr für ihn oder andere darstellen, außer vielleicht mehr Arbeit für mich und Unverständnis im außen zur Folge haben.

2. Grenzen sind für mich “richtig” gesetzt wo es respektlos/gefährlich/schmerzhaft für das Kind oder andere wird- was bedeutet das es auch mal etwas wilder oder lauter werden kann bei uns ;).

Per Definition beschreiben diese Grundsätze der Erziehung wohl das, was man allgemein unter „bedürfnisorientierter“ Erziehung aus aktuellen Berichten kennt.


Persönlich darf ich mich mit einen „gefühlsstarken“ und „hochsensiblen“ Kind beschäftigen dessen Entwicklung mir gerade viel Umdenken und Entwicklungsarbeit ermöglicht. Das empfinde ich grundlegend langfristig als positiv, kurzfristig ist es für mich aber auch echt sehr anspruchsvolle zeitintensive stressige Arbeit an mir selbst – die ich oft unterschätze…denke damit bin ich nicht allein 😉!


Für mich bedeutet der Umgang mit einem sensiblen und tief fühlenden Kind, wie ich es wohl auch mal war, dass ich es vor allem damit zu tun habe…

(Disclaimer: Einstufung der Bewertung beruht auf mir antrainierten gesellschaftlichen Verhaltensweisen und zum Teil neu erlernten 🙏🏻– also nicht alle so bierernst nehmen, denn ich stehe für die „Andersartigkeit“ 😉!)

ProCon
Sensible/Feinfühlig Enorme Gefühlstiefe
Stark ausgeprägte Sinneswahrnehmungen Starke Empfindsamkeit, schnell Überreizung speziell bei: Geräuschen, Spüren, Schmecken, Lichtreflexe
LebendigkeitSehr körperlich/Lautstark/ Grenztester
Kreativität / Liebe zum DetailPerfektionismus beim gestalten
WortgewandtheitPerfektionismus bei Aussprache 
Ausgeprägte Neugier/WissensdurstSchnell gelangweilt/gefrustet 
Ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl Impulsivität/Unberechenbares handeln

Ich finde es für mich wichtig in diesem Blog mal schwarz auf weiß aufgeschrieben zu haben wie ich mein Kind erziehen will – zur Orientierung in der Erziehung und für die persönliche Weiterentwicklung.

Zudem hoffe ich, dass es auch dir helfen kann deine Linie in Erziehung- und innerer Kind-Arbeit zu finden, um deinem Kind besser zur Seite zu stehen wenn es mal wieder zu wenig “funktionsfähig” in den Augen der Gesellschaft ist.


Zum Schluss noch ein Schulterklopfen an alle Mamas da draußen, inklusive meine, die täglich ihr bestes geben auch wenn die Umstände nicht immer rosig sind!Wir leisten großartiges und das mindeste, das wir dafür verdient haben ist unser Mitgefühl 💐 💖!


Von HerZen,

Silke

Zeit für Wandel..

Zeit für Wandel..

Häufig hab ich in letzter Zeit den Ausdruck „es liegt etwas in der Luft“ verwendet, manchmal fühlt es sich an als ob diese „etwas“ sogar fast greifbar wäre.

Die Erde hat sich in den letzten Jahrhunderten immer wieder grundlegend verändert, genau wie der Mensch – unsere Haut schafft es sogar sich in einem Monat komplett rundzuerneuern.

Die Evolution in ein unaufhaltsamer Veränderungsprozess, dem auch wir unser Leben zu verdanken haben. Gerade eben spüre ich ganz deutlich wie sich die Energien um uns herum als auch das menschliche Bewusstsein sich enorm verändert – auch ganz normal.

Wenn ich wissenschaftlich unterwegs wäre und Möglichkeiten hätte es zu untersuchen würde ich eine Studie machen, die sicher belegen könnte das dies auch nicht unwesentlich mit der Weiterentwicklung unserer Gehirne zu tun hat. Evolution eben!

Da ich aber auch ein spiritueller hellfühlender Mensch bin, der an die Quantenphysik glaubt denke ich auch das vieles von einer Energieveränderung in oder um die Erde ausgeht.

Wie dem auch sei – der Grund ist nicht belegbar aber für mich definitiv spürbar. In den letzten Jahren ist bei so vielen Menschen so viel Neues forderndes/förderndes passiert, das kann für mich kein Zufall sein.

Bei mir jedenfalls war der Wandel ab 2016 spürbar und Anfang 2019 ging es für mich dann gefühlt richtig los. Zusätzlich habe ich noch eine „Wingwave“ Sitzung gehabt, die mir zwar sehr half traumatische Erbmasse meiner Familie abzulegen aber auch einiges bewege so das ich über kurz oder lang in einer handfesten Krise landete. Im Nachhinein betrachtet durchaus zielführend & positiv für meine Weiterentwicklung aber wenn man drinsteckt wird alles einfach nur so unendlich düster und angstvoll.

Doch jede Phase geht vorbei, als Mutter ist das übrigens auch mein lieblingsmotitationsspruch „ ach ja, die Phase xy die geht bald vorbei“…falls die Mütter unter euch wissen was ich meine 😏.

Dieses Jahr nahmen die energetischen Veränderungen und die Bewusstwerdung dann nochmal ganz schon an Fahrt auf so das ich mich auch Anfang 2020 nach langem Ringen für die „Rise up & Shine Uni“ by Laura Malina Seileranmeldete, zusätzlich zur herkömmlichen Therapie konnte mich diese super dabei unterstützen der Veränderung endlich ins Gesicht zu sehen, sie beim Namen zu nennen und aktiv an meiner negativen Glaubenswelt zu arbeiten.

Es war echt harte Arbeit für mich, dahin zuschauen wo es weh tut, Gefühle zu entdecken, Gefühle zu fühlen und Glaubenssätze aufzulösen. Unendlichen Dank an Laura für diesen Kurs und die Chance mit Veränderungen lernen besser umzugehen.

Veränderungen aktiv zu suchen und anzugehen war schon immer ein Teil meines Lebens, aber so groß und so umfängliche Dinge anzugehen das ist schon ein anderes Level das ich nur höchst ungern freiwillig angehe, bisher zwang mich meist das Leben dazu.

Was soll ich sagen, seither hat sich meine Bewusstheit enorm erhöht, ich sehe meine Schatten- und meine Licht-Anteile jetzt und kann deshalb besser nach Lösungen suchen um mich ins Gleichgewicht zu bringen.

Der zweite wichtige Entwicklungensschritt dieses Jahr ging für mich in Richtung Zen-Buddismus. Die YouTube Channel von Thich Nath Hahns Plum Village (Zen Mönch) und dem Daishin-Zen Kloster von Hinnerk Polenskiwaren mir gerade in Corona Zeiten wichtige Anlaufstellen für den täglichen Weg zurück zu mir/in mein Herz/in meine Mitte.

Aktuell, da ich mein Herzensprojekt angegangen bin und mir“Zensibility“(Blog & Podcast) im Ansatz aufgebaut habe steht die nächste Veränderung an die mich sowohl erfreut als auch beängstigt: der Weg zur Selbstakzeptanz um mein Licht leuchten zu lassen.Ziemlich viel gerade für mich das Schwanken zwischen der Freude, Versagensangst und damit verbundenen Scham.

Aber ich sage mir es ist allemal besser etwas versucht zu haben und daran gescheitert zu sein, als es nie versucht zu haben! Letzteres würde ich spätestens auf meinem Sterbebett bereuen!

Ich versuche mein Ego nicht die Oberhand bekommen zu lassen, denn für mich soll es bei Zensibility nicht um die Anzahl der Likes/Follower etc. gehen sondern darum das Leben von euch & mir liebevoller zu machen – so wie es eigentlich in der Realität von der Natur vorgesehen ist!

Ach wenn es „nur“ mir gut tut schöne Bilder zu gestalten und liebevolle Texte zu schreiben, die keiner liest – so sei es…insofern kann es also gar kein wirkliches „Versagen“ meinerseits werden- solange ich mir die Freude & Liebe nicht von der Angst kaputt machen lasse.

Ich bin mir sicher auch ihr spürt die Qualität dieser Zeit und erhöhte Bewusstsein auf die eine oder andere Weise und wahrscheinlich hat auch euer Leben gerade nicht „nur“aufgrund von Corona seine Herausforderungen. Lieg ich da richtig? Nun, die Zeit ist reif und wir sitzen im selben Boot. Wollen wir sie zusammen angehen die Veränderungen?

