Rasante Entwicklungen…

Rasante Entwicklungen...

Irgendwie scheint die Zeit trotz offizieller Entschleunigung zu rasen.

Alles scheint sich zu verdichten- in wenig Zeit scheint viel mehr Inhalt drinzustecken ☺️.

Es fühlt sich an als ob das Tempo für persönliche Entwicklung gerade megamässig zugelegt hat und das aufwendige „Aufräum-„und „Renovierungsarbeiten“ im inneren anstehen :).

Zusammen mit all dem was noch im außen los ist, hab ich derzeit oft das Gefühl in einer Achterbahn 🎢 zu sitzen, die mich mega beschleunigt, durchschüttelt und mir am Ende des Tages schon mal schwindelig ist.

Viel Zeit ist nötig um jeden Tag eine neue innere Bestandsaufnahme zu machen, zu schauen wie es mir heute wieder geht, wo mein Weg langgehen soll und wie man da heute am „besten“ zum Tagesendziel kommt.

Im Zen spricht man im Bezug auf den  Weg der persönlichen Weiterentwicklung vom „Gedo Zen“.

Ich fand die Erläuterungen warum Menschen den Zen Weg für sich wählen vom Zen -Meister Hinnerk Polenski , in seinem aktuellen youtube Video sehr spannend. Es gibt dabei folgende Wege:

Bonpu Zen: Funktionale Orientierung z. B. sich im Beruf oder Sport zu „verbessern“ ->  Weg vieler Spitzensportler.
Gedo Zen: Personlichkeitsentwicklung entwickeln zur Herzmitte hin; 
Daisho Zen:Sehnsucht nach Sinn/Geist & Weisheit

So sinnvoll es auch für mich gerade ist der persönlichen Entwicklung nachzugeben, so anstrengend ist es aber auch (fast ein Vollzeitjob) gerade Achtsamkeit & Fürsorge an den Tag zu legen!

Ehrlich geht es euch nicht auch so, dass ihr euch gut mit eigenen oder Familienthemen 24/7 beschäftigen könntet 😉? 

Abhängig vom aktuellen Bewusstheitsgrad, den man gerade an den Tag legt, kann es schon echt viel sein alles weitere in den Tag zu quetschen…Arbeit, Haushalt, Erledigungen etc..

Was für mich am Ende des Tages deshalb das A & O ist um im energetischen Gleichgewicht zu bleiben ist die Erdung!

Gerade ist es deshalb essentiell für mich jeden Tag eine Runde in der Natur alleine zu drehen, Kaffeepausen zu machen, zu singen, zu tanzen, zu malen und Zazen & Mettameditation zu machen.  Was mich und meinen Sohn zur Zeit am nähesten an eine gemeinsame Pause bringt, ist es so richtig schon mit Knete oder Kinetischem Sand einzuquetschen…fast schon meditativ sag ich euch🧘‍♀️🤩!

Meiner Familie geht es gerade wie mir, alle scheinen viel Entwicklung zu durchlaufen. Was meine (auch sensiblen) Männer manchmal aufgrund ihrer Launen, zu einer Herausforderungen für mich macht ;).

Sie sind gerade die besten Lehrer im Punkto Abgrenzung & des Erlernens von Verantwortung an der richtiger Stelle – zwei meiner wichtigsten Themen gerade!

Im Punkto der Beziehungsgestaltung  zu meinem „inneren“ und realen Kind gilt es vor allem darum mehr Raum einzunehmen und zu geben.

Wichtige Punkte sind mir im Bezug auf mein inneres Kind: ihm mehr Raum für seine Gefühle zu geben und lernen es einfach sein zu lassen mit seinen Gefühlen. Dazu versuche ich mich erstmal körperlich in Liebe zu hüllen und dann, dass innere Kind mit seinen Gefühlen da sein zu lassen. So eine Art “Light-Version” einer Somatic Experiencing Sitzung. Aber Vorsicht wenn ihr mit Traumatisierungen zu tun habt, besser ist hier professionelle Unterstützung zu haben.

