Von liebevollen und verbindenden Grenzen

Von liebevollen und verbindenden Grenzen

Grenzen geben uns Halt, Sicherheit, Strukturen und Orientierung in einer Welt die mehr Unsicherheit denn je in sich birgt. 

Im Bereich der Kindererziehung sagte Jasper Juul bekannte dänischer Erziehungspädagoge:

„Das Schuldgefühl ist am geringsten und das Selbstwertgefühl am stärksten (bei allen Beteiligten)wenn die Erwachsenen vorangehen und den Ton bestimmen.“

Auch wenn kleine Kinder in der Gegenwart nicht immer begeistert von Grenzen sind, da sie ihre Pläne durchkreuzen, wird den Kindern im Verlauf ihres Erwachsenwerdens bewusst, wie wichtig es ist Grenzen kennengelernt zu haben bzw. wie wichtig es ist sie auszubauen.

Wenn man Grenzen als Kind klar aufgezeigt und durch die Eltern vorgelebt bekommt, lernt man die wahrscheinlich wichtigsten Lektionen über Grenzen für ein liebevolles und verbindendes Miteinander:

  • das sich in den Grenzen die eigenen Bedürfnisse widerspiegeln.
  • die Grenzen anderen zu deuten und zu respektieren.
  • man lernt das die Vereinbarkeit der Grenze eines anderen, mit der eigenen, sich nicht ausschließen/widersprechen muss. 
  • Das man Grenzen liebevoll & diplomatisch setzen kann – ohne Kontakte sofort abzubrechen.
  • Das das respektieren/akzeptieren von Grenzen ehrliches Vertrauen im Miteinander schafft.
  • das Grenzen keine persönliche Beleidigung sind, sondern ein liebevolles Persönlichkeitsrecht eines jeden Menschen!
  • Das es wichtig ist für die Orientierung im Leben Grenzen zu kennen (persönliche, gesellschaftliche etc.)
  • Das gelebte Grenzen nicht nur wichtig für das eigene Energiemanagement sind sondern auch eine wichtig Signalwirkung auf andere haben: die liebevolle Aufforderung auch ihre Grenzen zeigen & leben zu dürfen!

Das wichtigste jedoch, was uns Grenzen aufzeigen/ermöglichen sind Freiräume, welche erst durch klar gesteckte Grenzen erkannt und erfahren werden können!

Wie aber genau sieht so eine Grenze aus? Sie sollte…
  • Klar artikuliert (Eindeutiges/konkretes Wording) werden.
  • Konsequent umgesetzt werden.
  • Fortwährend etabliert werden.
Bleiben Grenzen immer gleich oder entwickeln sie sich?

Meiner Meinung nach entwickeln sie sich mit der Entwicklung des einzelnen Menschen als auch der Gruppe z. B. Familie mit. Sonst wären die schnell unpassend und würden wohl mehr Verwirrung als Orientierung bieten.

Was ist die Grundvoraussetzung um Grenzen gut setzen zu können?

Ein Selbstbewusstsein, das Wissen wer man ist und was man will. Das Wissen um die eigenen Bedürfnissen ist essenziell um Grenzen absehen zu können.

Warum möchte ich den Grenzen so genau auf den Grund gehen?

Nun es ist für jeden Menschen in dieser herausfordernden Welt voller Möglichkeiten und Erwartungen und Fokus auf Leistung essentiell wichtig eigene Grenzen zu entwickeln.

Manch einer ist damit aufgewachsen – der Optimalfall – er geht locker damit um und es fällt ihm leicht sie zu sehen, akzeptieren und vor allem klar selbst zu setzen.

Das war immer mein persönlicher Wunschtraum! Gerader als sensibler Mensch ist Abgrenzung nämlich das A und O als „Schutz“ vor Überreizung!

Ich selbst hab mir lange Zeit erstmal das Recht für eigene Bedürfnisse in persönlicher Entwicklung erarbeitet – geschweige denn, dass ich überhaupt Grenzen setzen konnte. 

Mir fehlten nicht nur Grenzen in der Kindheit, sondern meine eigenen wurden auch permanent übergangen. Sie wurden nicht nur nicht gesehen oder respektiert – vielmehr kann man sogar sagen sie wurden mir aberzogen.

Das Wissen über mich und meine Bedürfnisse, hin zu einer Idee meiner Grenzen, war ein langer Weg der erst mit knapp Ende 20 begann.

Bis dahin bedeutete das setzen von Grenzen für mich mit meiner größten Angst konfrontiert zu werden, der Angst wieder Abgelehnt und Gedemütigt zu werden! 

Wenn andere Grenzen klar setzten faszinierte mich das, es spornte mich an es letztendlich auch zu erlernen aber in erster Linie bedeutete es für mich eine Ohrfeige ins Gesicht. Mehr noch es ging tief bis zum „Entzug der Existenzberechtigung“. Kein Wunder also das sich vieles lebensbedrohend, in Verbindung mit Grenzen, anfühlte.

Therapie, Meditation, Yoga und viele gute Gespräche mit Freunden haben mir hier zum Glück oft die Kraft gegeben dran zu bleiben. Es half mir Grenzen mit Freunden zu reflektieren – ihre Bedeutung zu hinterfragen und so zu lernen, dass sie durchaus für mich sind!

Das Training kann echt niederschmetternd sein, denn dadurch verändert sich auch das eigene Umfeld. Beziehung von denen man auf einmal merkt, dass sie nie wirklich gepasst haben vergehen- was mir persönlich oft Herzschmerz bereitet hat.

Doch all die Anstrengungen ist es wert, denn Bedürfnisse und Grenzen definieren, wer wir sind und wo unser Weg lang geht!

Um den inneren Raum zur Erfahrung meiner Bedürfnisse entstehen zu lassen, war für mich Meditation & das Yoga das beste überhaupt. So wurde alles etwas geordneter in meinem Herz & Kopf und somit entstand Platz für neues Entwicklungspotenzial auf meinem Weg.

Der klare Ausdruck von Grenzen pendelt sich mit zunehmendem Training langsam besser ein, denn zu Anfang ist das erlernen noch ein Tanz zwischen den Extremen. Entweder ich setzte sie viel zu hart oder gar nicht.

Heutzutage versuche ich meinem Kind ein gutes Vorbild zu sein und vor allem da Grenzen zu setzen wo meine elementaren Bedürfnisse nicht respektiert werden – aber je nach Gangart meist auf diplomatischem Weg 😉…work in Process !

Ich hoffe dadurch das er mir es später gleichtun wird, aber jetzt ergebt euch nicht der Illussion das mir das immer gelingt – hey, wir sind Menschen und üben noch, da geht oft was in die Hose.

Mich würde interessieren welche eure elementarste Grenze ist: welches Bedürfnis verteidigt ihr und mit welchen Mitteln (Beleidigung/Mitgefühl/Diplomatie etc)?

Spannendes Thema das mich wohl noch lange fordern und fördern wird…gerade in herausfordernden Zeiten.

Also ihr lieben lasst uns daran „arbeiten“ und nicht vergessen: Grenzen sorgen für stabile soziale Verhältnisse  und sogar für Harmonie & Frieden – erstrangig und uns, zweitrangig für andere!

Von HerZen,

Silke

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