Gerne würde ich dazu von euch lesen, hier in den Kommentaren oder auf Instragramm (@zensibility_20)❤️.

Sorgt dabei gut für euch und findet das passende Tempo und Methoden& Impulse die euch dabei unterstützen! Ich drücke euch die ✊🏻.

Von 💖,

Silke

Gedanken zur Authentizität

Authentizität ist ein großes Wort, das mir immer wieder über den Weg läuft sobald es darum geht was ich mir für mich wünsche und was mir helfen kann um mehr in mir zu ruhen.

Gedanken zur Authentizität

Erst heute bin ich wieder in einem Podcast darüber gestolpert, komischerweise in einem Erziehungsratgeber zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation“.

Na ja, so komisch ist das wenn ich darüber nachdenke gar nicht, denn gerade wenn man erzieht sollte man sich „zwangläufig“ mit sich und seiner eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen um dem Kind die eigenen Werte, gesunde Glaubenssätze und Selbstbewert mit auf den Weg zu geben.

Die Frage die mir hier gestellt wurde, war: „ Was würdest du deinem Kind mitgeben wenn du ihm eine Sache mit auf seinen Weg geben könntest?“ Da schoss es mir wieder durch den Kopf – das Wort „Authentizität“!

Anscheinend ist es jetzt an der Zeit sich mal mit dem Begriff und all dem was er für mich bedeutet, auseinander zu setzen. Wichtig sind mir hierbei folgende Fragestellungen:

– Wie definiere ich diesen Begriff für mich?

– Wie fühlt es sich an authentisch zu sein? Vs. Wie fühlt es sich an nicht authentisch zu sein?

– Warum bin ich nicht „authentisch“? War ich es jemals?

– Was bringt mir Authentizität für mein Leben ? Vs. Was ist wenn ich nie autentisch werde, wie sieht mein Leben dann aus? Gibt es nur „volle Authentizität“ oder auch „ein bisschen authentisch“ ?

Wie lautet also meine Definition des Begriffs der „Autentizität“ – puh…es erscheint mir so groß und wichtig dieses Wort, dabei komme ich mir selbst weitaus weniger wichtig und klein vor. Also liegt wohl genau hier mein Ansatzpunkt: das Wort steht dafür mich selbst wichtig zu nehmen – sprich für meinen eigenen Selbstwert. Bin ich authentisch, nehme ich mich selbst mindestens genauso wichtig wie das Wort ;).

Wenn ich mich wichtig nehme, dann nehme ich mir Zeit wahrzunehmen was ich spüre, fühle, denke und leite daraus mein ZUGRUNDELIEGENS Bedürfnis ab.

Hört sich so auf den Punkt gebracht eigentlich ganz leicht an – vielleicht liegt es ja an meinem alter Glaubenssatz der besagt: „ puh….das ist harte Arbeit für mich das zu erreichen“- aber irgendwie ist es mit einem Kopf voller Gedanken echt nicht wirklich einfach da überhaupt was zu erkennen. Demzufolge könnt ihr mir glauben, es ist’s ein Lernprozess der geübt werden will.

Es ist für mich also wichtig um überhaupt authentisch sein zu können das ich in Ruhe bei mir ankomme (Fokus meiner Energie auf mich & meinen Körper), Gedanken filtere/sortiere und daraus letztendlich meine Bedürfnisse erkennen kann.

Auch wie ich dann mit den Bedürfnissen umgehe gehört für mich zum „authentisch“ sein Dazu.
das wahrgenommene „Bedürfnis“Darf anschliessend aus meiner Sicht daraufhin überprüft werden Ob es wirklich Ein Herzensbedürfnis ist oder ein „Fake-Bedürfnis“- dahinter Steckt?

Wahrscheinlich fragt ihr euch jetzt: wie erkennt man den Unterschied?

Vielleicht hilft ein Beispiel es zu erklären, nehmen wir an ich spreche eine Einladung an Bekannte zum Café bei uns zuhause aus.

Ist es mir ein Herzensbedürfnis fühlt es sich warm, befreiend an und es lässt mich voller Vorfreude tanzen.

Es handelt sich um ein „Fake-Bedürfniss“ wenn ich die Einladung zum Beispiel nur ausspreche um die Erwartung von Menschen zu erfüllen aus Angst sie zu verlieren oder verärgern. Hier fühle ich keine wirkliche Freude, fühlt sich eher wie eine „erfüllte Aufgabe auf meiner To-Do Liste an“… kurzfristig vielleicht befriedigend aber nicht langfristig erfüllend.

Eigentlich theoretisch eine gute Erklärung, ich hoffe ich kann die Unterscheidung beim nächsten Mal selbst, auch noch mit dem Kopf in den Wolken, bei mir anwenden :). Also eines sei damit noch gesagt, auch wenn ich jetzt so allwissend daherrede, bin ich auch ein Mensch der die Theorie vor lauter Praxis oftmals aus den Augen verliert ;).

Ok, nehmen wir an wir haben jetzt unser Herzensbedürfnis identifiziert dann ist es zudem noch wichtig das Bedürfnis benennen und artikulieren zu können um authentisch zu sein.

Zusammengefasst ist also die Antwort auf die Frage was ist für mich die Definition von:

„Authentizität“ bedeutet in meiner Welt:

mich wichtig zu nehmen und mich zu spüren um so mein Herzensbedürfnis entdecken und artikulieren zu können.

Ausgehend von der Definition, war ich jemals authentisch? Ich denke ja, als Kind. Wenn man ein Kind ist ist man ein unbeschriebenes Blatt, frei von negativen Glaubenssätzen und anerzogenen Erwartungshaltungen, die einen dazu veranlassen können irgendwann nicht mehr authentisch zu sein.

Was ist es also was unsere „Authentizität“ beeinflusst?

Meiner Erkenntnis nach sind die Erziehung, indoktrinierte Glaubenssätze, anerzogene (gesellschaftliche) Erwartungshaltungen und eigene Erfahrungen die Basis für Schwankungen bzw. Veränderungen in der eigenen Authentizität.

Das wesentlichste Element das meine Authentizität beeinflusst hat waren Erwartungshaltungen. Es fällt mir deshalb heute noch immer nicht „ganz leicht“ zu spüren was sind meine Bedürfnisse sind und diese von Fake-Bedürfnisse aufgrund von Erwartungen/Gefühlen zu unterscheiden.

Da ich ein Perfektionist bin stellt sich für mich im Hinblick auf „Authentizität“ auch sofort die Frage nach dem Grad der Authentizität der als erstrebenswert gilt.

Kann man immer total authentisch sein oder ist man mal mehr mal weniger authentisch, je nach Tagesstimmung? Ich glaub alles was zu extrem in eine Richtung geht ist weder vom Erfinder gewollt, noch ist es gut für uns Menschen!

Also versuche ich mal wieder meinen Perfektionismus im Zaum zu halten 😉 und meine Tagesform im Hinblick Authentizität zu akzeptieren so wie sie ist. Da „Akzeptanz“ auch einer meiner größten Lernprozesse im Leben ist wird es somit nicht langweilig.

Last-but-Not-least lande ich bei meinen Gedankengängen zur Authentizität bei der Frage was ich mir eigentlich von mehr „Authentizität“ für mein Leben verspreche und was passiert wenn ich es nicht erreiche?

Das Gefühl das Authentizität in mir auslöst, habe ich ja oben kurz angesprochen, auf den Punkt gebracht ist es: innere Freiheit, Ruhe, Balance, wohltuende Leere.

Wenn ich authentisch bin, bin ich im Einklang mit mir selbst und folge meinem Herzen. Da ich zudem ein großer Fan der Quantenphysik bin und in „Energien“ denke, drücke ich es mal so aus: meine Energie ist wenn ich authentisch bin im Fluss und verbindet mich mit allen Lebewesen, der Erde und allem was Energie „ist“.

Eines der besten Instrumente für mich um Authentizität vor allem im Rahmen der Kommunikation aktiv zu leben ist der Ansatz der bedürfnis-orientierten Kommunikation – auch „gewaltfreie Kommunikation“ (nach Marshall Rosenberg) genannt. Einer der besten Podcasts zu dem Thema, besonders wenn es um Erziehung und die damit verbundene eigene Persönlichkeitsentwicklung geht, ist „ Familie verstehen; Das ABC der gewaltfreien Kommunikation“ von Coach Kathy Weber. Ich bin immer wieder begeistert wie sie es schafft Bedürfnisse hinter manch nervigen Verhaltensweisen von Erwachsenen und/oder Kindern zu entlarven und Tipps gibt diese bedürfnisorientiert an das Gegenüber zu adressieren. Echt geniale Arbeit die Kathy da leistet, dickes Danke von mir dafür!