In meiner Beziehung zu meinem “realen” Kind gilt es genau wie beim inneren Kind möglichst viel Raum zur Entwicklung zu geben und seine Bedürfnisse so weit es mir möglich ist (abgesehen von Sicherheitsthemen/Gefahren/Respektlosigkeit) zu achten- ohne meine eigenen Bedürfnisse dabei komplett über Board zu werfen. Da bin ich nämlich auch Spezialist drin ;). Raum geben ist für mich die selbstloseste Art Liebe zu zeigen und gleichzeitig für mich auch das schwerste – da ich nie emotionalen Raum hatte und es mir lange Zeit gar nicht bewusst war wie sehr ich darunter gelitten habe. Raum schafft eine natürliche, sichere Verbundenheit und bewusstes zusammensein im Hier & Jetzt.

Aber ehrlich es geht nicht darum diesen Anspruch perfekt zu erfüllen, nein wenn es nur Ansatzweise klappt und ich trainiere bewusst zu merken wann ich total weit weg davon bin, ist es für mich schon ein Erfolg.

Last but not least ist meine größte Herausforderungen bei der aktuellen Beschleunigung gerade, mir selbst Raum zu geben für mich!

Trotz all der Themen im innen und auch im außen – die ich hier nicht thematisieren will – ist es für mich das wichtigste mitfühlend und nah an meinem Herzen zu leben – autentisch sein. Ich möchte mich nicht irgendwann fragen müssen, wessen Leben ich da eigentlich gelebt habe.

Ja wenn ich ich bin, ist das für andere unbequem oder komplizierter als es bisher mit mir war, aber warum sollten mir andere vor mir selbst gehen?

Ich habe eine Meinung , ich weiß jetzt mehr denn je wer ich bin und ich werde ab jetzt zu mir stehen – Ende der tiefen, fast schon zerfleischenden Selbstzweifel!

Klar gibt es weiterhin Schwankungen im Selbstwert – aber ich entscheide mich in letzter Instanz für Mitgefühl und Existenzberechtigung!

Von HerZen,

Silke

Sei die Veränderung…

Sei die Veränderung...

“Be the change you wish to see in the world”

Ghandi

Zu Anfang der Corona Ausgangssperren fragte ich mich was genau das eigentlich mit mir macht zuhause zu bleiben, permanent – nur mit kurzen Unterbrechungen am Tag. Ehrlich gesagt ich hatte großen Respekt wenn nicht sogar Angst davor!

Denn trotz all der Dinge die es zu tun gibt, ist man doch immer irgendwie unterwegs und tut irgendwas mit irgendwem, irgendwo. In den eigenen vier Wänden wurde es trotz Home Office und/oder Kinderbetreuung irgendwann einsam. Warum eigentlich? Ich war nicht allein zuhause doch ich fühlte mich isoliert, abgeschnitten und ganz plötzlich konfrontiert mit all den Gedanken die in der Still der eigenen Wohnung irgendwie noch lauter klangen.

Dann überlegte ich: moment…alle sind doch gerade mehr oder weniger zuhause, also bin ich schonmal nicht allein damit. Wir sind also geeint im “zuhause sein” ;). Irgendwie half der Gedanke sich wieder verbunden mit der Welt und den Menschen da draußen zu fühlen.

Somit war zumindest mal die Einsamkeit fürs erste vom Tisch, aber die Veränderungen lösten schon viele verschiedene Gefühle der Angst und Unsicherheit in mir aus, die es mir zunächst schwierig machten den normalen Dingen nachzugehen und mich nicht permanent von den destruktiven Gedanken einfangen zu lassen.

Der schwierigste Gedanke war wohl die Angst davor die Kontrolle zu verlieren: über meine Gedanken, mich selbst, mein Leben.

Irgendwann erinnerte ich mich, alles hat doch immer zwei Seiten. Die Dualität ist quasi ein Naturgesetz, sei es manchmal auch noch so schwer zu erkennen was das “gute” an einer Situation ist, aber es existiert.

Manchmal hilft es mir in diesen Situationen Pro/Contra Listen zu machen um schwarz auf weiß zu sehen wie das Thema eigentlich gewichtet ist.

