Wunden der Demütigung…

Triggerwarnung: Mobbing| Suizid

Wunden der Demütigung...

Es gibt Tage, da bin ich selbstbewusst und ein Fels in der Brandung und dann gibt es Tage wie heute, an denen trotz ☀️Schein immer wieder mein inneres Kind mit all seiner Hilflosigkeit & Traurigkeit hochkommt. Das ruft schnell den inneren Kritiker auf den Plan der ziemlich hart ruft: „hey, gibt es überhaupt irgendwas was du richtig machst? Du bist dumm! Gib auf, dich mag sowieso  keiner!“

Solche harten Sätze sind leider trotz Jahrzehnte langer „Arbeit“ mit mir, aufgrund von langwierigen frühkindlichen Mobbing- Erfahrungen noch immer präsent.

Diese Glaubenssätze zeugen von Aggression gegen mich selbst, die einst an mir „verübt“ worden war. Mobbing-Betroffene verhalten sich im Ergebnis, meines Erachtens nach, oft entweder aggressiv (mental und/oder körperlich) gegen sich oder gegen andere. 

Früher merkte ich es gar nicht, wenn dieses Selbstsabotage- Programm unterbewusst zu laufen anfing, ich war einfach wie im Nebel und fühlte mich von mir und der Welt abgetrennt…ganz hilflos und ganz klein.

Heute bin ich dankbar die Programme bzw. Glaubenssätze & Verhaltensweisen zu erkennen, die maßgeblich durch Mobbing im Grundschulalter ausgelöst wurden.

Erkennen ist für mich ein großer Schritt gewesen, denn all diese dunklen Gedanken & schrecklichen, zerstörerischen und lebensbedrohlichen Gefühle waren lange Zeit tief in mir vergraben. Sie aufzuspüren war aufwendig.

Das Annehmen das mir dieses heftige Mobbing passiert ist, funktioniert mal besser und mal schlechter. Die Frage nach dem „Warum ich“? bringt zwar bekanntlich nichts, ist aber für mein innere Kind noch nicht abschließend geklärt.

Ich hab mich viel in Vergebung geübt. Der Erwachsene Anteil in mir, ist da auch gut mit gefahren, aber die Wunden des Kindes können nicht so einfach geheilt werden. Es braucht unendlich viel Wärme & Mitgefühl, Liebe und Akzeptanz von mir selbst für dieses kleine Wesen von damals, dass sich nicht selbst helfen konnte und hilflos, allein den Dingen über Jahre ausgeliefert war.

Was hat ein Kind von 10 Jahren für Möglichkeiten sich zu helfen, wenn das nicht mal die Erziehungsberechtigten schaffen?!

Meinen Eltern habe ich mit der Zeit vergeben, aber das ich mir mit diesen alten Glaubenssätzen noch immer so viel Schaden zufüge, das zerfleischt mich.

Warum reicht es mir nicht einfach das „Mobbing“ als Kind überlebt zu haben und in meinem Leben gut vorankommen zu sein?

Wahrscheinlich weil ich „überleben“ nicht als große Sache ansehe, wenn ich doch endlich „leben“ will!

Das Thema Mobbing ist damals wie heute für mich immer wieder present und mal mehr mal weniger rückt es auch wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. 

Leider kommt das Thema meist nur dann auf den Tisch der Gesellschaft, wenn jemand sich entschieden hat, diesem enorme Leid das durch Mobbing entsteht, ein Ende zu machen. Ich persönlich kann diese Entscheidung nachvollziehen, auch wenn ich es zum Glück für mich damals nicht getan habe. Keine Ahnung ob es der Selbsterhaltungstrieb war oder das fehlende Wissen über diese Möglichkeit.

Während mein Mobbing Erlebnis „nur“ ein-zwei extreme Jahre andauerte, müssen andere dies über lange Zeit ertragen – besonders wenn es so wie heutzutage nicht mehr Face-to-Face sondern online erfolgt. Das Internet vergisst leider langsam…

Ich mag mir das gar nicht vorstellen, wie bedrohlich, hoffnungslos und hilflos man sich in so einer online Mobbing-Situation fühlen muss.

Obwohl es mich interessiert was Menschen die zu so etwas fähig sind schon alles erlebt haben müssen, möchte ich ihnen nicht mehr gedankliche Zuwendungen als unbedingt nötig zukommen lassen…also Stopp ✋.

Wichtiger sind die Menschen die zu ihren „Opfern“ werden, von deren Leid und über Hilfe für diese, muss gesellschaftlich mehr getan werden.
Damit niemand mehr aus Verzweiflung die Wahl trifft sein Leben zu beenden – es muss einfach mal beim Namen genannt werden!

Was kann die Gesellschaft also tun, damite nicht auch nur ein einziges Kind/Erwachsener diese „Wahl“ trifft?

Nun, da die Gesellschaft aus jedem einzelnen von uns besteht, würde ich sagen jeder Mensch sollte etwas Mitgefühl für andere, Solidarität mit anderen, Toleranz und Respekt haben. Das sind Werte nach denen jeder von uns wieder streben sollte um liebevoll miteinander zu leben.

Zivilcourage im Alltag als auch Online ist zudem sehr hilfreich für Betroffene.

Da ich Mobbing kenne, lege ich persönlich viel Wert auf Respekt, Höflichkeit und vor allem auf Toleranz (was zugegeben menschlich gesehen, sehr schwierig ist!).

Wenn ich Mobbing wahrnehme, z. B. unter Kindern, spreche ich es an und leiste meinen Beitrag zur Beseitigung der Situation denn jedes Kind ist „unschuldig“ und hat dieses Leid nicht verdient!

Leider wird gerade in Schulen & Kitas noch immer nicht annähernd genug dagegen unternommen und zu wenig geschult, Informiert und/oder Hilfe gegeben.

Es gibt zum Glück gibt es jedoch mittlerweile auch ganz gute Initiativen zu offline & online Mobbing, die beispielsweise auch in Betreuungseinrichtungen vor Ort kommen.

Einige dieser Initiativen basieren jedoch auf „Einzel-Coaches“ die ihr „Programm“ gerne groß vermarkten. Was mich persönlich moralisch davon abgebracht hat über eine Ausbildung zum „Mobbing-Coach“ zu machen.
Mir ginge es hier nämlich nicht um Show-Act, Marketing oder tolles Konzept sondern um das Kind.

Die beste Anlaufstelle (online) sowohl für Betreuungseinrichtungen zur Informationsvermittlung, als auch für Eltern und Betroffene bei Mobbing ist m. E. nach die Stiftung „Mobbing Stoppen! Kinder Stärken!“, die auch eine kompetente Hotline für Betroffene hat.

Als Eltern hofft man immer das die Kids verschont bleiben, aber wenn es doch passiert: bitte zögert nicht so lange bevor ihr handelt – so lässt sich schlimmeres vermeiden!

Vorbeugend versuche ich mein Kind schon mal persönlich anhand meines moralischen Kompass bestmöglich zu unterstützen, in der Hoffnung das er weder von Mobbing betroffen sein wird noch es selbst praktiziert.

Von HerZen 💖,

Silke

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