Ich finde es echt spannend was da manchmal aus mir raussprudelt, wenn ich mich an meinen Blog setzte. Mir hat es mehr Klarheit und Orientierung für den weiteren Weg gebracht und ich hoffe das vielleicht der eine oder andere Impuls/Denkanstoß für euch dabei war.

Ich lasse es jetzt erst mal auf mich wirken und leg mich aufs Ohr!

Von Herzen,

Silke

Meine Meinung ist mir wichtiger als die anderer…

Meine Meinung ist mir wichtiger als die anderer...

Moment mal – Stopp!

Irgendwie fühlt sich das, was mein Gegenüber gerade sagt plötzlich komisch für mich an. 

Meine innere Stimme schreit sofort ganz entrüstet: „Bring sofort deine Meinung und dein Bedürfnis zum Ausdruck, das kann ja echt nicht wahr sein!“

Aber irgendwie scheint mir mal wieder die Angst vor Gesichts- oder „Freundschaftsverlust“ im Weg zu stehen.

Gerade noch waren wir bei dem Thema auf der selben Wellenlänge, zogen am selben Strang, und dann im nächsten Augenblick verändert sich die Atmosphäre und die Reaktion plus Meinung des Gegenüber werden anders.

Was ist da gerade passiert?

Ich sehe das bei meinem Gegenüber ganz plötzlich eine emotionale Wende stattgefunden hat – ein Trigger für ein altes Verhaltensmuster wurde aktiviert. Was dazu führte, dass eine gravierenden Veränderung der Situation, als auch für meine Gefühlslage eingetreten ist.

In einem Moment ist da Harmonie, ja sogar Verbundenheit bei einem Thema, und in nächsten ist ein Cut/Trennung/Neid/Angst. Die Reaktion des anderen führt dazu, dass ich mich extrem unwohl fühle. Natürlich geht es hier nicht um Schuldzuweisungen! Nein, diese Gedanken dienen mir lediglich zur objektiven Standortbestimmung.

Meine erste Reaktion an Tagen an denen ich schlecht drauf bin, ist mir die Schuld daran zu geben, dass es sich ein Gespräch nicht mehr gut anfühlt.
Aber heute ist nicht einer dieser Tage – ich bin ganz bewusst bei mir und meinen Gefühlen. So nehme ich war, dass nichts davon mit mir, sondern alles mit dem Gegenüber zu tun hat.

Ich möchte am liebsten einen ablehnenden Gesichtsausdruck aufsetzen, mich abwenden und weggehen.

Aber wie immer bin ich viel zu höflich um dies zu tun.

Ich erkenne mein Bedürfnis aN, dass es mich wütend macht das man so mit mir umgeht.

Also entscheide ich mich, erstmal tief durchzuatmen, kurz was zu trinken und die Emotion runter kommen zu lassen. Es fühlt sich immernoch nach einer guten Idee an klar, respektvoll und objektiv meine Meinung zu sagen.

Also treffe ich heute endlich mal die bewusste Entscheidung für mich und bringe mein „Unmut“ mit Bitte um Korrektur zum Ausdruck.

Es war eine Entscheidung für mich und meinen Selbstwert und in diesem Fall war ich echt happy das mein Mut belohnt wurde und Gehör und Verständnis erfuhr.

Das ist doch Das was wiR uns alle in unseren Beziehungen mit anderen wünschen, gehört und gesehen zu werden und bestenfalls verstanden zu werden.

Es tat gut, dass mein Mut sofort belohnt wurde. Es hilft ungemein auf solche positiven Beispiele zurückgreifen zu können, wenn man wieder zu der Frage kommt: bin ich, ich und sage was mir wichtig ist oder halte ich den Mund um den Frieden nicht zu gefährden?!

Wenn ich eineS im Leben gelernt habe, dann ist das, daSs Angst nie ein guter Ratgeber ist und man am besten den steinigeren Pfad wählt um zum erfüllenden Ergebnis zu kommen :)!

Meist lässt die nächste Gelegenheit seinen Mut zu eigenen Bedürfnissen zu stehen nicht lange auf sich warten, wenn auch dieses Mal das Ergebnis offensichtlich weniger befriedigend für mich war.

Ich hatte einer guten Bekannten, um nicht zu sagen Freundin, von der Sache erzählt, in einem Anflug von Wut.

Zunächst zeigte sie Verständnis und versuchte mich liebevoll mit guten Ratschlägen zu beruhigen. Sie meinte, das sie an der Stelle auch nie gehört worden wäre und sie glaube das es wenig Sinn macht hier Gefühle zum Ausdruck zu bringen.

Als sie aber später erfuhr das ich meinem Bedürfnis gefolgt war und der Person mitgeteilt hatte, wie mich ihr Verhalten hatte fühlen lassen und damit sogar sofort gehört wurde, schlug ihr Verständnis in etwas um das sich wie Neid anfühlte.

Sie brachte es zum Ausdruck indem sie meine Intention und mein Bedürfnis ins lächerliche zog, wahrscheinlich weil sie es nicht gewagt hatte ihrem Ärger in der Vergangenheit auf ähnliche Art Luft zu machen.

Es wird mir immer ein Rätsel bleiben warum Menschen sich über andere lächerlich machen, ich finde es respektlos ein ehrliches Bedürfnis des Gegenüber ins lächerliche zu ziehen.

Es zeigt meist ganz klar wo die Wunden dieses Menschen liegen. Als ich das erkannte, spürte ich keine Wut mehr für diesen Menschen, der mir sowieso am Herzen liegt, sondern Mitgefühl.

Mitgefühl dafür das auch er unter der selben Sache wie ich gelitten hat und das noch immer noch tut!

Im Nachhinein betrachtet finde ich es enorm wohltuend das sich Wut in Mitgefühl verwandeln kann. Von einer Emotion die sich innerlich nach Trennung zum Gegenüber anfühlt, zu einer Emotion die zu einer Einheit bzw. Verbundenheit miteinander führt!

Unglaublich was Mitgefühl mit anderen, und sich selbst zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden beitragen kann.

Einmal mehr nehme ich mir also vor: liebevoll mit mir zu sein und zukünftig meine Bedürfnisse öfter für mich in den Vordergrund zu stellen und für mich einzutreten – bevor ich mir die Frage stelle was andere darüber denken oder wie sie reagieren könnten.

Die Reaktionen anderer auf Gesagtes, beruhen nämlich meist auf deren Gefühlen (getriggert durch ihre Vergangenheit) und haben weniger mit meiner Meinung oder mir zu tun!

Eines noch zum Abschluss das ich uns allen wünsche: mehr Mitgefühl & SOLIDARITÄT Im umgang miteinander- gerade unter Frauen und/oder Müttern!
Wir sitzen doch alle im selben Boot und wollen alle „nur“ gesehen, gehört und verstanden werden!

Wie sagt man so schön: we are in this together!

Von Herzen,

Silke

Nachtrag: manchmal ist es wohl auch gut erstmal runterzukommen darüber zu schlafen und mit Freunden zu reden 😬 bevor man sich in einem Blog damit auseinandersetzt 😉🤐🤭🤪! Hätte ich mir wohl auch einiges an Energie gespart. Denn im Endeffekt war es wohl lediglich ein Missverständnis und nach näherer Betrachtung wohl nicht dazu gedacht um sich über mich „lustig zu machen“. Living & learning! Mea culpa 💕🌺😘!!!!

Nichts desto Trotz hat es mir viel gebracht Dinge von allen Seiten zu beleuchten und auch mal wieder „Fehler“ zu machen und mich weiterzuentwickeln🥰.

Im Chaos den Sinn finden…

Im Chaos den Sinn finden...

Seit ich meinen beruflichen Wiedereinstieg gestartet hatte, lief der Alltag wieder gefühlt in einigermaßen “geordneten Bahnen”. Das “normale” Leben hatte mich wieder! Die Phase meiner Depression lag hinter mir, was mich gedanklich weitaus weniger schuldig fühlen lies, da ich ja wieder meinen Beitrag zur Familienkasse & Gesellschaft leistete.

Der Morgen verlief für mich erstmals seit langem ruhig, da ich das Privileg hatte heute noch liegen bleiben zu dürfen während mein Mann unseren Sohn zurecht machte, um ihn in den Kindergarten zu bringen.

Yeah…das Leben war auf meiner Seite – was konnte da noch schiefgehen?