Für mich persönlich, die ich gerade sowieso in einem persönlichen Veränderungsprozess stecke und deshalb bereits etwas Übung “im sehen der anderen Seite der Medalie” habe, war das positive der Situation endlich mal nichts mehr zu “müssen”.

Ein unheimlich erleichterndes Gefühl, nirgends mehr hinzumüssen, sich früh keinen Stress mit Kind & Kegel, Kiga und Arbeitsweg zu machen…ein Traum für mich der gerade wahr wird ;). Komischerweise merke ich erst jetzt nach fast fünf Wochen zuhause wie das Leben und der “normale” Alltag in der Großstadt mit seinen Irrungen & Wirrungen doch wirklich Kraft kostet.

Die Entschleunigung gerade tut gut um all die Dinge zu identifizieren die einen im “normalen” Leben Energie kosten und in sich reinzufühlen an welcher Stelle es einem besser tut Energie einzusparen oder umzulenken.

In der Ruhe liegt für mich echt die Kraft, das Geschenk durfte ich zum ersten Mal am eigenen Leib erfahren. Auch wenn es zugegeben mit Kleinkind, Haushalt und Einkauf auch gerade nicht im klassischen Sinne ruhig ist – aber für mich ist gerade innerlich der Druck mit der Welt mithalten zu müssen und mich dabei immer zu optimieren beträchtlich gesungen.

Zugegeben ich bin zur Leistungsfähigkeit erzogen worden, in letzter Zeit habe ich mir auch einen ungesunden Perfektionismus angeeignet aber kann das Problem ” Druck durch das Leben in der Großstatt – in Form von mithalten können” wirklich nur mein Thema sein? Das glaube ich kaum, denn leider lässt uns unsere Gesellschaft gerne glauben das es “normal” ist so zu leben wie wir es gerade tun und das dies jeder mit Leichtigkeit hinkriegen muss.

Ich persönlich möchte zukünftig nicht mehr mit all dem Druck den ich vor der Ausgangssperre hatte leben!

Was genau möchte ich zukünftig ändern weniger Druck und mehr Ruhe & Wohlgefühl zu haben:

  • Meine Fähigkeit der Annahme & Akzeptanz dessen was ist: Ich verstehe es manchmal echt nicht, tausendmal habe ich es schon erkannt das ich hier ein “Thema” habe, wenn nicht sogar “das Thema”. Es klingt so simpel dies zu tun, aber ist doch so schwer wenn man Jahrzehnte lang anderes getan hat. Für mich ist der Schlüssel zu meinem inneren Frieden, der die restlichen Punkte dieser Liste wahrscheinlich überflüssig macht ;), die Selbstannahme. Ist so schade das sich viele Menschen (inklusive mir) oft absolut selbst nicht ausstehen können obwohl sie vielleicht (ähnlich wie ich) oft einiges positives an sich finden. Glaube warum ich es noch nicht hinkriege mich endlich so anzunehmen wie ich bin, nämlich ein vollkommener Mensch der einzigartig und bewusst so konzipiert wurde :), liegt daran das es nicht darum geht das ich “weiß” was der Schlüssel ist sondern das ich es “fühle”. Für mich findet alles heilsame im Herzen statt, nicht im Kopf. Also gilt weiter die Devise: Folge dem Herz, irgendwann macht es schon klick :).
  • Meine Achtsamkeit & Bewusstsein: Ich merke erst jetzt mit etwas Ruhe und Abstand das ich ein totales “Monkeymind” habe, sprich ich denke pausenlos und schenke meist nur den negativen Gedanken glauben. Neurowissenschaftler behaupten zum Glück das das ca. 70% unserer Gedanken Negativ sind – bewusst und unterbewusst- somit bin ich also kein Einzelfall…puhh.

Mein To Do: Trainieren die Gedanken wahrzunehmen: meist nehme ich meine Gedanken nicht wirklich bewusst wahr, ist stosse eher zufällig auf sie sobald ich merke, dass ich plötzlich in mich zusammensinke, schwer werde, mein Kopf brummt oder ich mich plötzlich minderwertig fühle. Dann stelle ich mir die Frage: Was genau habe ich gerade gedacht, dass es mir so geht? Zudem gehört auch das Training im Hier & Jetzt zu sein zu meinen Favouriten.

