Vom Raum für „Sein“

Vom Raum für „Sein“

Vorangegangenen Generationen wuchsen auf in dem Glauben das Autorität Vorrang hat vor jeder Meinung – Funktionsfähig musste sichergestellt werden.

Als Kind bedeutete das nicht viel eigenen „Frei-Raum“ den man für sich und die eigene Meinung, das eigene „Sein“ entwickeln konnte.

Sätze wie „du musst auf deine Mutter hören“ machten es oft unmöglich die kindliche Autonomiephase – in der es darum geht das eigene „selbst“ zu entwickeln zu durchlaufen.

Zu wichtig war es als Kind zu „überleben“, da besteht nicht groß die Wahl.

Die Evolution, auch der Denkweisen, schreitet zum Glück voran, dennoch ist dieses Gedankengut immer noch in meiner DNA verwurzelt, wobei man heutzutage den Vorteil hat Dinge offen zu hinterfragen und  „anders“ machen.

Ich ertappe mich ab und an dabei, wenn man mit Argumenten bei sensiblen und gefühlsstarken Kindern nicht mehr weiter kommt, in alte Klischees zu verfallen und auf die Anerkennung der Autorität zu pochen.

Dennoch gebe ich mein bestes das dies die Ausnahme bleibt, weil ich in meinem Herzen weiß, das es für mein Kind wichtiger ist seine eigene Meinung zu haben als für mich „im Recht zu sein“.

Das fängt schon bei Kleinigkeiten an, jeder hat seine eigene Art Dinge auf eine bestimmte Art und Weise zu tun, hier nicht „festzubeißen“- nicht nur wenn es um Kinder geht – ist eine essentielle Art um Respekt anderen Gegenüber zu zeigen.

„Ich sehe dich und deine Art & Weise Dinge zu tun und erkenne diese an – was nicht heißt das ich nicht ein eigenes Vorgehen oder eine Meinung dazu habe“!

Vielleicht fragt der eine oder andere jetzt: „häh…das ist doch total klar und liegt auf der Hand!“

Dann gratuliere ich euch herzlich dazu das ihr euer Ur-Recht auf „sein“ gewürdigt wurde 💖.

Wichtig ist an der Stelle zu erwähnen das, das ich nicht in „Schuld“ oder Opfer-Mentalität denke, was für mich ein längerer Prozess war, aber ein heilsamer.

Somit hat für meinen fehlenden Raum für Meinungs- und „Ich-Seien“ Bildung keiner die Schuld, es ist einfach ein objektiver Fakt für mich geworden.

Mein Anspruch an mich ist allerdings (mal wieder etwas hoch 🙃) meinem Kind mehr „Raum“ zu geben für alles was er fühlt, in bewegt und interessiert.

Oft genug wird das aufgrund der Intensität von sensiblen die bei einer „Auseinandersetzung“ zwischen Mutter und Sohn aufeinander trifft zum emotialen, fordernden Balanceakt- aber letztlich ist es mir wichtig das er davon profitiert. Falls ich dann doch mal alte Erziehungsmuster aus Frust und Unsicherheit heranziehe, ist es immernoch nicht zu spät den Raum durch ein Gespräch im Nachgang wieder für ihn zu öffnen:

Darüber zu reden was Mamas Bedürfnisse sind, warum auch Mama mal aufbrausend emotional reagiert oder auch sich für den „Ton“ mal zu entschuldigen ist für mich essentiell.

Auch wir Eltern dürfen lernen von unseren Kindern und ich finde ihnen das zu spiegeln ist ein wichtiges Zeichen von Liebe, Mitgefühl, Offenheit, Selbstvertrauen und Wertschätzung – den Werten die ich ihm mitgeben möchte.

Zugegeben es ist für mich keine leichte Aufgabe den Raum für das „Sein“ aufrechtzuerhalten bzw. Immer wieder zu öffnen denn alte Muster meiner Erziehung sind immer noch aktiv – aber je mehr man hinhört und sie enttarnt desto mehr Freiheit schafft man in sich.

Einen inneren Entrümpelungsprozess von Dingen wie „ach komm, das tut doch gar nicht weh“ oder „das wird so gemacht“ oder einfach nur von Ablehnung anderer Arten Dinge zu tun oder zu denken, ist für alle Menschen gerade an der Tagesordnung und ein wichtiger Prozess.

Von HerZen💖,

Silke

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