Endlich konnte ich meine morgentliche Routine wieder durchführen – ohne das Gefühl völlig getrieben zu sein und schnell zum Ende zu kommen. Für mich bedeutet das, dass ich..

  • mich genüsslich im Bett dehne – tut mir persönlich immer gut, besonders in den Beinen, ich habe mal gelesen das die Ängste der Vergangenheit sich gerne körperlich gerade dort festsetzen – für mich ist diese Aussage jedenfalls sehr stimmig :).
  • meine 10 Versprechen (meine Lieblingsmantren wie z. B. “Ich bin genug, ich tue genug, ich habe genug”) in Ruhe laut rezitieren und mich in sie reinfühlen kann.
  • dreimal tief ein- und ausatme nach Zen-Art von Thich Nhat Hahn: Ich atme ein und stelle mir vor das ich eine Blüte bin, die dabei aufgeht. Ich atme aus und stelle mir dabei vor das ich ein Berg bin der fest geerdet ist.

Wenn ich es schaffe mir diese ca. 10-15 Minuten am Morgen allein zu nehmen, und dabei nicht sofort zur nächsten Tagesaufgabe hetzen zu müssen, dann fühle ich mich mehr in meinem Herzen und viel motivierter. Die Freude auf den Tag und all seine Herausforderungen lässt ich dann immer regelrecht aus dem Bett springen – ganz im Gegensatz zu der Trägheit die mich an anderen Tagen gefühlt aus dem Bett kriechen lässt.

Leider kommt es allerdings viel zu häufig vor das mein Sohn mich weckt und Aktion angesagt ist und ich froh bin wenn ich die Augen dabei offen halten kann :).

In diesen Fällen fällt die gepriesene Morgenroutine dann so aus das ich zumindest die Atemübung in den Tagesstart einfliessen lasse. Für den Fall das dann zwischendurch noch ein paar Minuten “me-time” anfallen lasse ich mich häufig auf mein Meditationskissen fallen und versuche kurz Zazen zu machen – sitzen & atmen ohne jeglichen Anspruch/Druck/Erwartung…einfach “nur” hier Sein ohne irgendwohin zu müssen.

Ehrlich ihr lieben: an manchen Tagen klappt es mit der Meditation und an manchen war es zumindest einen Versuch wert, um liebevoll mit mir zu sein :).

Heute war Home Office angesagt, also hieß es den flexiblen Arbeitsplatz herrichten. Mich “herzurichten” hatte ich aktuell noch keine Zeit – es musste erstmal ein Cafe zu starten in den Tag her.

Also stürzte ich mich voll rein in die Arbeit, ich bin jemand der ziemlich leidenschaftlich dabei ist und auch wenn die Themen manchmal in wenig Zeit erledigt werden sollen, einen gewissen Anspruch an seine Leistung hat. Denke mein Chef sieht das manchmal etwas anders, aber so sind die Menschen einfach alle anders gestrickt und das wichtigste ich immernoch zum selben oder noch besseren Ziel zu kommen ;).

Die Themen waren heute komplex und es standen viel Meetings in einer Reihe hintereinander an bei denen Rückfragen und Diskussionsbedarf bestand. An solchen Tagen wo ein Meeting das andere jagt, schwirrt mir nicht nur der Kopf – ich fühle mich auch als ob ich Bodenhaftung verliere und weniger geerdet bin.

Ich denke für sensible Menschen mit Natur aus vielen Gedankengängen ist es sowieso immer etwas herausfordernder Multi-Tasking und die heute Informationsfülle und Komplexität der Arbeitswelt zu verarbeiten, aber was es dann noch energieraubender macht ist diese hohe Taktung der Meetings.

Nicht zur eigentlichen Arbeit zukommen, geschweige denn alles korrekt dokumentiert zu bekommen was an To-Dos aus den Meetings zu erledigen ist wird echt zur Herausforderung. Gefühlt steigt man innerer Druck, da ich nichts effizient abgearbeitet bekomme – auch wenn man sonst viel tut.

Meist bin ich so tief drin das ich sogar vergesse aufs Klo zu gehen bzw. es bewusst verschiebe, ebenso Essen oder trinken. Diese Verhaltensweise erkenne ich zum Glück mittlerweile schnell und kann wieder gegensteuern, denn diese dauerhafte Vernachlässigung von Grundbedürfnissen führte mich doch erst in die Depression.

Ja- für mich ist einer der wesentlichen Faktoren warum ich depressiv war/bin nicht das ich weniger belastbar bin/war sondern das ich nicht genug positive Anreize in meinen Alltag eingebaut habe und Grenzsetzung zugunsten von Verantwortungsbewusstsein vernachlässigt habe. Das musste jetzt an der Stelle mal raus, denn ich kann es überhaupt nicht leiden das in unserer modernen Gesellschaft Menschen mit die unter ihren Non-Stop Gedanken leiden und depressiv werden als weniger belastbar oder sogar “krank” hingestellt werden.

Ja es ist eine Form der Krankheit, rein objektiv gesehen, aber man ist deshalb genau wie bei einer “normalen” Krankheit weder “Gaga” oder “nicht zurechnungsfähig” noch “weniger belastbar”. Vielleicht funktioniert manches langsamer oder man fühlt einfach leider gerade viel zu viel negative Emotionen als positive – aber das tun “gesunde” Menschen ja ehrlicherweise auch.

Ich habe mal gelesen, das es total normal ist das die Gedankengänge eines Menschen täglich zu ca. 70% negativ sind, das scheint wohl aufgrund unserer Konditionierung einfacher zu sein als wohlwollendes zu denken ;). Depression ist für mich also lediglich eine eine längerfristig bestehende Überlastung der Nerven getriggerter durch zuviel Gedanken/Glaubenssätze die negativ sind und meist in der Vergangenheit ihren Ursprung haben.

So jetzt bin ich leider etwas vom eigentlichen Thema abgeschweift ;)…aber es ist mir echt wichtig mit diesen Klischees und Stigmatisierung von (temporär) psychisch angeschlagenen Menschen aufzuräumen!
Es geht dabei nicht nur um mich, denn ehrlich ich hab mich durch meinen Blog schon geoutet, vielmehr hoffe ich dazu beizutragen das sich die Sichtweise der Menschen auf psychische “Krankheiten” dadurch korrigieren lässt.

Also zurück zu meinem Chaos Tag: die Arbeit lief wie gewohnt im Informations- und Meetingüberfluss dahin, was mich dazu veranlasst mich wieder der bewussten Atemübung für drei Atemzüge zuzuwenden…hab da echt lange üben müssen – aber jetzt spüre ich da schon mehr Entspannung und Erdung als am Anfang.

Erschrocken bemerkte ich irgendwann, das es schon wieder Zeit war den PC zuzuklappen und mich startklar für den Weg zum Kindergarten zu machen. Wo geht die Zeit nur hin, wenn man konzentriert ist?

Also trotz spät-dran-seins bewusst normal bzw. entspannt gehen und tief atmen um den Weg zum Kindergarten für eine bewusste Denkpause zu nutzen um wieder bei mir anzukommen. Ich persönlich nenne es ja auch – meinen Versuch zur Gehmeditation.

Ja ihr lieben: Bewusstheit und Erdung/Mitte finden lässt sich in allen Lebenslagen trainieren….auch wenn es für mich gefühlt ewig gedauert hat bis ich es hinbekommen habe.

Also lief ich so, einigermaßen geerdet, zum Kindergarten…alles ist gut :). Die Erzieherin kam freudestrahlend auf mich zu und erklärte mir das mein Kind heute so brav war und immer der erste der fertig war – ob persönlich habe da ja eine etwas andere Sichtweise: das ein Kind zwar Grenzen kennen & lernen soll aber immer noch gerne ein Kind sein darf. Na ja…ich lächelte – ist ja lieb gemeint von ihr und ich schätze sie sehr.

Der kleine kam gleich auf mich zugestürzt und war auf einmal gar nicht mehr so “brav” – er bombardiert mich mit Fragen die ich leider verneinen musst und somit nahm das “Drama” seinen Lauf ;).

Mein Sohn ist hat viele Talente, aber eines seiner größten ist es so laut zu schreien wenn ihm was nicht passt das Gläser springen und die ganze Stadt alarmiert ist. Es ist immer wieder “nett” in diesem Zustand mit ihm durch die Münchner Innenstadt laufen zu “dürfen”. Ja seit ich eine Mutter bin weis ich wie es sich anfühlt der Negativ Magnet von Aufmerksamkeit im Umkreis von Kilometern zu sein. Trotz Verständnis für mein Kind, dass gerade einfach sichtlich überfordert von allen seinen Gefühlen ist und sich entwicklungstechnisch gar nicht anders verhalten kann, möchte ich dennoch im Boden versinken nachdem ich mir eine Packung Oropax ins Ohr gestopft habe.