  • Mein Körpergefühl : irgendwie weiß ich zuwenig darüber wie sich mein Körper anfühlt, generell und wenn ich bestimmte Gedanken denke oder Gefühle fühle.

Mein To Do: Öfter mal nen Break machen, atmen und reinspüren – wenn ich es nicht vergesse..gleich mal nen Reminder im Handy oder in der Achtamkeitsapp setzen 🙂

  • Meine Resilienz: die Reizbarkeit ist einem ja schon angeboren und anerlernt, nichts desto trotz lässt sich auch daran was verändern.

Mein To Do: Vagus Nerv & Gehirnhälften Syncronisation trainieren:

Kleine Erläuterung: der Vagus Nerv verbindet das Gehirn mit vielen Organen/Arealen im Körper. Man trainiert also primär eine der Areale die Anschluss an den Nerv haben und somit verbessert sich die Informationsübertragung vom Organ zum Gehirn wodurch eine vermehrte Belastbarkeit des gesamten Nervensystems, bei regelmässigem Training, gegeben sein soll. Zum Thema “Vagus Nerv” gibt es aktuell viel Literatur. Ich persönlich mag das Buch “Neuronale Heilung” von Lars Lienhard mit all seinen praktischen einfachen Übungen sehr gerne. Am liebsten mache ich die folgende Übung:

– Im Zimmer umherlaufen und dabei langsam einatmen und bis vier zählen – Luft anhalten und dabei stehen bleiben und auf der Stelle treten, nach ein paar Mal und wenn man die Luft noch halten kann

– Luft weiter halten und im geraden Stand die Arme gerade hoch strecken und dann im Wechsel rechten Arm/Hand auf linkes Knie (hochgezogen) legen -> das ganze natürlich nur so lange man die Luft ohne große Probleme halten kann, aber besser ihr lest im Buch nach ;).

Eine einfacherer Übung ist z. B. einfach die Augen im Uhrzeigersinn rundherum und wieder zurück zu rollen oder die Zunge im geschlossenen Mund vor den Zähnen zu kreisen. Man sollte das ganze wohl auf Empfehlung ca. 20 Min täglich machen aber ehrlich bin schon froh wenn ich es 5 Min schaffe ;). Hinweis: Diese Übungen entspringen nicht meiner Feder, sondern entstammen mehr oder weniger der Literaturempfehlung. Ich übernehme hier also keine Gewährleistung für eure Unversehrtheit bei der Durchführung ;), denkt also falls ihr es versuchen möchtet an eine eurer Gesundheit förderliche Umsetzung.

  • Last-but-not-Least, meine innere Stille & Balance:

Mein To Do: Ich liebe Zazen mit einer geführten Meditation. Was ich zudem auch gerne mache ist ein paar bewusste 4/7/8 Atmungen, d.h auf 4 einatmen, Atem 7 Sekunden versuchen zu halten und anschliessend ausatmen und dabei bis 8 zählen. Hinweis: auch hier bitte, wer es versuchen möchte achtet auf euch, die wenigsten schaffen es den Atem sieben Sekunden anzuhalten oder sollten es aus gesundheitlichen Gründen vielleicht gar nicht tun! Also bitte, auch hier gilt “erst denken”.

Prinzipiell geht es für mich darum mich durch diese To Dos eigentlich nicht “zu verändern” sondern vielmehr wieder zu meinem ursprünglichen Zustand zurück zu kommen: der Vollkommenheit mit der wir bereits geboren werden.

“Sei die Veränderung” bedeutet somit für mich den Weg zurück zu mir selbst!

Diesen Weg kann ich allerdings nicht mit meinem Kopf und all den Gedanken gehen, sondern nur mit meinem HerZen!

In dem Sinn öffnet eure HerZen für euch und andere – meines Erachtens nach der Weg zu innerem Frieden.

Drücke euch,

Silke