Der Stresslevel, von mir als geräuschsensiblen Menschen, schnellt also gefühlt auf 380% hoch und tanzt Tango bis wir zuhause ankommen und der kleine sich langsam beruhigt.

Erschöpft sinken wir beide auf das Sofa und gönnen uns erstmal ein kleines Eis und auch eine kurze ruhige Auszeit.

Es dauert schon einige Zeit und einen Cafe bis ich mich davon erhole und mich entscheide es heute mal langsam mit dem Kinder-Mittagsprogramm angehen zu lassen.

“Pausen für mich nicht vergessen und vor allem tief Atmen” – ist mein Mantra dabei.

Das Kind will allerdings doch öfter mal bespaßt werden und dabei konstant im Hier & Jetzt zu sein ist gerade bei meinem Energieverlust nicht mehr möglich…also einfach annehmen wie es ist auch wenn ich gestresst und schlecht gelaunt bin.

“Mitgefühl ist mich und diese herausfordernde Situation” ist der “Zaubersatz”!

Natürlich wird es nicht ruhiger bei uns zuhause, nein es kommt ein Spieldate vorbei – soweit so gut – man kennt sich, man mag sich…wenn ich es nur einfach annehmen könnte das ich gerade einfach durch bin und denn Kids weniger bieten kann.

Na ja..irgendwann ist es dann Essens-, Kuschel- und Bettgeh-Zeit und es wird langsam aber sicher ruhiger und entspannter im außen und meinem inneren.

Nach dem Zubettbringen widme ich mich erstmal wieder der Atmung und nach einiger Zeit tritt der Effekt ein – mein Herz tritt wieder in den Vordergrund und lässt mein Gehirn zur Ruhe kommen. Durch weniger Denken sinkt auch der Stress und ich fühle mich wieder etwas mehr wie ich selbst – in meiner Mitte.

Der innere Druck lässt nach, es wird still und leerer in mir. Es entsteht Raum für Liebe und mehr Mitgefühl, Akzeptanz der Situationen und die Möglichkeit alles ins rechte Licht zu rücken. Aus dem kreativen Nichts in mir entstehen folgende Fragen:

  • Was wenn es nicht einfach “nur” ein chaotischer, stressiger Tag war – einer derer die es immer wieder mal gibt?
  • Was wenn mein Kind nicht nur einen schlechten Tag hatte oder selbst gestresst war ?
  • Was wenn dieser Tag in Wahrheit vom Leben so gestaltet wurde um mich “liebevoll” weiterzuentwickeln – damit es nicht langweilig wird ?

Mein Herz gab die eindeutige Antwort:

Ja, diese Tage sind Wachstumstage für dich. Dein Sohn ist dabei dein bester Lehrer!

Ich muss sagen diese Herzens-Wahrheit macht es mir leichter in meine Mitte zu kommen, zu lächeln und mich auf Morgen zu freuen ;).

Ich wünsche euch das auch ihr in euren Herausforderungen die befreiende Herzens-Wahrheit finden könnt.

Lasst uns das gemeinsam üben – vielleicht klappt es ja irgendwann von allein 🙂

Von Herzen,

Silke

Vom Umgang mit Zeit…

Vom Umgang mit Zeit...
Sei dir wichtig: nutze deine Zeit bewusst, für dich!

Seit Jahren hatte ich als Mama wenig bis keine Zeit für mich, und wenn doch 2 Std am Abend noch zur Verfügung standen war ich immer total überfordert was ich jetzt damit anfangen sollte ;).

Es fühlt sich für mich so an als hätten wir Menschen bei dem andauernden rennen von einem Termin/Erledigung zum anderen vergessen wie es ist zeitliche Lücken im Plan zu haben – meist ist ja alles durchgetaktet. Wenn sich dann doch freie Räume im Zeitplan ergeben erschlägt mich dieser Raum im ersten Moment förmlich, sprich ich stehe total unter Druck was ich alles damit anfängen “müsste” um endlich mal wieder “was für mich zu tun” bzw. mich wirklich wohl statt gehetzt zu fühlen.

Ich als sensibler Mensch fühle die gesellschaftlichen Schwingungen sehr stark, all diese Pflichten die man hat und alles was man darstellen will um ein akzeptierter Teil der Gesellschaft zu sein. Was also “müsste” ich an einem solchen freien Tag tun, was wird von mir erwartet: gechillt den Tag zu genießen, in Harmonie mit mir selbst zu sein und gleichzeitig alles für die Familie zu tun, Haushalt, Einkäufe, Putzen etc.? Für mich ist der Fokus auf das Umfeld und deren Bedürfnisse stark anerzogen, da es war meinen Eltern sehr sehr wichtig das andere dachten.

Ich persönlich möchte mich mehr und mehr davon lösen, wie man leben sollte damit keiner mit dem Finger zeigt. Ich möchte meine eigenen Bedürfnisse, Launen, Lebensart nachkommen und einfach “Sein”.

Ich möchte mein Leben leben, so dass ich am Ende meiner Tage sagen kann: ja das war mein Leben, ich habe es genossen mit allen ups & downs!

Heute morgen als ich erwachte, merkte ich das ich gerade nicht wirklich auf meinem Weg bin. Nach all den Jahren funktionieren und ackern, habe ich für mich die bewusste Entscheidung treffen können, das leisten hintenanzustellen und mehr Freizeit für mich zu haben, was zum Glück gerade finanziell funktioniert.

Ich habe mich aufgerafft und eine 4-Tage Woche in mein Leben gerufen. Heute war nun der erste freie Montag und ich wachte auf – nicht mit dem Gedanken von Freiheit & Freude darüber, sondern mit Druck und Angst.

Ich wollte heute erstmals nach Ewigkeiten ein paar Stunden länger schlafen, was auch super funktionierte nachdem mein Mann den kleinen heute früh in den Kindergarten brachte. Statt darüber glücklich und zufrieden zu sein, fühlte ich mich schuldig und getrieben.

Schuldig da ich länger als andere arbeitende Mitglieder – besonders meine Mann – der Gesellschaft ruhen durfte und mich früh nicht um meinen Sohn gekümmert hatte. Das “Rabenmutter” als Stimme der Gesellschaft klang mir schon im Ohr. Ich wollte aufspringen und schnell all die Aufgaben erledigen die ich in den letzten Stunden nicht habe schaffen können, das Geschirr musste in die Maschiene geräumt werden, die Wäsche gewaschen, der Boden gesaugt etc.. Der Druck stieg merklich je wacher ich wurde und die Angst vom Leben abgehängt zu werden kam auf.

Als ich nach ein paar Minuten bewusst wahrnahm was da gerade in mir los war, musste ich erstmal schmunzeln ;). Da mache ich jetzt seit Monaten Atemübungen, Zazen und höre bei der Hausarbeit meine liebsten Achtsamkeitstalks von Zen Mönch Thich Nhat Hahn und dennoch sitze ich hier und fühle mich als wäre ich wieder das kleine Zahnrad im Uhrwerk der Gesellschaft das getrieben ist und nur funktioniert.

Die Bewusstheit, ist der wichtigste und auch der herausfordernste Schritt für mich – denn sobald ich wahrnehme was hier gerade läuft greift eines meiner Versprechen nach denen ich versuche mein Leben auszurichten: ich übernehme Verantwortung für meine Gefühle, Gedanken und Glaubenssätze!

Also kam ich aus der Nummer nicht raus, mein erster freier Tag ist mir viel zu wertvoll um ihn an die negativen Glaubenssätze und Gefühle der Vergangenheit zu verschwenden.

Klar ausgedrückt: ich möchte lernen diesen Tag der mich monatlich immerhin 500€ kostet für mich zu nutzen.

Immer noch keine einfache Frage: was würdet ihr mit freier Zeit tun was auch mehr zu euch selbst bringt?

Wie sagt Thich Nhat Hahn immer so schön “erstmal atmen”, also konzentrierte ich mich auf drei bewusste Ein-/Ausatmungen und schon lichtete sich der Nebel der Vergangenheit aus Druck/Stress & Angst.

Es entstand ein offener heller Raum in mir voller Möglichkeiten.

Fakt ist ,die Zeit für mich sollte:

  • sich gut anfühlen und
  • mich in meine Mitte bringen,
  • voller Schönheit der Natur,
  • voller Genussmomente und
  • Stille sein.
Was dabei für mich “Leistungstier” ungemein wichtig ist: den inneren Antreiber im Blick zu haben und ihn zu besänftigen mit dem Mantra “in der Ruhe liegt die Kraftund “ich tue genug, ich habe genug, ich bin genug”!

Die Atmung fing an mich langsam zu mir zurück zu bringen – in meinen Körper. Ich streckte mich und begann mit meiner Morgenroutine zu der ich leider sonst nie komme, da mein süsser kleiner Sohn zu unterschiedlichen Zeiten aufwacht und mich jedesmal mit seiner Präsenz überrascht ;).

Also zuerst:

  • Dehnen & Strecken im Bett
  • Bewusstes Atmen
  • Meine 10 Versprechen für den Tag rezitieren und fühlen

Los gehts: das Leben ist für mich auf in den Tag!

Nachdem ich mich angezogen hatte zog es mich magisch in die Natur, den Park ums Eck. Endlich mal wieder meditieren am Morgen in Ruhe, dank meiner geliebten Noise-Cancelling Kopfhörer. Ehrlich – sie versüssen mir so manchen Tag…vor allem wenn ich mal wieder ätzende Tätigkeiten wie Wäsche aufhängen mache und mein Sohn nebenher noch einen Trotzanfall hat. Es tut gut vor allem in der Großstadt mal eine etwas reduzierte Geräuschkulisse zu haben.

Zielstrebig ging ich zu einem sehr alten und wunderschönen Baum im Park, der sicher schon viel gesehen und erlebt hatte und der mir einen komfortablen Platz auf seiner Wurzel im Schutz seiner Blätter anbot. Dankbar für diesen wunderschönen Anblick machte ich es mir für ca. 40 Minuten Zazen mit der “geerdeten Herz” Meditation von Hinnerk Polenski gemütlich. Echt unglaublich wie gut Zazen dem Körper gut und selbst das Sitzen auf einer harten Baumwurzel zum Genuss wird – von dem glaube ich, nicht nur ich, sondern auch der Baum profitiert hat :).

Danach fühlte ich mich endlich wieder in meiner Haut angekommen, und merkte wie wichtig es doch ist täglich Zazen und meine Routinen zu praktizieren. Denn der Alltag der gerade in den letzten drei Wochen sehr schnelllebig und anstrengend war, hatte dafür gesorgt das ich mich von mir entfernte und der Nebel der Vergangenheit sich zuzog. Dadurch wurde ich zunehmend unbewusster und auch träge – was mich dazu veranlasste alles was mir gut tut zu vernachlässigen.

Es ist doch immer wieder spannend wie sehr man gerade die Dinge die einem eigentlich gut tun in hektischen Zeiten vernachlässigt, weil sie einem zu energieaufwendig erscheinen.

In dem Sinn, mache ich mal ein Brainstorming was ich mir heute noch alles gute tun kann um mich in liebevolle Schwingung zu versetzen:

  • Mitgefühl für mich & andere z. B. durch liebevolle Gedanken und Metta-Meditation
  • bewusste Spielzeit im Hier & Jetzt mit meinem Sohn verbringen
  • Ein Gespräch nach Feierabend mit meinem Mann in Ruhe bei einem Tee führen (es kam leider anders;)
  • Übungen für den Vagus Nerv machen: Zungenkreisen, Augenkreisen etc.; Interessantes Übungsvideo dazu: https://youtu.be/R0ZTh2R-o-8 -> Basis die Lehren von Stanley Rosenberg Ostheopath: https://youtu.be/jBRsDCPjOnU .
  • Zazen Abendprogramm des virtuellen Kloster des Zen Klosters Buchenberg teilnehmen
  • Frühzeit schlafen gehen, auch wenn ich dadurch wenig Zeit zum lesen hab

Vielleicht ist da ja auch das eine oder andere für dich dabei, um deinen Tag etwas liebevoller und angenehmer zu gestalten, egal ob du heute wie ich frei hast oder arbeitest. Andererseits ist es an manchen Tagen auch wichtig zu akzeptieren, dass alles irgendwie nichts bringt um sich wohl oder in Balance zu fühlen – dann ist das einfach so. Damit hadere ich dann am meisten :).

Dennoch wirkt bewusstes Atmen, mit Übung, immer auf die eine oder andere Weise für mich, manchmal kurzer manchmal länger und das beste ist: es ist immer und überall möglich!

Auch hier noch eine kleine Empfehlung von meinen Lieblings-Zen-Meistern zum Atemtraining:

Also bleibt daran, mit etwas Übung spürt ihr, wie wertvoll dieses Übungen sind um solche negativ Spiralen und Gedankengänge abzuwenden und den Tag zu geniessen.

Von Herzen,

Silke

P.S: Komischerweise ist meine Familie aus dem Gleichgewicht sobald ich es bin, nachdem ich also wieder in meiner Kraft gekommen bin, durfte ich den anderen dabei helfen wieder in ihre zu kommen – was mal besser und mal gar nicht klappt :). Auch das gilt es dann einfach zu akzeptieren. Ach ja…vielleicht ist heute auch einfach nur einer dieser Tage an denen was in der Luft liegt und irgendwie alle genervt sind – Monday-Feeling halt :).

Vom “Sein” mit Wut

Vom "Sein" mit Wut

Wut ist geballte Energie – Ausdruck purer Lebenskraft

Silke Kiris

Ich bin kein Freund von Emotionen die sich so explosiv und schnell aufbauen und nahezu unkontrollierbar sind.

Eine Bemerkung eines Menschen die einen plötzlich und unverhofft mitten da trifft wo es prekär wird – in meinem Fall: die “gutgemeinte” Kritik an der Erziehung der Kinder am besten von Leuten die gar keine Kinder haben, es aber selbstverständlich besser wissen.

Also erstmal tief durchatmen um wieder zurück in die Realität zu kommen und es mal sachlich betrachten: Gefühle sind lediglich starke Energien die, die geballte Lebenskraft und Lebendigkeit in einem selbst spürbar machen!

Wahnsinn – endlich habe ich die positive Seite der Medallie Wut entdeckt. Denn alles hat zwei Seiten, alles entspringt der Dualität. Diese Erkenntnis hilft mir enorm um mich nicht voll und ganz darin zu vertiefen. Ich erkenne: ich bin nicht diese Emotion – sie ist nur ein Ausdruck einer Verletzung.

Ich nahm mir heute die Zeit mich mit der Emotion am Abend auseinander zu setzen. Wobei es dabei ja die verschiedensten Ansätze gibt: ablenken, fühlen, wegdrücken, vorbeiziehen lassen….

Ich entschied mich für folgendes Vorgehen:

  • Augen schliessen, tief ein- und aus atmen und Gefühle im Körper versuchen wahrzunehmen (falls man sich zu sehr mit dem Gefühl identifiziert und deshalb nicht richtig wahrnehmen kann hilft mir oft das Mantra ” Ich bin nicht meine Gedanken”):
    • Wo genau sitzt dieses Gefühl in meinem Körper?
    • Wie fühlt es sich an?
    • Was löst es in mir aus?
    • Ist es wahr bzw. entspricht es der Realität oder meiner vergangenheitsgefärbten Wahrnehmung der Dinge?
    • Gibt es vielleicht noch andere zugrundeliegende/damit verbundene Gefühle?

Es ist wirklich spannend was man dabei alles erleben kann. Man lernt die Emotion auf jeden Fall besser kennen, speichert ab wie sie sich anfühlt und ist vielleicht beim nächsten Mal schneller im Bilde um welche Emotion es sich handelt.

Ich liebe es ja manchmal mir die Emotion von ihrer Form, Farbe, Position im Körper, Aussehen richtig zu visualisieren und eine gepflegte Unterhaltung mit ihr zu fühlen. Dabei kommen einem echt manchmal die interessantesten Erkenntnisse die helfen können sich wieder zu sammeln.

Wenn das Vorgehen bei mir nicht fruchtet, tut mir immer Mitgefühl für mich gut und eine Handvoll Schlaf um mein Gehirn zu rebooten und wieder klar zu denken.

Eine gute Sache die mal besser und mal schlechter für mich funktioniert ist Metta-Meditation, hierbei handelte es sich um eine geführte Mitgefühlsmeditation. Hierbei geht es um Mitgefühl für sich selbst, geliebte Menschen und explizit auch die Menschen die einen gerade verletzt haben. Hier eine meiner Lieblings-Metta Meditationen in englisch (gibt aber auf YouTube auch einige auf deutsch):

Diese Meditation hilft zurückzukommen ins Herz – zu uns – zur Liebe!

Zugegeben es ist nicht leicht dem Mensch der einen gekränkt hat Liebe und Vergebung entgegenzubringen, aber mit etwas Übung ist es das befreienste Gefühl überhaupt!

Den Ärger loslassen um unseres Selbst-Willen – um wieder in unsere Mitte anzukommen.

Für mich war es allerdings ein weiter Weg bis ich gewissen Leuten aus der Vergangenheit vergeben konnte oder mich langsam annäherte ihnen Mitgefühl zukommen zu lassen, aber es ist ein großes Geschenk das man vor allem sich selbst damit macht.

Wenn es jedoch zu schwer ist aus der Emotion auszusteigen, sind in meinem Notfallkoffer liebevolle Gedanken, Dankbarkeit oder Mitgefühl die mich ruhiger werden lassen.

Zazen – das Sitzen in Stille ist für mich anschliessend der wirksamste Weg die Vergangenheit abzuschütteln und in der Realität und meiner Mitte anzukommen.

Wie sagte Zen-Meister Hinnerk Polenski vor kurzem so schön: “Zen ist Wirklichkeitsergründung!”

Fühlt euch von Herzen gedrückt,

Silke

Von einer neuen Art der Freiheit und ihren Learnings

Ende dieser Woche wären es acht Wochen geworden in denen wir uns grösstenteils Indoor, ohne Familie und Freunde beschäftigen durften – Ausgangssperre mit mal selbstgewählter mal verordneter Quarantäne in Corona-Zeiten.

Ehrlich anfangs hätte ich es nicht für möglich gehalten, sowas lange durchzustehen – noch dazu mit Kleinkind zuhause. Mit der Zeit wich die anfängliche Überforderung von 24 Stunden Kleinkind Betreuung, Haushalt und all den neuen Gefühlen und Unsicherheiten jedoch.

Aufgrund meiner Hochsensiblität habe ich im Punkto Gefühlslage und Veränderungen echt immer viel im Kopf. Mein Hirn wird ein regelrechtes “Monkey-Mind”, dass ohne Unterlass versucht alle Gefahren der neuen Situation zu erkennen, durchzudenken und wenn möglich gleich noch 1-3 Notfallpläne aufzustellen. Ich hoffe spätestens jetzt ist für euch klar was meine Überforderung begünstigt :).

Ich bin in den letzten Jahren regelrecht zu einem Analyse-Tool geworden. Was irgendwie komisch ist, denn mein letzter anvisierter Traumjob war “Business Analyst”. Ich glaube ich wäre perfekt in dem Job gewesen, wenn das Leben für mich nicht einen anderen Weg gewählt hätte :).

Zurück aber zur Freiheit die uns aktuell in Bayern wieder teilweise gegeben wurde, endlich können wir Familien wieder mit unseren Kindern auf Spielplätzen rumtollen und auch mal mit einer “haushaltsfremden” Person aka “Freunden” spazierengehen.

Ich bin zwar seit ich Familie habe sowieso ganz gerne ein Sofa-sitzender-Leser oder Netflix-Schauer, aber ich muss sagen jetzt kommt für mich die unfassbarste Erkenntnis der gegenwärtigen Lage – ich zitiere mein Learning hier wörtlich:

“Diese Zeit der Einschränkung meiner persönlichen Freiheit hat mir mehr emotionale Freiheit oder auch mehr inneren Frieden gebracht!”

Für mich, die ich gerade gesundheitsbedingt zuhause ist, kam diese “von Oben verordnete Auszeit” zur richtigen Zeit. Es brachte mich dazu mir die Zeit zur inneren Reflektion nehmen zu können und vor allem die notwendige Entschleunigung zu haben – die unsere Welt echt dringend nötig hat. Zum ersten Mal in meinem Leben nichts tun “zu müssen” war sehr entlastend für mich. Mir fiel erstmal auf, was für mich alles stressig ist als Mama, die normalerweise in Teilweit 28 Std die Woche arbeitet und danach noch bis durch die Nacht Kleinkind-Betreuung und Haushalt macht. Habt ihr Ladies eigentlich schon mal eure wöchentlichen Arbeitsstunden hochgerechnet – Arbeit, Haushalt, Familienorga, Einkauf und Kind? Ich kam da gut und gerne – sanft überschlagen- bei 120 Std pro Woche raus.

Das soll jetzt keine Anklage in Richtung männliches Geschlecht werden, vielmehr ist es eine Feststellung das eine Frau i. d. R. einfach viel mehr Baustellen und Stunden pro Woche hat als die meisten Männer in ihrem Vollzeit Job. Teilweise ist das meiner Meinung nach noch immer ein gesellschaftliches Versäumnis, aber auch Arbeitgeber und Staat tragen nicht gerade zur Entlastung der Mütter und Frauen bei.

Aber zurück zu all den Dingen die ich merkte zu “müssen”:

  • früh aufstehen – im Hinblick auf fehlenden Schlaf und unausgewogenen Schlaf/Wachrhytmus
  • Zweikämpfe mit Kleinkind beim morgentlichen aufstehen und anziehen
  • Kindergarten-Gang-Drama (“Nein ich will nicht, ich leg mich jetzt hin und steh nicht mehr auf”)
  • das Rennen zum Kindergarten und der Arbeit um halbwegs “on Time” zu sein
  • Konstrukt “Teilzeit”: schnellstmöglich alle Aufgaben (meist 100% auch wenn man “nur” 70% arbeitet) abzuarbeiten und dabei zu versuchen noch ein bisschen mit den Kollegen zu reden um wenigstens halbwegs informiert zu sein und tragfähige Arbeitsbeziehungen zu etablieren. Ich hoffe das, dass aktuell erlebte Home Office Experience zukünftig auch mehr den Teilzeit-Arbeitern zugute kommt. Arbeiten sollte für Mütter zeitliche flexibler sein.
  • das Rennen zum Kindergarten um pünktlich das Kind einzusammeln und sich dabei hoffentlich keine Rüge über erzieherisches Fehlverhalten oder Verfehlungen des Kindes einzufangen 😉 -> teilweise fühlt es sich für mich gestresste Mama einfach oft so an, aber andererseits verstehe ich die Erzieherinnen natürlich – sie machen auch nur ihren Job und noch dazu gut.
  • Der “HEIMWEG” -> an manchen Tagen sehr entspannt und sogar von Kommunikation mit dem vierjährigen durchwoben an anderen eher voll Trotz, Tränen und Wut gekennzeichnet. Denn an vielen Tagen ist das Kind auch einfach gestresst von der Lautstärke im Kindergarten, all dem was er tun “muss” und müde von der Aktivität. Unser beider Energiereserven gehen an so manchen Tagen einfach gegen Null. Auftanken ist dann dringend nötig bevor…
  • das Rennen zum Spielplatz, zu Kursen oder Playdates – wobei ich mir zum Glück bereits vor der Ausgangssperre immer mehr dachte: wir machen es uns zusammen zuhause gemütlich. Erstmal ein Cafe für mich & ein Kakao für den kleinen – das ist unsere Routine für einen (halbwegs)guten Start in den späten Nachmittag.
  • Alle weiteren organisatorischen Dinge über die Kinderbetreuung hinaus, wie: Haushalt erledigen, Schneider/Schuster/Wäscherei …Erledigungen, Arzttermine für Kleinkind & mich, neue Klamotten für Kids organisieren, Einkäufe, Kochen, Orga Treffen Familie, Orga Treffen Playdates, Orga Treffen Freunde (in Absprache mit Partner) Orga Geburtstage & Geschenke, Orga Ausflüge & Urlaube, Steuer, Finanzen, Versicherungen etc..

Ich denke das deckt sich ungefähr mich den Dingen die man gefühlt als Mutter/Frau größtenteils tun “muss”, wenn man mit einem gewissen Anspruch lebt. Nach all den erledigten Punkten fühlte sich mein Privatleben – sogar jedes Treffen mit Freunden, jeder Event oder Kinobesuch oftmals auch wie ein “muss” an. Es war einfach viel zu wenig Energie am Ende des Tages übrig. Vor allem wenn zusätzlich der Schlaf fehlt, was mit Kleinkind, das auch eine zeitlich oft schwer krank war, echt kraftzehrend ist.

Dieses Learning über die Energiefresser ist für mich revolutionär und überaus befreiend. Obwohl es mir natürlich immer klar war, dass mich das alles Energie kostet, ist es doch etwas anderes es schwarz auf weiß zu sehen. Ich spiele all das was ich tue nämlich ganz gerne herunter und kritisiere mich ständig dafür das ich dies und jenes nicht noch besser hinkriege. Dieser lästige Perfektionismus…

Ich fände es echt interessant zu wissen, ob ihr jetzt durch die verordnete Entschleunigung auch besser seht was euch Kraft kostet?

Das größte persönliche Learning aus der Ausgangssperre ist meine Persönlichkeitsentwicklung, mit folgenden Facetten:

  • Entwicklung von mehr Bewusstheit, Verantwortungsbewusstsein mir gegenüber und Achtsamkeit: Ich hatte durch mehr Entschleunigung im Leben die Kraft meine Gedanken, Emotionen, Glaubenssätze und Verhalten zu entdecken- sie aufzuspüren und mit ihnen zu arbeiten. Es gibt so viel was schon beim Aufstehen an negativen Glaubensätzen in mir aufkam, doch das dies so automatisiert abläuft nahm ich vorher gar nicht mehr bewusst wahr. Jetzt jedoch merkte ich das mich vor allem diese vor Jahrzehnten erworbenen Glaubenssätze beeinflussten: “das Leben ist hart” und “du musst leisten damit wer aus dir wird bzw. du überhaupt gemocht wirst”. Zudem hilft mir mehr Bewusstsein dabei eingefahrerene Muster die aufgrund von Bewertungen bzw. Vergleichen zu entstehen zu entlarven: “ich müsste meinem Kind mehr bieten” oder “die Art von xy finde ich total doof”. All diese Vergleiche oder Bewertung rauben mir als hochsensibler sehr viel Energie aber erst jetzt kann aktiv werden und diese Gedanken distanziert wahrnehmen, spüren und ziehen lassen. Ich spüre jetzt in meinem Herzen wie wichtig es mir ist verantwortungsbewusst mit meinen Gedanken und Emotionen umzugehen. Ich habe erkannt das ich die Wahl habe wie ich mich heute fühlen will. Ich bin der “Schöpfer meiner Wirklichkeit” (by Joe Dispenza – Neurowissenschaftler & Coach).
  • Entdeckung wie gut es sich anfühlt “zu sein”: irgendwie bin ich über den Zen-Buddismus und die darin praktizierte Meditation Zazen gestolpert. Diese verkörpert für mich die Freitheit endlich bei mir zu sein – mein vollkommenes Selbst in mir zu spüren. Zu entdecken wer ich wirklich hinter all den gemachten Erfahrungen und falschen Glaubenssätzen bin. Geholfen bei mir “zu sein” hat mir auch das wunderschöne Lied von India Irie “I am Light” . Es gibt da eine Songzeile die lautet “ich bin nicht meine Gedanken”, das hat mich tief berührt so das ich diese Worte zum erstmal nicht nur mit meinem Kopf sondern mit meinem Herzen verstanden habe.
  • Ressourcenausbau: Dahinter steht für mich die Frage: was tut mir wirklich gut und warum? Ich entdeckte meine Spiritualität neu, fand meine Verbindung zur Natur wieder, erlebte die Meditation neu und fand neue interessante Speaker die mich im Herz berührten. Ich entwickelte durch die Ressourcen mehr Nähe zu mir, lernte mich überhaupt erst kennen – vor allem im Bezug auf meine Schatten. All diese Ressourcen fördern spürbar meine Ausgeglichenheit und mein positives Naturell.

All diese Learnings bedeuten für mich mehr persönliche Freiheit oder inneren Frieden den ich mir hoffentlich bewahren bzw. ausbauen kann.

Denn mein Ziel ist es letztendlich “mich endlich als vollkommenes Geschöpf, das bewusst und aus gutem Grund so designed wurde” anzunehmen.

Ich wünsche euch einen schönen Abend und hoffe ich habe euch etwas inspiriert über eure “Learnings” der aktuellen Situation nachzudenken- vor allem über die, die euch näher zu euch selbst bringen.

Drück euch,

Silke

Mutter-Sein in anspruchsvollen Zeiten

Ich hätte es zu Neujahr echt nicht für möglich gehalten was das neue Jahr 2020 mit sich bringt – wahrscheinlich hat das allerdings keiner, der nicht hellseherische Kräfte hat 😉.

Klar, es würde sich für mich persönlich, die ich gerade in einer persönlichen „Krise“ steckte einiges verändern „dürfen“, aber das mein Leben so aussehen würde wir es das aktuell tut – hätte ich nie auch nur erahnt.

Das Leben ist echt voller Möglichkeit, das zeigt sich besonders in diesen herausfordernden Zeiten.

Jetzt habe ich durch die Corona Krise, wenn ich natürlich lediglich die für mich positive Seite der Medaille betrachte, eine Chance gewonnen Abstand zur Hektik des Alltags zu bekommen.

Alles hat sich gerade entschleunigt und das Gute daran ist Zeit zu haben innerlich wieder bei sich anzukommen, zu trainieren im Hier & Jetzt zu sein.

Es ist eine neue Erfahrung zu spüren wie erfüllend Ruhe & Stille ist , in den seltenen Momenten in denen ich als Mama eines aufgeweckten 4jährigen dazu komme. In dem Zusammenhang ist gerade so viel neues ins Leben getreten, allen voran ein komplett neuer Tagesablauf für mich als Mama, die gerade nicht arbeitet, zuhause mit Kind und Papa im Home Office.

Die Familie auf einem Haufen, eine geballte Power die so viele Seiten hat:

  • von mehr gemeinsamer Spaß- und Kuschelzeit, über mehr
  • Reibungs- und Konfliktpotenzial, aber auch
  • mehr Kreativität vorhandene Zeit zu nutzen und zu gestalten und neues zu probieren.

Die größte Herausforderung der Ausgangssperre in Zeiten von Corona ist für mich und mein Kleinkind mittlerweile öfter die Trägheit, unmotiviert oder auch mal schlichtweg tierisch gelangweilt sein.

Ich traue mich es offen auszusprechen da ich finde, es bringt uns nichts auch diese Seiten zu beschönigen, vielmehr sollten wir offen reden über alles was uns in der Zeit bewegt und auch das es sich manchmal nicht wirklich toll anfühlt…um es mal milde auszudrücken.

Eltern sein ist gerade jetzt echt ein harter Job, den viele gerade zusätzlich zu ihrem „normalen“ Beruf ausüben dürfen. Alles andere als ein Vergnüge, wie ich finde und oft genug Zähne zusammenbeißen und durchgehen.

Mein Lieblingsspruch als Eltern lässt sich sich hier gut anbringen : „es ist nur eine Phase, die geht vorbei“!

Was für die Trotzphase meines Sohnes gilt, ist also für mich gerade eine höchst philosophische Lebensweisheit geworden.

Das wichtigste für uns als Familie ist gerade Kompromisse zu machen um gemeinsam gut durch diese herausfordernde Zeit zu kommen. Na ja, von einem Kleinkind kann man das leider noch nicht wirklich verlangen, aber auch er tut sein bestes zwischen den „Autonomiebekundungen„ (aka „nein ich will will kein gesundes Essen ich will Schokolade“) zu kooperieren.

Als Mutter ist es aber viel wichtiger eines der für mich schwierigsten Dinge nicht zu vergessen: sich Zeit für sich zu nehmen und sich was gutes zu tun! Auch wenn dieses oberste Gesetz aller Mütter bedeutet, dass das Kind mal öfter vor dem iPad sitzt oder alleine spielt.

Meine größte Herausforderung ist dabei gerade die damit verbundenen Schuldgefühle anzunehmen und mich nicht von ihnen steuern zu lassen. Denn nach dem 1000sten Dinosaurier Rollenspiel in den letzten fünf Wochen mit Kleinkind zuhause bin ich ausgelaugt und manches Mal an einer inneren Grenze angekommen.

Ganz ehrlich es ist ok, das ich gerade keine Bilderbuch Mutter bin, solange ich es schaffe meine Kräfte für mich und letztendlich die Familie bestmöglich zu bündeln!

Es hat mich viel Nerven gekostet dieses Naturgesetz halbwegs anzunehmen, das besagt : Nur wenn es der Mutter gut geht, geht es auch dem Kind gut!

In dem Sinn seid lieb und achtsam zu euch Mamas!

Herzlicher Drücker,

Silke